Nun lenkte Tag für Tag der Gottmit den hitzigen Wangen nackendsein gluthauchendes Viergespanndurch die Räume des Himmelsund sein gelbes Gelock flatterteim zugleich ausstürmenden Ostwind.Weißlich seidiger Glanz lagauf den Weiten des träge wallenden Pontos.Der Sand glühte.Unter der silbrig flirrenden Bläue des Ätherswaren rostfarbene Segeltüchervor den Strandhütten ausgespannt,und auf dem scharf umgrenzten Schattenfleck,den sie boten,verbrachte man die Vormittagsstunden.Aber köstlich war auch der Abend,wenn die Pflanzen des Parks balsamisch dufteten,die Gestirne droben ihren Reigen schrittenund das Murmeln des umnachteten Meeres,leise heraufdringend,die Seele besprach.Solch ein Abend trug in sichdie freudige Gewähr eines neuen Sonnentagesvon leicht geordneter Mußeund geschmückt mit zahllosen,dicht beieinander liegenden Möglichkeitenlieblichen Zufalls.
Der Gast,den ein so gefügiges Mißgeschick hier festgehalten,war weit entfernt,in der Rückgewinnung seiner Habeeinen Grund zu erneutem Aufbruch zu sehen.Er hatte zwei Tage langeinige Entbehrung duldenund zu den Mahlzeiten im großen Speisesaalim Reiseanzug erscheinen müssen.Dann,als man endlich die verirrte Lastwieder in seinem Zimmer niedersetzte,packte er gründlich ausund füllte Schrank und Schubfächer mit dem Seinen,entschlossen zu vorläufig unabsehbarem Verweilen,vergnügt,die Stunden des Strandes in seidenem Anzug verbringenund beim Diner sich wiederin schicklicher Abendtrachtan seinem Tischchen zeigen zu können.
Der wohlige Gleichtakt dieses Daseinshatte ihn schon in seinen Bann gezogen,die weiche und glänzende Milde dieser Lebensführungihn rasch berückt.Welch ein Aufenthalt in der Tat,der die Reize eines gepflegten Badelebensan südlichem Strandemit der traulich bereiten Näheder wunderlich-wundersamen Stadt verbindet!Aschenbach liebte nicht den Genuß.Wann immer und wo es galt,zu feiern,der Ruhe zu pflegen,sich gute Tage zu machen,verlangte ihn bald—und namentlich in jüngeren Jahren war dies so gewesen—mit Unruhe und Widerwillen zurückin die hohe Mühsal,den heilig nüchternen Dienst seines Alltags.Nur dieser Ort verzauberte ihn,entspannte sein Wollen,machte ihn glücklich.Manchmal vormittags,unter dem Schattentuch seiner Hütte,hinträumend über die Bläue des Südmeers,oder bei lauer Nacht auch wohl,gelehnt in die Kissen der Gondel,die ihn vom Markusplatz,wo er sich lange verweilt,unter dem groß gestirnten Himmelheimwärts zum Lido führte—und die bunten Lichter,die schmelzenden Klänge der Serenade blieben zurück,—erinnerte er sich seines Landsitzes in den Bergen,der Stätte seines sommerlichen Ringens,wo die Wolken tief durch den Garten zogen,fürchterliche Gewitter am Abenddas Licht des Hauses löschtenund die Raben,die er fütterte,sich in den Wipfeln der Fichten schwangen.Dann schien es ihm wohl,als sei er entrückt ins elysische Land,an die Grenzen der Erde,wo leichtestes Leben den Menschen beschert ist,wo nicht Schnee ist und Winternoch Sturm und strömender Regen,sondern immer sanft kühlenden AnhauchOkeanos aufsteigen läßtund in seliger Muße die Tage verrinnen,mühelos,kampflos und ganz nur der Sonneund ihren Festen geweiht.
Viel,fast beständig sah Aschenbach den Knaben Tadzio;ein beschränkter Raum,eine jedem gegebene Lebensordnungbrachten es mit sich,daß der Schöne ihm tagübermit kurzen Unterbrechungen nahe war.Er sah,er traf ihn überall:in den unteren Räumen des Hotels,auf den kühlenden Wasserfahrten zur Stadtund von dort zurück,im Gepränge des Platzes selbstund oft noch zwischenein auf Wegen und Stegen,wenn der Zufall ein Übriges tat.Hauptsächlich aberund mit der glücklichsten Regelmäßigkeitbot ihm der Vormittag am Strandeausgedehnte Gelegenheit,der holden Erscheinung Andacht und Studium zu widmen.Ja,diese Gebundenheit des Glückes,diese täglich-gleichmäßig wieder anbrechende Gunst der Umständewar es so recht,was ihn mit Zufriedenheit und Lebensfreude erfüllte,was ihm den Aufenthalt teuer machteund einen Sonnentagso gefällig hinhaltendsich an den anderen reihen ließ.
Er war früh auf,wie sonst wohl bei pochendem Arbeitsdrange,und vor den meisten am Strand,wenn die Sonne noch milde warund das Meer weiß blendendin Morgenträumen lag.Er grüßte menschenfreundlich den Wächter der Sperre,grüßte auch vertraulich den barfüßigen Weißbart,der ihm die Stätte bereitet,das braune Schattentuch ausgespannt,die Möbel der Hütte hinausauf die Plattform gerückt hatte,und ließ sich nieder.Drei Stunden oder vier waren dann sein,in denen die Sonne zur Höhe stiegund furchtbare Macht gewann,in denen das Meer tiefer und tiefer blauteund in denen er Tadzio sehen durfte.
Er sah ihn kommen,von links,am Rande des Meeres daher,sah ihn von rückwärtszwischen den Hütten hervortretenoder fand auch wohl plötzlichund nicht ohne ein frohes Erschrecken,daß er sein Kommen versäumtund daß er schon da war,schon in dem blau und weißen Badeanzug,der jetzt am Strand seine einzige Kleidung war,sein gewohntes Treiben in Sonne und Sandwieder aufgenommen hatte,—dies lieblich nichtige,müßig unstete Leben,das Spiel war und Ruhe,ein Schlendern,Waten,Graben,Haschen,Lagern und Schwimmen,bewacht,berufen von den Frauen auf der Plattform,die mit Kopfstimmen seinen Namen ertönen ließen:»Tadziu!Tadziu!«und zu denen er mit eifrigem Gebärdenspielgelaufen kam,ihnen zu erzählen,was er erlebt,ihnen zu zeigen,was er gefunden,gefangen:Muscheln,Seepferdchen,Quallen und seitlich laufende Krebse.Aschenbach verstand nicht ein Wort von dem,was er sagte,und mochte es das Alltäglichste sein,es war verschwommener Wohllaut in seinem Ohr.So erhob Fremdheit des Knaben Rede zur Musik,eine übermütige Sonne goßverschwenderischen Glanz über ihn aus,und die erhabene Tiefsicht des Meereswar immer seiner Erscheinung Folie und Hintergrund.
Bald kannte der Betrachtende jede Linie und Posedieses so gehobenen,so frei sich darstellenden Körpers,begrüßte freudig jede schon vertraute Schönheitaufs Neueund fand der Bewunderung,der zarten Sinneslust kein Ende.Man rief den Knaben,einen Gast zu begrüßen,der den Frauen bei der Hütte aufwartete;er lief herbei,lief naß vielleicht aus der Flut,er warf die Locken,und indem er die Hand reichte,auf einem Beine ruhend,den anderen Fuß auf die Zehenspitzen gestellt,hatte er eine reizende Drehung und Wendung des Körpers,anmutig spannungsvoll,verschämt aus Liebenswürdigkeit,gefallsüchtig aus adeliger Pflicht.Er lag ausgestreckt,das Badetuch um die Brust geschlungen,den zart gemeißelten Arm in den Sand gestützt,das Kinn in der hohlen Hand;der,welcher »Jaschu« gerufen wurde,saß kauernd bei ihmund tat ihm schön,und nichts konnte bezaubernder sein,als das Lächeln der Augen und Lippen,mit dem der Ausgezeichnetezu dem Geringeren,Dienenden aufblickte.Er stand am Rande der See,allein,abseits von den Seinen,ganz nahe bei Aschenbach,—aufrecht,die Hände im Nacken verschlungen,langsam sich auf den Fußballen schaukelnd,und träumte ins Blaue,während kleine Wellen,die anliefen,seine Zehen badeten.Sein honigfarbenes Haar schmiegte sich in Ringelnan die Schläfen und in den Nacken,die Sonne erleuchtete den Flaumdes oberen Rückgrates,die feine Zeichnung der Rippen,das Gleichmaß der Brusttraten durch die knappe Umhüllung des Rumpfes hervor,seine Achselhöhlen waren noch glattwie bei einer Statue,seine Kniekehlen glänzten,und ihr bläuliches Geäderließ seinen Körper wie aus klarerem Stoffegebildet erscheinen.Welch eine Zucht,welche Präzision des Gedankenswar ausgedrückt in diesem gestrecktenund jugendlich vollkommenen Leibe!Der strenge und reine Wille jedoch,der,dunkel tätig,dies göttliche Bildwerk ans Licht zu treiben vermocht hatte,—war er nicht ihm,dem Künstler,bekannt und vertraut?Wirkte er nicht auch in ihm,wenn er,besonnener Leidenschaft voll,aus der Marmormasse der Sprachedie schlanke Form befreite,die er im Geiste geschautund die er als Standbild und Spiegelgeistiger Schönheit den Menschen darstellte?
Standbild und Spiegel!Seine Augen umfaßten die edle Gestaltdort am Rande des Blauen,und in aufschwärmendem Entzückenglaubte er mit diesem Blickdas Schöne selbst zu begreifen,die Form als Gottesgedanken,die eine und reine Vollkommenheit,die im Geiste lebtund von der ein menschliches Abbild und Gleichnishier leicht und holdzur Anbetung aufgerichtet war.Das war der Rausch;und unbedenklich,ja gierig,hieß der alternde Künstler ihn willkommen.Sein Geist kreiste,seine Bildung geriet ins Wallen,sein Gedächtnis warf uralte,seiner Jugend überlieferteund bis dahin niemals von eigenem Feuer belebteGedanken auf.Stand nicht geschrieben,daß die Sonne unsere Aufmerksamkeitvon den intellektuellen auf die sinnlichen Dinge wendet?Sie betäube und bezaubere,hieß es,Verstand und Gedächtnis,dergestalt,daß die Seele vor Vergnügenihres eigentlichen Zustandes ganz vergesseund mit staunender Bewunderungan dem schönsten der besonnten Gegenstände hängen bleibe:ja,nur mit Hülfe eines Körpersvermöge sie dann noch zu höherer Betrachtungsich zu erheben.Amor fürwahr tat es den Mathematikern gleich,die unfähigen Kindern greifbare Bilderder reinen Formen vorzeigen:So auch bediente der Gott sich,um uns das Geistige sichtbar zu machen,gern der Gestalt und Farbe menschlicher Jugend,die er zum Werkzeug der Erinnerungmit allem Abglanz der Schönheit schmückteund bei deren Anblick wir dann wohlin Schmerz und Hoffnung entbrannten.
So dachte der Enthusiasmierte;so vermochte er zu empfinden.Und aus Meerrausch und Sonnenglastspann sich ihm ein reizendes Bild.Es war die alte Plataneunfern den Mauern Athens,—war jener heilig-schattige,vom Dufte der Kirschbaumblüten erfüllte Ort,den Weihbilder und fromme Gaben schmücktenzu Ehren der Nymphen und des Acheloos.Ganz klar fiel der Bachzu Füßen des breitgeästeten Baumsüber glatte Kiesel;die Grillen geigten.Auf dem Rasen aber,der sanft abfiel,so,daß man im Liegen den Kopf hoch halten konnte,lagerten Zwei,geborgen hier vor der Glut des Tages:ein Ältlicher und ein Junger,ein Häßlicher und ein Schöner,der Weise beim Liebenswürdigen.Und unter Artigkeitenund geistreich werbenden Scherzenbelehrte Sokrates den Phaidrosüber Sehnsucht und Tugend.Er sprach ihm von dem heißen Erschrecken,das der Fühlende leidet,wenn sein Auge ein Gleichnisder ewigen Schönheit erblickt;sprach ihm von den Begierdendes Weihelosen und Schlechten,der die Schönheit nicht denken kann,wenn er ihr Abbild sieht,und der Ehrfurcht nicht fähig ist;sprach von der heiligen Angst,die den Edlen befällt,wenn ein gottgleiches Antlitz,ein vollkommener Leib ihm erscheint,er dann aufbebt und außer sich istund hinzusehen sich kaum getrautund den verehrt,der die Schönheit hat,ja,ihm opfern würde,wie einer Bildsäule,wenn er nicht fürchten müßte,den Menschen närrisch zu scheinen.Denn die Schönheit,mein Phaidros,nur sie,ist liebenswürdig und sichtbar zugleich:sie ist,merke das wohl!die einzige Form des Geistigen,welche wir sinnlich empfangen,sinnlich ertragen können.Oder was würde aus uns,wenn das Göttliche sonst,wenn Vernunft und Tugend und Wahrheituns sinnlich erscheinen wollten?Würden wir nicht vergehen und verbrennen vor Liebe,wie Semele einstmals vor Zeus?So ist die Schönheit der Wegdes Fühlenden zum Geiste,—nur der Weg,ein Mittel nur,kleiner Phaidros…Und dann sprach er das Feinste aus,der verschlagene Hofmacher:Dies,daß der Liebende göttlicher sei,als der Geliebte,weil in jenem der Gott seinicht aber im andern,—diesen zärtlichsten,spöttischsten Gedanken vielleicht,der jemals gedacht ward,und dem alle Schalkheit und heimlichste Wollustder Sehnsucht entspringt.Glück des Schriftstellers ist der Gedanke,der ganz Gefühl,ist das Gefühl,das ganz Gedanke zu werden vermag.Solch ein pulsender Gedanke,solch genaues Gefühlgehörte und gehorchte dem Einsamen damals:nämlich,daß die Natur vor Wonne erschaure,wenn der Geist sich huldigendvor der Schönheit neige.Er wünschte plötzlich,zu schreiben.Zwar liebt Eros,heißt es,den Müßiggang,und für solchen nur ist er geschaffen.Aber an diesem Punkte der Krisiswar die Erregung des Heimgesuchtenauf Produktion gerichtet.Fast gleichgültig der Anlaß.Eine Frage,eine Anregung,über ein gewisses großes und brennendes Problemder Kultur und des Geschmackessich bekennend vernehmen zu lassen,war in die geistige Welt ergangenund bei dem Verreisten eingelaufen.Der Gegenstand war ihm geläufig,war ihm Erlebnis;sein Gelüst,ihn im Licht seines Wortes erglänzen zu lassen,auf einmal unwiderstehlich.Und zwar ging sein Verlangen dahin,in Tadzios Gegenwart zu arbeiten,beim Schreiben den Wuchs des Knabenzum Muster zu nehmen,seinen Stil den Linien dieses Körpers folgen zu lassen,der ihm göttlich schien,und seine Schönheit ins Geistige zu tragen,wie der Adler einst den troischen Hirtenzum Äther trug.Nie hatte er die Lust des Wortessüßer empfunden,nie so gewußt,daß Eros im Worte sei,wie während der gefährlich köstlichen Stunden,in denen er,an seinem rohen Tische unter dem Schattentuch,im Angesicht des Idolsund die Musik seiner Stimme im Ohr,nach Tadzios Schönheit seine kleine Abhandlung,—jene anderthalb Seiten erlesener Prosa formte,deren Lauterkeit,Adel und schwingende Gefühlsspannungbinnen kurzem die Bewunderung vieler erregen sollte.Es ist sicher gut,daß die Welt nur das schöne Werk,nicht auch seine Ursprünge,nicht seine Entstehungsbedingungen kennt;denn die Kenntnis der Quellen,aus denen dem Künstler Eingebung floß,würde sie oftmals verwirren,abschrecken und so die Wirkungen des Vortrefflichen aufheben.Sonderbare Stunden!Sonderbar entnervende Mühe!Seltsam zeugender Verkehr des Geistes mit einem Körper!Als Aschenbach seine Arbeit verwahrteund vom Strande aufbrach,fühlte er sich erschöpft,ja zerrüttet,und ihm war,als ob sein Gewissenwie nach einer Ausschweifung Klage führe.
Es war am folgenden Morgen,daß er,im Begriff das Hotel zu verlassen,von der Freitreppe aus gewahrte,wie Tadzio,schon unterwegs zum Meere—und zwar allein,—sich eben der Strandsperre näherte.Der Wunsch,der einfache Gedanke,die Gelegenheit zu nutzenund mit dem,der ihm unwissentlich so viel Erhebungund Bewegung bereitet,leichte,heitere Bekanntschaft zu machen,ihn anzureden,sich seiner Antwort,seines Blickes zu erfreuen,lag nahe und drängte sich auf.Der Schöne ging schlendernd,er war einzuholen,und Aschenbach beschleunigte seine Schritte.Er erreicht ihn auf dem Brettersteighinter den Hütten,er will ihm die Hand aufs Haupt,auf die Schulter legenund irgend ein Wort,eine freundliche französische Phraseschwebt ihm auf den Lippen:da fühlt er,daß sein Herz,vielleicht auch vom schnellen Gang,wie ein Hammer schlägt,daß er,so knapp bei Atem,nur gepreßt und bebend wird sprechen können;er zögert,er sucht sich zu beherrschen,er fürchtet plötzlich,schon zu lange dicht hinter dem Schönen zu gehen,fürchtet sein Aufmerksamwerden,sein fragendes Umschauen,nimmt noch einen Anlauf,versagt,verzichtet und geht gesenkten Hauptes vorüber.
Zu spät!dachte er in diesem Augenblick.Zu spät!Jedoch war es zu spät?Dieser Schritt,den zu tun er versäumte,er hätte sehr möglicherweise zum Guten,Leichten und Frohen,zu heilsamer Ernüchterung geführt.Allein es war wohl an dem,daß der Alternde die Ernüchterung nicht wollte,daß der Rausch ihm zu teuer war.Wer enträtselt Wesen und Gepräge des Künstlertums!Wer begreift die tiefe Instinktverschmelzungvon Zucht und Zügellosigkeit,worin es beruht!Denn heilsame Ernüchterung nicht wollen zu können,ist Zügellosigkeit.Aschenbach war zur Selbstkritik nicht mehr aufgelegt;der Geschmack,die geistige Verfassung seiner Jahre,Selbstachtung,Reife und späte Einfachheitmachten ihn nicht geneigt,Beweggründe zu zergliedern und zu entscheiden,ob er aus Gewissen,ob aus Liederlichkeit und Schwächesein Vorhaben nicht ausgeführt habe.Er war verwirrt,er fürchtete,daß irgend jemand,wenn auch der Strandwächter nur,seinen Lauf,seine Niederlage beobachtet haben möchte,fürchtete sehr die Lächerlichkeit.Im übrigen scherzte er bei sich selbstüber seine komisch-heilige Angst.»Bestürzt«,dachte er,»bestürzt wie ein Hahn,der angstvoll seine Flügel im Kampfe hängen läßt.Das ist wahrlich der Gott,der beim Anblick des Liebenswürdigenso unseren Mut brichtund unsern stolzen Sinn so gänzlich zu Boden drückt…«Er spielte,schwärmte und war viel zu hochmütig,um ein Gefühl zu fürchten.
Schon überwachte er nicht mehr den Ablauf der Mußezeit,die er sich selber gewährt;der Gedanke an Heimkehrberührte ihn nicht einmal.Er hatte sich reichlich Geld verschrieben.Seine Besorgnis galt einzigder möglichen Abreise der polnischen Familie;doch hatte er unter der Hand,durch beiläufige Erkundigung beim Coiffeur des Hotels,erfahren,daß diese Herrschaften ganz kurzvor seiner eigenen Ankunft hier abgestiegen seien.Die Sonne bräunte ihm Antlitz und Hände,der erregende Salzhauch stärkte ihn zum Gefühl,und wie er sonst jede Erquickung,die Schlaf,Nahrung oder Natur ihm gespendet,sogleich an ein Werk zu verausgaben gewohnt war,so ließ er nun alles,was Sonne,Muße und Meerluft ihman täglicher Kräftigung zuführten,hochherzig-unwirtschaftlich aufgehen in Rausch und Empfindung.
Sein Schlaf war flüchtig;die köstlich einförmigen Tagewaren getrennt durch kurze Nächtevoll glücklicher Unruhe.Zwar zog er sich zeitig zurück,denn um neun Uhr,wenn Tadzio vom Schauplatz verschwunden war,schien der Tag ihm beendet.Aber ums erste Morgengrauenweckte ihn ein zart durchdringendes Erschrecken,sein Herz erinnerte sich seines Abenteuers,es litt ihn nicht mehr in den Kissen,er erhob sich,und leicht eingehüllt gegen die Schauer der Frühesetzte er sich ans offene Fenster,den Aufgang der Sonne zu erwarten.Das wundervolle Ereignis erfüllteseine vom Schlafe geweihte Seele mit Andacht.Noch lagen Himmel,Erde und Meerin geisterhaft glasiger Dämmerblässe;noch schwamm ein vergehender Stern im Wesenlosen.Aber ein Wehen kam,eine beschwingte Kunde von unnahbaren Wohnplätzen,daß Eos sich von der Seite des Gatten erhebe,und jenes erste,süße Erröten der fernsten Himmels-und Meeresstriche geschah,durch welches das Sinnlichwerden der Schöpfung sich anzeigt.Die Göttin nahte,die Jünglingsentführerin,die den Kleitos,den Kephalos raubteund dem Neide aller Olympischen trotzenddie Liebe des schönen Orion genoß.Ein Rosenstreuen begann da am Rande der Welt,ein unsäglich holdes Scheinen und Blühen,kindliche Wolken,verklärt,durchleuchtet,schwebten gleich dienenden Amorettenim rosigen,bläulichen Duft,Purpur fiel auf das Meer,das ihn wallend vorwärts zu schwemmen schien,goldene Speere zuckten von untenzur Höhe des Himmels hinauf,der Glanz ward zum Brande,lautlos,mit göttlicher Übergewalt wälzten sich Glutund Brunst und lodernde Flammen herauf,und mit raffenden Hufen stiegendes Bruders heilige Rennerüber den Erdkreis empor.Angestrahlt von der Pracht des Gottessaß der Einsam-Wache,er schloß die Augenund ließ von der Glorie seine Lider küssen.Ehemalige Gefühle,frühe,köstliche Drangsale des Herzens,die im strengen Dienst seines Lebens erstorben warenund nun so sonderbar gewandelt zurückkehrten,—er erkannte sie mit verwirrtem,verwundertem Lächeln.Er sann,er träumte,langsam bildeten seine Lippen einen Namen,und noch immer lächelnd,mit aufwärts gekehrtem Antlitz,die Hände im Schöße gefaltet,entschlummerte er in seinem Sessel noch einmal.
Aber der Tag,der so feurig-festlich begann,war im ganzen seltsam gehobenund mythisch verwandelt.Woher kam und stammte der Hauch,der auf einmal so sanft und bedeutend,höherer Einflüsterung gleich,Schläfe und Ohr umspielte?Weiße Federwölkchen standenin verbreiteten Scharen am Himmel,gleich weidenden Herden der Götter.Stärkerer Wind erhob sich,und die Rosse Poseidons liefen,sich bäumend,daher,Stiere auch wohl,dem Bläulichgelockten gehörig,welche mit Brüllen anrennenddie Hörner senkten.Zwischen dem Felsengeröll des entfernteren Strandes jedochhüpften die Wellen emporals springende Ziegen.Eine heilig entstellte Weltvoll panischen Lebensschloß den Berückten ein,und sein Herz träumte zarte Fabeln.Mehrmals,wenn hinter Venedig die Sonne sank,saß er auf einer Bank im Park,um Tadzio zuzuschauen,der sich,weiß gekleidet und farbig gegürtet,auf dem gewalzten Kiesplatzmit Ballspiel vergnügte,und Hyakinthos war es,den er zu sehen glaubte,und der sterben mußte,weil zwei Götter ihn liebten.Ja,er empfand Zephyrs schmerzenden Neidauf den Nebenbuhler,der des Orakels,des Bogens und der Kithara vergaß,um immer mit dem Schönen zu spielen;er sah die Wurfscheibe,von grausamer Eifersucht gelenkt,das liebliche Haupt treffen,er empfing,erblassend auch er,den geknickten Leib,und die Blume,dem süßen Blute entsprossen,trug die Inschrift seiner unendlichen Klage…
Seltsamer,heikler ist nichtsals das Verhältnis von Menschen,die sich nur mit den Augen kennen,—die täglich,ja stündlich einander begegnen,beobachten und dabei den Scheingleichgültiger Fremdheit grußlos und wortlosaufrecht zu haltendurch Sittenzwang oder eigene Grille genötigt sind.Zwischen ihnen ist Unruhe und überreizte Neugier,die Hysterie eines unbefriedigten,unnatürlich unterdrückten Erkenntnis-und Austauschbedürfnissesund namentlich auch eine Artvon gespannter Achtung.Denn der Mensch liebt und ehrt den Menschen,so lange er ihn nicht zu beurteilen vermag,und die Sehnsucht ist ein Erzeugnismangelhafter Erkenntnis.
Irgend eine Beziehung und Bekanntschaftmußte sich notwendig ausbildenzwischen Aschenbach und dem jungen Tadzio,und mit durchdringender Freudekonnte der Ältere feststellen,daß Teilnahme und Aufmerksamkeitnicht völlig unerwidert blieben.Was bewog zum Beispiel den Schönen,niemals mehr,wenn er morgens am Strande erschien,den Brettersteg an der Rückseite der Hütten zu benützen,sondern nur noch auf dem vorderen Wege,durch den Sand,an Aschenbachs Wohnplatz vorbeiund manchmal unnötig dicht an ihm vorbei,seinen Tisch,seinen Stuhl fast streifend,zur Hütte der Seinen zu schlendern?Wirkte so die Anziehung,die Faszination eines überlegenen Gefühlsauf seinen zarten und gedankenlosen Gegenstand?Aschenbach erwartete täglich Tadzios Auftreten,und zuweilen tat er,als sei er beschäftigt,wenn es sich vollzog,und ließ den Schönenscheinbar unbeachtet vorübergehen.Zuweilen aber auch blickte er auf,und ihre Blicke trafen sich.Sie waren beide tief ernst,wenn das geschah.In der gebildeten und würdevollen Mienedes Älteren verriet nichtseine innere Bewegung;aber in Tadzios Augen war ein Forschen,ein nachdenkliches Fragen,in seinen Gang kam ein Zögern,er blickte zu Boden,er blickte lieblich wieder auf,und wenn er vorüber war,so schien ein Etwas in seiner Haltung auszudrücken,daß nur Erziehung ihn hinderte,sich umzuwenden.
Einmal jedoch,eines Abends,begab es sich anders.Die polnischen Geschwister hatten nebst ihrer Gouvernantebei der Hauptmahlzeit im großen Saale gefehlt,—mit Besorgnis hatte Aschenbach es wahrgenommen.Er erging sich nach Tische,sehr unruhig über ihren Verbleib,in Abendanzug und Strohhutvor dem Hotel,zu Füßen der Terrasse,als er plötzlich die nonnenähnlichen Schwesternmit der Erzieherinund vier Schritte hinter ihnenTadzio im Lichte der Bogenlampen auftauchen sah.Offenbar kamen sie von der Dampferbrücke,nachdem sie aus irgendeinem Grundein der Stadt gespeist.Auf dem Wasser war es wohl kühl gewesen;Tadzio trug eine dunkelblaue Seemanns-Überjackemit goldenen Knöpfenund auf dem Kopf eine zugehörige Mütze.Sonne und Seeluft verbrannten ihn nicht,seine Hautfarbe war marmorhaft gelblich gebliebenwie zu Beginn;doch schien er blässer heute als sonst,sei es infolge der Kühleoder durch den bleichenden Mondschein der Lampen.Seine ebenmäßigen Brauenzeichneten sich schärfer ab,seine Augen dunkelten tief.Er war schöner,als es sich sagen läßt,und Aschenbach empfand wie schon oftmals mit Schmerzen,daß das Wort die sinnliche Schönheitnur zu preisen,nicht wiederzugeben vermag.
Er war der teuren Erscheinung nicht gewärtig gewesen,sie kam unverhofft,er hatte nicht Zeit gehabt,seine Miene zu Ruhe und Würde zu befestigen.Freude,Überraschung,Bewunderung mochten sich offen darin malen,als sein Blick dem des Vermißten begegnete,—und in dieser Sekunde geschah es,daß Tadzio lächelte:ihn anlächelte,sprechend,vertraut,liebreizend und unverhohlen,mit Lippen,die sich im Lächeln erst langsam öffneten.Es war das Lächeln des Narziß,der sich über das spiegelnde Wasser neigt,jenes tiefe,bezauberte,hingezogene Lächeln,mit dem er nach dem Widerscheinder eigenen Schönheit die Arme streckt,—ein ganz wenig verzerrtes Lächeln,verzerrt von der Aussichtslosigkeit seines Trachtens,die holden Lippen seines Schattens zu küssen,kokett,neugierig und leise gequält,betört und betörend.
Der,welcher dies Lächeln empfangen,enteilte damit wie mit einem verhängnisvollen Geschenk.Er war so sehr erschüttert,daß er das Licht der Terrasse,des Vorgartens,zu fliehen gezwungen warund mit hastigen Schrittendas Dunkel des rückwärtigen Parkes suchte.Sonderbar entrüstete und zärtliche Vermahnungenentrangen sich ihm:»Du darfst so nicht lächeln!Höre,man darf so niemandem lächeln!«Er warf sich auf eine Bank,er atmete außer sichden nächtlichen Duft der Pflanzen.Und zurückgelehnt,mit hängenden Armen,überwältigt und mehrfach von Schauern überlaufen,flüsterte er die stehende Formel der Sehnsucht,—unmöglich hier,absurd,verworfen,lächerlich und heilig doch,ehrwürdig auch hier noch:»Ich liebe dich!«
CHAPITRE IV
Chaque jour désormais, le dieuaux joues de feu menaitson quadrige exhalant la fournaiseà travers les espaces du ciel,et sa chevelure d’or flottaitdans le vent d’Est qui se levait avec lui.Un éclat soyeux et blanchâtre reposaitsur l’étendue du Pontos mollement houleuse.Le sable cuisait.Sous l’azur argenté et vibrant de l’éther,des toiles de voile couleur de rouille étaienttendues devant les cabines de plage,et l’on passait les heures de la matinée dans la parcelle d’ombre nettement délimitéequ’elles offraient.Mais le soir aussi était délectable,quand les plantes du parc exhalaient des senteurs balsamiques,que les astres entamaient leur ronde là-hautet que le murmure de la mer nocturne,montant doucement,venait ensorceler l’âme.Un tel soir portait en luila joyeuse promesse d’un nouveau jour de soleil,fait d’un loisir aiséet paré d’innombrableset proches possibilitésd’heureux hasards.
Le voyageur,qu’un si docile contretemps avait retenu ici,était loinde voir dans la récupération de ses biensun motif pour un nouveau départ.Il avait dû endurer deux joursde privationset se présenteren tenue de voyage pour les repas dans la grande salle à manger.Puis,lorsque l’on déposa enfin la malle égaréedans sa chambre,il déballa tout méticuleusement,remplit de ses effets armoire et tiroirs,résolu à un séjour pour l’heure indéfini,enchanté de pouvoir passer ses heures à la plage en costume de soieet de se montrer de nouveauà sa petite table,pour le dîner,dans une tenue de soirée convenable.
La cadence apaisante de cette existencel’avait déjà subjugué,la douceur suave et brillante de ce mode de viel’avait promptement séduit.Quel séjour,en vérité,que celui qui alliait les charmes d’une vie balnéaire raffinéesur une plage méridionaleà la proximité familière et disponiblede cette cité si étrange et merveilleuse !Aschenbach n’aimait pas le plaisir.Chaque fois qu’il s’était agi de se réjouir,de goûter au repos,de prendre du bon temps,il aspirait bientôt– et cela avait été particulièrement vrai dans ses jeunes années –à retourner,avec impatience et répugnance,à la noble corvée,au sobre et saint ministère de son quotidien.Seul ce lieu l’ensorcelait,détendait sa volonté,le rendait heureux.Parfois le matin,sous la toile de sa cabine,songeant à l’azur de la mer du Sud,ou bien par une nuit tiède,adossé aux coussins de la gondole qui,depuis la place Saint-Marcoù il s’était longuement attardé,le ramenait sous le ciel constellévers le Lido– tandis que derrière lui s’estompaient les lumières bigarréeset les sons fondants de la sérénade –,il se souvenait de son domaine dans les montagnes,lieu de ses luttes estivales,où les nuages passaient bas dans le jardin,où de terribles orages le soiréteignaient les lumières de la maisonet où les corbeaux,qu’il nourrissait,se balançaient à la cime des sapins.Alors il lui semblaitavoir été transporté en terre élyséenne,aux confins de la terre,là où la vie la plus légère est offerte aux hommes,où il n’y a ni neige,ni hiver,ni tempête,ni pluie battante,mais où Océan fait toujours monter un souffle doucement rafraîchissant,et où les jours s’écoulent dans une oisiveté bienheureuse,sans effort,sans combat, et tout entiers consacrés au soleil et à ses fêtes.
Aschenbach voyait Tadzio beaucoup,presque constamment ;un espace restreint,un ordre de vie imposé à chacunfaisaient que le bel adolescentlui était proche tout au long du jour,à de brèves interruptions près.Il le voyait,le croisait partout :dans les salons de l’hôtel,lors des fraîches traversées vers la villeet au retour,dans la splendeur de la place elle-même,et souvent encore, entre-temps, au détour d’un chemin ou d’une passerelle,quand le hasard s’en mêlait.Mais c’était surtoutet avec la plus heureuse régularitéque la matinée à la plage lui offraitl’ample occasionde vouer à la gracieuse apparition sa dévotion et son étude.Oui,c’était bien cette constance dans le bonheur,cette faveur des circonstances qui renaissait chaque jour à l’identique,qui l’emplissait de satisfaction et de joie de vivre,lui rendait le séjour précieuxet faisait que chaque jour de soleils’enchaînait à l’autreavec une nonchalance délectable.
Il se levait tôt,comme autrefois sous l’élan pressant du travail,et il était à la plage avant la plupart des autres,quand le soleil était encore douxet que la mer,d’un blanc éblouissant,reposait dans ses songes matinaux.Il saluait avec bienveillance le gardien de la barrière,saluait aussi, avec familiarité, le vieillard aux pieds nus et à la barbe blanchequi lui préparait son emplacement,avait tendu la toile bruneet sorti le mobilier de la cabinesur la plateforme,puis il s’asseyait.S’offraient alors à lui trois ou quatre heures,durant lesquelles le soleil montait à son zénithet acquérait une puissance redoutable,durant lesquelles la mer se faisait d’un bleu toujours plus profond,et durant lesquelles il lui était donné de voir Tadzio.
Il le voyait venir,de la gauche,le long du rivage,il le voyait surgir par-derrière,entre les cabines,ou bien il constatait soudain,non sans un heureux sursaut,qu’il avait manqué son arrivéeet qu’il était déjà là,déjà dans le maillot de bain bleu et blancqui était désormais sa seule tenue à la plage,ayant repris son manège habituel sous le soleil et sur le sable– cette vie charmante et vaine,oisive et vagabonde,qui était jeu et repos,une flânerie,un barbotage,un creusement,une poursuite,un repos et une baignade,sous la surveillancedes femmes sur la plateforme,qui l’appelaient de leurs voix de tête :« Tadziu !Tadziu ! »,et vers qui il accouraitavec une gestuelle empresséepour leur raconterce qu’il avait vécu,leur montrerce qu’il avait trouvé,capturé :coquillages,hippocampes,méduses et crabes à la démarche oblique.Aschenbach ne comprenait pas un mot de cequ’il disait,et quand bien même c’eût été la chose la plus banale,c’était à son oreille une mélodie aux contours estompés.Ainsi, le fait qu’elle lui fût étrangère élevait la parole du jeune garçon au rang de musique ;un soleil exubérant déversaitsur lui sa splendeur prodigue,et la sublime perspective de la merformait à jamais le faire-valoir et l’arrière-plan de son apparition.
Bientôt,le contemplateur connut chaque ligne et chaque posede ce corps si noble,si librement offert au regard ;il saluait avec joie chaque beauté déjà familière,et ne trouvait point de fin à son admiration,à son délicat plaisir des sens.On appelait le garçonpour saluer un visiteurqui rendait hommage aux dames près de la cabine ;il accourait,sortant peut-être tout mouillé des flots,il rejetait ses boucles en arrière,et en tendant la main,reposant sur une jambe,l’autre pied sur la pointe,il avait une torsion et une attitude charmantes,pleines d’une grâce tendue,pudique par amabilité,coquet par devoir nobiliaire.Il était étendu,la serviette de bain enroulée autour de sa poitrine,son bras délicatement sculpté appuyé dans le sable,le menton dans le creux de sa main ;celuiqu’on appelait « Jaschu »était accroupi près de luiet le courtisait,et rien ne pouvait être plus enchanteurque le sourire des yeux et des lèvresavec lequel l’être d’exceptionlevait son regard vers l’inférieur,le servant.Il se tenait au bord de la mer,seul,à l’écart des siens,tout près d’Aschenbach– droit,les mains croisées sur la nuque,se balançant lentement sur la pointe des pieds,et rêvait face à l’azur,tandis que de petites vaguesvenant mourirbaignaient ses orteils.Ses cheveux couleur de miel s’enroulaient en bouclessur ses tempes et son cou,le soleil éclairait le duvetdu haut de sa colonne vertébrale,le dessin subtil de ses côtes,l’équilibre de sa poitrinetransparaissaient sous la mince enveloppe de son torse,ses aisselles étaient encore lissescomme celles d’une statue,le creux de ses genoux luisait,et le réseau bleuâtre de ses veinesfaisait paraître son corpscomme façonné d’une matière plus translucide.Quelle discipline,quelle précision de la pensées’exprimaient dans ce corps élancéet d’une perfection juvénile !Mais cette volonté rigoureuse et purequi,œuvrant dans l’ombre,avait su porter à la lumière cette divine sculpture,– n’était-elle pas connue de lui,l’artiste,ne lui était-elle pas familière ?N’agissait-elle pas aussi en luilorsque,empli d’une passion réfléchie,il libérait de la masse de marbre de la languela forme sveltequ’il avait contemplée en espritet qu’il offrait aux hommes comme statue et miroirde la beauté spirituelle ?
Statue et miroir !Ses yeux embrassaient la noble silhouettelà-bas,au bord de l’azur,et dans un ravissement qui s’envolait,il crut par ce regardsaisir la Beauté elle-même,la Forme comme pensée divine,la perfection une et purequi vit dans l’espritet dont une image,une réplique humaine,se dressait ici, légère et gracieuse, offerte à l’adoration.C’était l’ivresse ;et sans scrupule,avec avidité même,l’artiste vieillissant l’accueillit.Son esprit se mit à tourner,sa culture entra en effervescence,sa mémoire exhuma des pensées très anciennes,transmises par sa jeunesseet que jamais jusqu’alors son propre feu n’avait animées.N’était-il pas écritque le soleil détourne notre attentiondes choses intellectuelles vers les choses sensibles ?Il étourdit et ensorcelle,disait-on,l’entendement et la mémoire,de telle sorteque l’âme,dans son plaisir,oublie tout à fait sa véritable conditionet s’attache avec une admiration ébahieau plus beau des objets baignés de soleil :oui,ce n’est qu’à l’aide d’un corpsqu’elle peut alors encore s’éleverà une contemplation supérieure.En vérité, Amour faisait comme les mathématiciensqui montrent aux enfants malhabiles des images tangiblesdes formes pures :ainsi le dieu,pour nous rendre le spirituel visible,se servait-il volontiers de la forme et de la couleur de la jeunesse humaine,qu’il parait, pour en faire un instrument du souvenir,de tout le reflet de la beauté,et à la vue de laquelle nous nous consumions alorsde douleur et d’espérance.
Ainsi pensait l’enthousiaste ;ainsi était-il capable de sentir.Et de l’ivresse de la mer et de l’ardeur du soleil,il tissa une image ravissante.C’était le vieux platanenon loin des murs d’Athènes,— ce lieu sacré et ombragé,empli du parfum des cerisiers en fleurs,que des ex-voto et des offrandes pieuses ornaienten l’honneur des Nymphes et d’Achéloos.Le ruisseau,très clair, coulait au pied de l’arbre aux larges branchessur des galets lisses ;les cigales stridulaient.Mais sur le gazonqui descendait en pente douce,de sorteque l’on pût, en étant couché, garder la tête haute,reposaient deux êtres,abrités là de la fournaise du jour :un homme mûr et un jeune homme,un laid et un beau,le sage aux côtés de l’être aimable.Et entre complimentset plaisanteries spirituelles et galantes,Socrate instruisait Phèdresur le désir et la vertu.Il lui parla de l’effroi brûlantqui saisit l’homme sensiblelorsque son œil aperçoit une répliquede l’éternelle beauté ;il lui parla des convoitisesde l'être profane et vil,qui ne peut concevoir la beautéquand il en voit l'imageet qui est incapable de respect ;il parla de l'angoisse sacréequi s'empare du nobleà la vue d'un visage divin,d'un corps parfait,il tremble alors et il est hors de luiet ose à peine le regarderet il vénère celuiqui possède la beauté,oui,il lui offrirait des sacrificescomme à une statue,s'il ne craignaitde paraître insensé aux yeux des hommes.Car la beauté,mon cher Phèdre,et elle seule,est à la fois aimable et visible :elle est,retiens bien cela !la seule forme du spirituelque nous puissions recevoir par les sens,supporter par les sens.Ou qu'adviendrait-il de noussi le divin autrement,si la raison, la vertu et la véritévoulaient nous apparaître de façon sensible ?Ne péririons-nous pas, ne serions-nous pas consumés d'amour,comme Sémélé jadis devant Zeus ?Ainsi la beauté est-elle la voiede l’homme sensible vers l’esprit,– mais seulement la voie,un moyen seulement,petit Phèdre…Et il prononça alors la plus subtile des paroles,le rusé courtisan :ceci,que l'amant est plus divinque l'aimé,parce que le dieu est en celui-làet non dans l'autre,– cette pensée,la plus tendre, la plus ironique peut-êtrequi fût jamais pensée,et d'où naissent toute la malice et la plus secrète voluptédu désir.Le bonheur de l'écrivain, c'est la penséequi devient entièrement sentiment,c'est le sentimentqui peut devenir entièrement pensée.Une telle pensée vibrante,un tel sentiment précisappartenaient et obéissaient alors au solitaire :à savoir,que la nature frémit de ravissementquand l'esprit s'incline en hommagedevant la beauté.Il eut soudain envied'écrire.Certes, Éros,dit-on,aime l'oisiveté,et c'est pour elle seule qu'il est fait.Mais à ce point de la crise,l'agitation de l'homme tourmenté était tournéevers la production.Le prétexte était presque indifférent.Une question,une invitation,à se prononcer publiquement sur un certain problème majeur et brûlantde la culture et du goût,avait été lancée dans le monde intellectuelet était parvenue au voyageur.Le sujet lui était familier,il en avait l'expérience ;son désirde le faire resplendir à la lumière de sa paroledevint soudain irrésistible.Et son vœu étaitde travailler en présence de Tadzio,de prendre pour modèle,en écrivant, la stature du jeune garçon,de laisser son style épouser les lignes de ce corpsqui lui semblait divin,et de porter sa beauté vers le spirituel,comme l'aigle enleva jadis le berger troyenjusqu'à l'éther.Jamais il n'avait ressenti le plaisir du verbeplus doucement,jamais il n'avait su à ce pointqu'Éros est dans la parole,que durant ces heures dangereusement exquisesoù,à sa table rustique sous la toile d'ombre,face à l'idoleet la musique de sa voix à l'oreille,il façonnait, d'après la beauté de Tadzio, son petit essai,— cette page et demie d'une prose choisie,dont la pureté,la noblesse et la tension vibrante du sentimentdevaient sous peu susciter l'admiration de beaucoup.Il est certainement bonque le monde ne connaisse que la belle œuvre,et non ses origines,non les conditions de sa naissance ;car la connaissance des sourcesoù l'artiste a puisé son inspirationle troublerait souvent,l'effraierait, et annulerait ainsi les effets de l'excellence.Étranges heures !Étrange et énervant labeur !Singulier commerce de l'esprit avec un corps !Lorsqu'Aschenbach rangea son travailet quitta la plage,il se sentit épuisé,voire brisé,et il lui semblaque sa consciencese plaignait, comme après une débauche.
Ce fut le lendemain matinqu'en s'apprêtant à quitter l'hôtel,il aperçut depuis le haut du perronTadzio qui,déjà en chemin vers la mer– et seul –,approchait de la barrière de la plage.Le désir,la simple penséede saisir l'occasionet de nouer avec celuiqui,sans le savoir,lui avait procuré tant d'élévation et d'émoi,une connaissance légèreet enjouée,de lui adresser la parole,de se réjouir de sa réponse,de son regard,cette idée était proche et s'imposa à lui.Le bel adolescent marchait en flânant,il était possible de le rattraper,et Aschenbach accéléra le pas.Il le rejoignit sur le chemin de planchesderrière les cabines,il voulut poser la main sur sa tête,sur son épaule,une parole,une phrase aimable en françaisflottait sur ses lèvres :il sentit alorsque son cœur,peut-être aussi à cause de la marche rapide,battait comme un marteau,qu'essoufflé,il ne pourrait parlerque d'une voix pressée et tremblante ;il hésita,chercha à se maîtriser,il craignit soudainde marcher depuis trop longtemps si près du bel être,craignit d'attirer son attention,qu'il se retourne d'un air interrogateur,il fit une nouvelle tentative,échoua,renonça et le dépassa la tête basse.
Trop tard !pensa-t-il à cet instant.Trop tard !Mais était-ce trop tard ?Ce pasqu'il avait omis de faire,aurait très bien pu mener au bien,à la légèreté et à la joie,à un salutaire retour à la raison.Seulement, il se trouvait sans douteque l'homme vieillissant ne voulait pas de ce retour à la raison,que l'ivresse lui était trop précieuse.Qui peut déchiffrer l'essence et le caractère de la nature artistique !Qui peut comprendre la profonde fusion d'instincts,de discipline et de licence,sur laquelle elle repose !Car ne pas pouvoir vouloir un salutaire retour à la raison,c'est de la licence.Aschenbach n'était plus d'humeur à l'autocritique ;le goût,la tournure d'esprit de son âge,l'estime de soi,la maturité et la simplicité tardivene l'inclinaient pasà disséquer ses motifs et à déciders'il n'avait pas exécuté son projet par scrupuleou par dépravation et faiblesse.Il était troublé,il craignaitque quelqu'un,ne fût-ce que le gardien de la plage,ait pu observer sa course,sa défaite,il craignait fort le ridicule.Au demeurant,il plaisantait en lui-mêmede sa sainte et comique frousse.« Saisi »,pensait-il,« saisi comme un coqqui, craintif, laisse piteusement pendre ses ailes dans le combat.C'est bien là le dieuqui, à la vue de l'être aimable,brise ainsi notre courageet abat si complètement notre fierté… »Il jouait,il s'exaltait,et il était bien trop orgueilleux pour craindre un sentiment.
Déjà, il ne surveillait plus le temps de loisirqu'il s'était accordé ;la pensée du retourne l'effleurait même pas.Il s'était fait envoyer une somme d'argent considérable.Sa seule préoccupation concernaitle départ possible de la famille polonaise ;mais il avait appris discrètement,par une question en passant au coiffeur de l'hôtel,que ces messieurs-dames s'étaient installésjuste avant sa propre arrivée.Le soleil lui hâlait le visage et les mains,l'air salin et vivifiant le fortifiait,et alors qu'il avait coutume de dépenser aussitôt pour une œuvrechaque réconfortque le sommeil,la nourriture ou la nature lui avaient dispensé,il laissait à présent toutce que le soleil,le loisir et l'air marin luiapportaientde vigueur quotidiennese consumer, avec une prodigalité généreuse, dans l'ivresse et l'émotion.
Son sommeil était fugace ;les jours délicieusement uniformesétaient séparés par de courtes nuitspleines d'une heureuse agitation.Il se retirait certes de bonne heure,car à neuf heures,quand Tadzio avait disparu de la scène,le jour lui semblait terminé.Mais aux premières lueurs de l'aube,un sursaut, tendre et pénétrant, le réveillait,son cœur se souvenait de son aventure,il ne tenait plus dans ses coussins,il se levait,et, légèrement vêtu contre les frissons du matin,il s'asseyait à la fenêtre ouvertepour attendre le lever du soleil.L'événement merveilleux emplissaitde recueillement son âme consacrée par le sommeil.Le ciel,la terre et la merbaignaient encore dans une pâleur crépusculaire, spectrale et vitreuse ;une dernière étoile flottait encore dans l'immatériel.Mais un souffle vint,un message ailé de demeures inaccessibles,qu'Éos s'éveillait aux côtés de son époux,et cette premièreet douce rougeur des confins les plus lointains du ciel et de la mer se produisit,par laquelle s'annonce l'incarnation sensible de la création.La déesse approchait,la ravisseuse d'éphèbes,celle qui enleva Clitoset Céphaleet qui, au mépris de la jalousie de tous les Olympiens,jouit de l'amour du bel Orion.Une pluie de roses commença au bord du monde,un éclat et une floraison d'une grâce indicible,des nuages enfantins,transfigurés,transpercés de lumière,flottaient tels des amours serviteursdans la brume roséeet bleutée,la pourpre tomba sur la merqui semblait la charrier en ondulant,des lances d'or jaillirent d'en basvers les hauteurs du ciel,l'éclat devint incendie,silencieusement,avec une force divine, la fournaise,l'ardeur et les flammes flamboyantes montèrent,et de leurs sabots fulgurants,les coursiers sacrés du frères'élancèrent sur le disque de la terre.Illuminé par la splendeur du dieu,le solitaire veillait,il ferma les yeuxet laissa cette gloire baiser ses paupières.D'anciens sentiments,de précoceset délicieuses tourmentes du cœur,qui s'étaient éteintes dans le service rigoureux de sa vieet qui revenaient maintenant si étrangement changées,– il les reconnut avec un sourire confuset étonné.Il songeait,il rêvait,lentement ses lèvres formèrent un nom,et toujours souriant,le visage tourné vers le haut,les mains jointes sur ses genoux,il s'assoupit de nouveau dans son fauteuil.
Mais le jour,qui commençait de façon si ardente et festive,était dans son ensemble étrangement exaltéet mythiquement transfiguré.D'où venait ce soufflequi, tout à coup, caressait ses tempes et son oreille,si doux et si lourd de sens,pareil à une inspiration supérieure ?De blancs nuages en plumets se tenaienten troupes éparses dans le ciel,tels des troupeaux paissant des dieux.Un vent plus fort se leva,et les coursiers de Poséidon accoururenten se cabrant,ou peut-être étaient-ce des taureaux,appartenant au dieu aux boucles d'azur,qui chargeaient en mugissantet en baissant les cornes.Entre les rochers de la plage plus lointaine,cependant,les vagues bondissaientcomme des chèvres agiles.Un monde saintement déformé,plein d'une vie panique,enfermait l'homme ensorcelé,et son cœur rêvait de tendres fables.Plusieurs fois,quand le soleil se couchait derrière Venise,il s'asseyait sur un banc dans le parcpour regarder Tadzioqui,vêtu de blanc et ceint d'une écharpe colorée,s'amusait à jouer à la ballesur l'allée de gravier tassé,et c'était Hyacinthequ'il croyait voir,celui qui dut mourirparce que deux dieux l'aimaient.Oui,il ressentait la douloureuse jalousie de Zéphyrpour son rivalqui oubliait l'oracle,l'arc et la citharepour toujours jouer avec le bel adolescent ;il voyait le disque,guidé par une cruelle jalousie,frapper la tête charmante,il recevait,pâlissant lui aussi,le corps brisé,et la fleur,née du sang suave,portait l'inscription de sa plainte infinie…
Rien n'est plus étrange,plus délicat,que la relation entre des gensqui ne se connaissent que par le regard,– qui chaque jour,voire chaque heure, se croisent,s'observent, et sont cependant contraintsde maintenir l'apparence d'une indifférence étrangère,sans un salut,sans un motpar les conventions ou leur propre caprice.Entre eux règnent une inquiétude et une curiosité survoltée,l'hystérie d'un besoin de connaissance et d'échange insatisfait,contre nature,et notamment aussi une sortede respect tendu.Car l'homme aime et honore l'hommetant qu'il ne peut le juger,et le désir est un produitde la connaissance imparfaite.
Une relation, une connaissance quelconquedevait nécessairement se nouerentre Aschenbach et le jeune Tadzio,et c'est avec une joie pénétranteque l'aîné put constaterque son intérêt et son attentionn'étaient pas entièrement sans retour.Qu'est-ce qui poussait par exemple le bel adolescentà ne plus jamais,lorsqu'il apparaissait le matin à la plage,emprunter le chemin de planches à l'arrière des cabines,mais à ne passer que par le chemin de devant,à travers le sable,devant le lieu de séjour d'Aschenbach,et parfois inutilement près de lui,frôlant presque sa table,sa chaise,pour se rendre à la cabine des siens ?Était-ce l'effet de l'attraction,de la fascination d'un sentiment supérieursur son objet tendre et insouciant ?Aschenbach attendait chaque jour l'apparition de Tadzio,et parfois il feignaitd'être occupélorsque celle-ci se produisait,et laissait le bel adolescent passersans lui prêter une attention apparente.Mais d'autres fois, il levait les yeux,et leurs regards se croisaient.Ils étaient tous deux profondément sérieuxlorsque cela arrivait.Sur le visage cultivé et dignede l'aîné, rien ne trahissaitune émotion intérieure ;mais dans les yeux de Tadzio, il y avait une investigation,une question pensive,sa démarche se faisait hésitante,il baissait les yeux,il les relevait avec grâce,et une fois qu'il était passé,quelque chose dans son maintien semblait exprimerque seule l'éducation l'empêchaitde se retourner.
Une fois, cependant,un soir,il en alla autrement.Les frères et sœurs polonais ainsi que leur gouvernanteavaient manqué le repas principal dans la grande salle,– Aschenbach l'avait remarqué avec inquiétude.Après le dîner,très anxieux de savoir où ils étaient,il se promenait en habit de soirée et chapeau de pailledevant l'hôtel,au pied de la terrasse,quand il vit soudain les sœurs aux allures de nonnesavec l'éducatriceet, quatre pas derrière elles,Tadzio, apparaître dans la lumière des lampadaires.De toute évidence, ils venaient de l'embarcadère,ayant pour une raison quelconquedîné en ville.Il avait dû faire frais sur l'eau ;Tadzio portait une vareuse de marin bleu foncéà boutons doréset sur la tête un béret assorti.Le soleil et l'air marin ne le brûlaient pas,son teint était resté d'un jaune marmoréencomme au début ;mais il semblait plus pâle aujourd'hui que d'habitude,soit à cause de la fraîcheur,soit à cause du clair de lune blafard des lampes.Ses sourcils réguliersse dessinaient plus nettement,ses yeux s'assombrissaient profondément.Il était plus beauqu'on ne saurait le dire,et Aschenbach ressentit, comme il l'avait souvent fait, avec douleur,que la parole ne peut que louer la beauté sensible,mais nonla restituer.
Il ne s'était pas attendu à cette chère apparition,elle survint à l'improviste,il n'avait pas eu le tempsde composer son visage pour lui donner calme et dignité.La joie,la surprise,l'admiration durent s'y peindre ouvertementlorsque son regard croisa celui de l'absent,– et à cette seconde, il advintque Tadzio sourit :il lui sourit,d'un sourire expressif,familier,ravissant et sans détour,avec des lèvresqui ne s'ouvrirent que lentement en souriant.C'était le sourire de Narcissequi se penche sur l'eau miroitante,ce sourire profond,enchanté,prolongé,avec lequel il tend les bras vers le refletde sa propre beauté,– un sourire très légèrement déformé,déformé par le désespoir de sa quêtede baiser les lèvres gracieuses de son ombre,coquet,curieux et doucement tourmenté,ensorcelé et ensorcelant.
Celuiqui reçut ce sourires'enfuit avec lui comme avec un présent funeste.Il fut si secouéqu'il fut contraint de fuir la lumière de la terrasse,du jardin de devant,et de chercherd'un pas hâtifl'obscurité du parc à l'arrière.D'étranges admonestations, indignées et tendres,lui échappèrent :« Tu ne dois pas sourire ainsi !Écoute,on ne doit sourire ainsi à personne ! »Il se jeta sur un banc,il respira, hors de lui,le parfum nocturne des plantes.Et renversé en arrière,les bras ballants,bouleversé et parcouru de multiples frissons,il murmura la formule consacrée du désir,– impossible ici,absurde,abjecte,ridicule, et pourtant sainte,vénérable même ici :« Je t'aime ! »