Erst in der Abenddämmerung erwachte Gregor aus seinem schweren ohnmachtsähnlichen Schlaf. Er wäre gewiß nicht viel später auch ohne Störung erwacht, denn er fühlte sich genügend ausgeruht und ausgeschlafen, doch schien es ihm, als hätte ihn ein flüchtiger Schritt und ein vorsichtiges Schließen der zum Vorzimmer führenden Tür geweckt. Der Schein der elektrischen Straßenlampen lag bleich hier und da auf der Zimmerdecke und auf den höheren Teilen der Möbel, aber unten bei Gregor war es finster. Langsam schob er sich, noch ungeschickt mit seinen Fühlern tastend, die er erst jetzt schätzen lernte, zur Türe hin, um nachzusehen, was dort geschehen war. Seine linke Seite schien eine einzige lange, unangenehm spannende Narbe und er mußte auf seinen zwei Beinreihen regelrecht hinken. Ein Beinchen war übrigens im Laufe der vormittägigen Vorfälle schwer verletzt worden – es war fast ein Wunder, daß nur eines verletzt worden war – und schleppte leblos nach.
Erst bei der Tür merkte er, was ihn dorthin eigentlich gelockt hatte; es war der Geruch von etwas Eßbarem gewesen. Denn dort stand ein Napf mit süßer Milch gefüllt, in der kleine Schnitten von Weißbrot schwammen. Fast hätte er vor Freude gelacht, denn er hatte noch größeren Hunger, als am Morgen, und gleich tauchte er seinen Kopf fast bis über die Augen in die Milch hinein. Aber bald zog er ihn enttäuscht wieder zurück; nicht nur, daß ihm das Essen wegen seiner heiklen linken Seite Schwierigkeiten machte – und er konnte nur essen, wenn der ganze Körper schnaufend mitarbeitete –, so schmeckte ihm überdies die Milch, die sonst sein Lieblingsgetränk war, und die ihm gewiß die Schwester deshalb hereingestellt hatte, gar nicht, ja er wandte sich fast mit Widerwillen von dem Napf ab und kroch in die Zimmermitte zurück.
Im Wohnzimmer war, wie Gregor durch die Türspalte sah, das Gas angezündet, aber während sonst zu dieser Tageszeit der Vater seine nachmittags erscheinende Zeitung der Mutter und manchmal auch der Schwester mit erhobener Stimme vorzulesen pflegte, hörte man jetzt keinen Laut. Nun vielleicht war dieses Vorlesen, von dem ihm die Schwester immer erzählte und schrieb, in der letzten Zeit überhaupt aus der Übung gekommen. Aber auch ringsherum war es so still, trotzdem doch gewiß die Wohnung nicht leer war. »Was für ein stilles Leben die Familie doch führte,« sagte sich Gregor und fühlte, während er starr vor sich ins Dunkle sah, einen großen Stolz darüber, daß er seinen Eltern und seiner Schwester ein solches Leben in einer so schönen Wohnung hatte verschaffen können. Wie aber, wenn jetzt alle Ruhe, aller Wohlstand, alle Zufriedenheit ein Ende mit Schrecken nehmen sollte? Um sich nicht in solche Gedanken zu verlieren, setzte sich Gregor lieber in Bewegung und kroch im Zimmer auf und ab.
Einmal während des langen Abends wurde die eine Seitentüre und einmal die andere bis zu einer kleinen Spalte geöffnet und rasch wieder geschlossen; jemand hatte wohl das Bedürfnis hereinzukommen, aber auch wieder zuviele Bedenken. Gregor machte nun unmittelbar bei der Wohnzimmertür halt, entschlossen, den zögernden Besucher doch irgendwie hereinzubringen oder doch wenigstens zu erfahren, wer es sei; aber nun wurde die Tür nicht mehr geöffnet und Gregor wartete vergebens. Früh, als die Türen versperrt waren, hatten alle zu ihm hereinkommen wollen, jetzt, da er die eine Tür geöffnet hatte und die anderen offenbar während des Tages geöffnet worden waren, kam keiner mehr, und die Schlüssel steckten nun auch von außen.
Spät erst in der Nacht wurde das Licht im Wohnzimmer ausgelöscht, und nun war leicht festzustellen, daß die Eltern und die Schwester so lange wachgeblieben waren, denn wie man genau hören konnte, entfernten sich jetzt alle drei auf den Fußspitzen. Nun kam gewiß bis zum Morgen niemand mehr zu Gregor herein; er hatte also eine lange Zeit, um ungestört zu überlegen, wie er sein Leben jetzt neu ordnen sollte. Aber das hohe freie Zimmer, in dem er gezwungen war, flach auf dem Boden zu liegen, ängstigte ihn, ohne daß er die Ursache herausfinden konnte, denn es war ja sein seit fünf Jahren von ihm bewohntes Zimmer – und mit einer halb unbewußten Wendung und nicht ohne eine leichte Scham eilte er unter das Kanapee, wo er sich, trotzdem sein Rücken ein wenig gedrückt wurde und trotzdem er den Kopf nicht mehr erheben konnte, gleich sehr behaglich fühlte und nur bedauerte, daß sein Körper zu breit war, um vollständig unter dem Kanapee untergebracht zu werden.
Dort blieb er die ganze Nacht, die er zum Teil im Halbschlaf, aus dem ihn der Hunger immer wieder aufschreckte, verbrachte, zum Teil aber in Sorgen und undeutlichen Hoffnungen, die aber alle zu dem Schlusse führten, daß er sich vorläufig ruhig verhalten und durch Geduld und größte Rücksichtnahme der Familie die Unannehmlichkeiten erträglich machen müsse, die er ihr in seinem gegenwärtigen Zustand nun einmal zu verursachen gezwungen war.
Schon am frühen Morgen, es war fast noch Nacht, hatte Gregor Gelegenheit, die Kraft seiner eben gefaßten Entschlüsse zu prüfen, denn vom Vorzimmer her öffnete die Schwester, fast völlig angezogen, die Tür und sah mit Spannung herein. Sie fand ihn nicht gleich, aber als sie ihn unter dem Kanapee bemerkte – Gott, er mußte doch irgendwo sein, er hatte doch nicht wegfliegen können – erschrak sie so sehr, daß sie, ohne sich beherrschen zu können, die Tür von außen wieder zuschlug. Aber als bereue sie ihr Benehmen, öffnete sie die Tür sofort wieder und trat, als sei sie bei einem Schwerkranken oder gar bei einem Fremden, auf den Fußspitzen herein. Gregor hatte den Kopf bis knapp zum Rande des Kanapees vorgeschoben und beobachtete sie. Ob sie wohl bemerken würde, daß er die Milch stehen gelassen hatte, und zwar keineswegs aus Mangel an Hunger, und ob sie eine andere Speise hereinbringen würde, die ihm besser entsprach? Täte sie es nicht von selbst, er wollte lieber verhungern, als sie darauf aufmerksam machen, trotzdem es ihn eigentlich ungeheuer drängte, unterm Kanapee vorzuschießen, sich der Schwester zu Füßen zu werfen und sie um irgendetwas Gutes zum Essen zu bitten. Aber die Schwester bemerkte sofort mit Verwunderung den noch vollen Napf, aus dem nur ein wenig Milch ringsherum verschüttet war, sie hob ihn gleich auf, zwar nicht mit den bloßen Händen, sondern mit einem Fetzen, und trug ihn hinaus. Gregor war äußerst neugierig, was sie zum Ersatz bringen würde, und er machte sich die verschiedensten Gedanken darüber. Niemals aber hätte er erraten können, was die Schwester in ihrer Güte wirklich tat. Sie brachte ihm, um seinen Geschmack zu prüfen, eine ganze Auswahl, alles auf einer alten Zeitung ausgebreitet. Da war altes halbverfaultes Gemüse; Knochen vom Nachtmahl her, die von festgewordener weißer Sauce umgeben waren; ein paar Rosinen und Mandeln; ein Käse, den Gregor vor zwei Tagen für ungenießbar erklärt hatte; ein trockenes Brot, ein mit Butter beschmiertes und gesalzenes Brot. Außerdem stellte sie zu dem allen noch den wahrscheinlich ein für allemal für Gregor bestimmten Napf, in den sie Wasser gegossen hatte. Und aus Zartgefühl, da sie wußte, daß Gregor vor ihr nicht essen würde, entfernte sich eiligst und drehte sogar den Schlüssel um, damit nur Gregor merken könne, daß er es so behaglich machen dürfe, wie er wolle. Gregors Beinchen schwirrten, als es jetzt zum Essen ging. Seine Wunden mußten übrigens auch schon vollständig geheilt sein, er fühlte keine Behinderung mehr, er staunte darüber und dachte daran, wie er vor mehr als einem Monat sich mit dem Messer ganz wenig in den Finger geschnitten, und wie ihm diese Wunde noch vorgestern genug weh getan hatte.
»Sollte ich jetzt weniger Feingefühl haben?,« dachte er und saugte schon gierig an dem Käse, zu dem es ihn vor allen anderen Speisen sofort und nachdrücklich gezogen hatte. Rasch hintereinander und mit vor Befriedigung tränenden Augen verzehrte er den Käse, das Gemüse und die Sauce; die frischen Speisen dagegen schmeckten ihm nicht, er konnte nicht einmal ihren Geruch vertragen und schleppte sogar die Sachen, die er essen wollte, ein Stückchen weiter weg. Er war schon längst mit allem fertig und lag nun faul auf der gleichen Stelle, als die Schwester zum Zeichen, daß er sich zurückziehen solle, langsam den Schlüssel umdrehte. Das schreckte ihn sofort auf, trotzdem er schon fast schlummerte, und er eilte wieder unter das Kanapee. Aber es kostete ihn große Selbstüberwindung, auch nur die kurze Zeit, während welcher die Schwester im Zimmer war, unter dem Kanapee zu bleiben, denn von dem reichlichen Essen hatte sich sein Leib ein wenig gerundet und er konnte dort in der Enge kaum atmen. Unter kleinen Erstickungsanfällen sah er mit etwas hervorgequollenen Augen zu, wie die nichtsahnende Schwester mit einem Besen nicht nur die Überbleibsel zusammenkehrte, sondern selbst die von Gregor gar nicht berührten Speisen, als seien also auch diese nicht mehr zu gebrauchen, und wie sie alles hastig in einen Kübel schüttete, den sie mit einem Holzdeckel schloß, worauf sie alles hinaustrug. Kaum hatte sie sich umgedreht, zog sich schon Gregor unter dem Kanapee hervor und streckte und blähte sich.
Auf diese Weise bekam nun Gregor täglich sein Essen, einmal am Morgen, wenn die Eltern und das Dienstmädchen noch schliefen, das zweitemal nach dem allgemeinen Mittagessen, denn dann schliefen die Eltern gleichfalls noch ein Weilchen, und das Dienstmädchen wurde von der Schwester mit irgendeiner Besorgung weggeschickt. Gewiß wollten auch sie nicht, daß Gregor verhungere, aber vielleicht hätten sie es nicht ertragen können, von seinem Essen mehr als durch Hörensagen zu erfahren, vielleicht wollte die Schwester ihnen auch eine möglicherweise nur kleine Trauer ersparen, denn tatsächlich litten sie ja gerade genug.
Mit welchen Ausreden man an jenem ersten Vormittag den Arzt und den Schlosser wieder aus der Wohnung geschafft hatte, konnte Gregor gar nicht erfahren, denn da er nicht verstanden wurde, dachte niemand daran, auch die Schwester nicht, daß er die anderen verstehen könne, und so mußte er sich, wenn die Schwester in seinem Zimmer war, damit begnügen, nur hier und da ihre Seufzer und Anrufe der Heiligen zu hören. Erst später, als sie sich ein wenig an alles gewöhnt hatte – von vollständiger Gewöhnung konnte natürlich niemals die Rede sein –, erhaschte Gregor manchmal eine Bemerkung, die freundlich gemeint war oder so gedeutet werden konnte. »Heute hat es ihm aber geschmeckt,« sagte sie, wenn Gregor unter dem Essen tüchtig aufgeräumt hatte, während sie im gegenteiligen Fall, der sich allmählich immer häufiger wiederholte, fast traurig zu sagen pflegte: »Nun ist wieder alles stehengeblieben.«
Während aber Gregor unmittelbar keine Neuigkeit erfahren konnte, erhorchte er manches aus den Nebenzimmern, und wo er nur einmal Stimmen hörte, lief er gleich zu der betreffenden Tür und drückte sich mit ganzem Leib an sie. Besonders in der ersten Zeit gab es kein Gespräch, das nicht irgendwie, wenn auch nur im geheimen, von ihm handelte. Zwei Tage lang waren bei allen Mahlzeiten Beratungen darüber zu hören, wie man sich jetzt verhalten solle; aber auch zwischen den Mahlzeiten sprach man über das gleiche Thema, denn immer waren zumindest zwei Familienmitglieder zu Hause, da wohl niemand allein zu Hause bleiben wollte und man die Wohnung doch auf keinen Fall gänzlich verlassen konnte. Auch hatte das Dienstmädchen gleich am ersten Tag – es war nicht ganz klar, was und wieviel sie von dem Vorgefallenen wußte – kniefällig die Mutter gebeten, sie sofort zu entlassen, und als sie sich eine Viertelstunde danach verabschiedete, dankte sie für die Entlassung unter Tränen, wie für die größte Wohltat, die man ihr hier erwiesen hatte, und gab, ohne daß man es von ihr verlangte, einen fürchterlichen Schwur ab, niemandem auch nur das Geringste zu verraten.
Nun mußte die Schwester im Verein mit der Mutter auch kochen; allerdings machte das nicht viel Mühe, denn man aß fast nichts. Immer wieder hörte Gregor, wie der eine den anderen vergebens zum Essen aufforderte und keine andere Antwort bekam, als: »Danke, ich habe genug« oder etwas Ähnliches. Getrunken wurde vielleicht auch nichts. Öfters fragte die Schwester den Vater, ob er Bier haben wolle, und herzlich erbot sie sich, es selbst zu holen, und als der Vater schwieg, sagte sie, um ihm jedes Bedenken zu nehmen, sie könne auch die Hausmeisterin darum schicken, aber dann sagte der Vater schließlich ein großes »Nein,« und es wurde nicht mehr davon gesprochen.
Schon im Laufe des ersten Tages legte der Vater die ganzen Vermögensverhältnisse und Aussichten sowohl der Mutter, als auch der Schwester dar. Hier und da stand er vom Tische auf und holte aus seiner kleinen Wertheimkassa, die er aus dem vor fünf Jahren erfolgten Zusammenbruch seines Geschäftes gerettet hatte, irgendeinen Beleg oder irgendein Vormerkbuch. Man hörte, wie er das komplizierte Schloß aufsperrte und nach Entnahme des Gesuchten wieder verschloß. Diese Erklärungen des Vaters waren zum Teil das erste Erfreuliche, was Gregor seit seiner Gefangenschaft zu hören bekam. Er war der Meinung gewesen, daß dem Vater von jenem Geschäft her nicht das Geringste übriggeblieben war, zumindest hatte ihm der Vater nichts Gegenteiliges gesagt, und Gregor allerdings hatte ihn auch nicht darum gefragt. Gregors Sorge war damals nur gewesen, alles daranzusetzen, um die Familie das geschäftliche Unglück, das alle in eine vollständige Hoffnungslosigkeit gebracht hatte, möglichst rasch vergessen zu lassen. Und so hatte er damals mit ganz besonderem Feuer zu arbeiten angefangen und war fast über Nacht aus einem kleinen Kommis ein Reisender geworden, der natürlich ganz andere Möglichkeiten des Geldverdienens hatte, und dessen Arbeitserfolge sich sofort in Form der Provision zu Bargeld verwandelten, das der erstaunten und beglückten Familie zu Hause auf den Tisch gelegt werden konnte. Es waren schöne Zeiten gewesen, und niemals nachher hatten sie sich, wenigstens in diesem Glanze, wiederholt, trotzdem Gregor später so viel Geld verdiente, daß er den Aufwand der ganzen Familie zu tragen imstande war und auch trug. Man hatte sich eben daran gewöhnt, sowohl die Familie, als auch Gregor, man nahm das Geld dankbar an, er lieferte es gern ab, aber eine besondere Wärme wollte sich nicht mehr ergeben. Nur die Schwester war Gregor doch noch nahe geblieben, und es war sein geheimer Plan, sie, die zum Unterschied von Gregor Musik sehr liebte und rührend Violine zu spielen verstand, nächstes Jahr, ohne Rücksicht auf die großen Kosten, die das verursachen mußte, und die man schon auf andere Weise hereinbringen würde, auf das Konservatorium zu schicken. Öfters während der kurzen Aufenthalte Gregors in der Stadt wurde in den Gesprächen mit der Schwester das Konservatorium erwähnt, aber immer nur als schöner Traum, an dessen Verwirklichung nicht zu denken war, und die Eltern hörten nicht einmal diese unschuldigen Erwähnungen gern; aber Gregor dachte sehr bestimmt daran und beabsichtigte, es am Weihnachtsabend feierlich zu erklären.
Solche in seinem gegenwärtigen Zustand ganz nutzlose Gedanken gingen ihm durch den Kopf, während er dort aufrecht an der Türe klebte und horchte. Manchmal konnte er vor allgemeiner Müdigkeit gar nicht mehr zuhören und ließ den Kopf nachlässig gegen die Tür schlagen, hielt ihn aber sofort wieder fest, denn selbst das kleine Geräusch, das er damit verursacht hatte, war nebenan gehört worden und hatte alle verstummen lassen. »Was er nur wieder treibt,« sagte der Vater nach einer Weile, offenbar zur Türe hingewendet, und dann erst wurde das unterbrochene Gespräch allmählich wieder aufgenommen.
Gregor erfuhr nun zur Genüge – denn der Vater pflegte sich in seinen Erklärungen öfters zu wiederholen, teils, weil er selbst sich mit diesen Dingen schon lange nicht beschäftigt hatte, teils auch, weil die Mutter nicht alles gleich beim ersten Mal verstand –, daß trotz allen Unglücks ein allerdings ganz kleines Vermögen aus der alten Zeit noch vorhanden war, das die nicht angerührten Zinsen in der Zwischenzeit ein wenig hatten anwachsen lassen. Außerdem aber war das Geld, das Gregor allmonatlich nach Hause gebracht hatte – er selbst hatte nur ein paar Gulden für sich behalten –, nicht vollständig aufgebraucht worden und hatte sich zu einem kleinen Kapital angesammelt. Gregor, hinter seiner Türe, nickte eifrig, erfreut über diese unerwartete Vorsicht und Sparsamkeit. Eigentlich hätte er ja mit diesen überschüssigen Geldern die Schuld des Vaters gegenüber dem Chef weiter abgetragen haben können, und jener Tag, an dem er diesen Posten hätte loswerden können, wäre weit näher gewesen, aber jetzt war es zweifellos besser so, wie es der Vater eingerichtet hatte.
Nun genügte dieses Geld aber ganz und gar nicht, um die Familie etwa von den Zinsen leben zu lassen; es genügte vielleicht, um die Familie ein, höchstens zwei Jahre zu erhalten, mehr war es nicht. Es war also bloß eine Summe, die man eigentlich nicht angreifen durfte, und die für den Notfall zurückgelegt werden mußte; das Geld zum Leben aber mußte man verdienen. Nun war aber der Vater ein zwar gesunder, aber alter Mann, der schon fünf Jahre nichts gearbeitet hatte und sich jedenfalls nicht viel zutrauen durfte; er hatte in diesen fünf Jahren, welche die ersten Ferien seines mühevollen und doch erfolglosen Lebens waren, viel Fett angesetzt und war dadurch recht schwerfällig geworden. Und die alte Mutter sollte nun vielleicht Geld verdienen, die an Asthma litt, der eine Wanderung durch die Wohnung schon Anstrengung verursachte, und die jeden zweiten Tag in Atembeschwerden auf dem Sopha beim offenen Fenster verbrachte? Und die Schwester sollte Geld verdienen, die noch ein Kind war mit ihren siebzehn Jahren, und der ihre bisherige Lebensweise so sehr zu gönnen war, die daraus bestanden hatte, sich nett zu kleiden, lange zu schlafen, in der Wirtschaft mitzuhelfen, an ein paar bescheidenen Vergnügungen sich zu beteiligen und vor allem Violine zu spielen? Wenn die Rede auf diese Notwendigkeit des Geldverdienens kam, ließ zuerst immer Gregor die Türe los und warf sich auf das neben der Tür befindliche kühle Ledersofa, denn ihm war ganz heiß vor Beschämung und Trauer.
Oft lag er dort die ganzen langen Nächte über, schlief keinen Augenblick und scharrte nur stundenlang auf dem Leder. Oder er scheute nicht die große Mühe, einen Sessel zum Fenster zu schieben, dann die Fensterbrüstung hinaufzukriechen und, in den Sessel gestemmt, sich ans Fenster zu lehnen, offenbar nur in irgendeiner Erinnerung an das Befreiende, das früher für ihn darin gelegen war, aus dem Fenster zu schauen. Denn tatsächlich sah er von Tag zu Tag die auch nur ein wenig entfernten Dinge immer undeutlicher; das gegenüberliegende Krankenhaus, dessen nur allzu häufigen Anblick er früher verflucht hatte, bekam er überhaupt nicht mehr zu Gesicht, und wenn er nicht genau gewußt hätte, daß er in der stillen, aber völlig städtischen Charlottenstraße wohnte, hätte er glauben können, von seinem Fenster aus in eine Einöde zu schauen, in welcher der graue Himmel und die graue Erde ununterscheidbar sich vereinigten. Nur zweimal hatte die aufmerksame Schwester sehen müssen, daß der Sessel beim Fenster stand, als sie schon jedesmal, nachdem sie das Zimmer aufgeräumt hatte, den Sessel wieder genau zum Fenster hinschob, ja sogar von nun ab den inneren Fensterflügel offen ließ.
Hätte Gregor nur mit der Schwester sprechen und ihr für alles danken können, was sie für ihn machen mußte, er hätte ihre Dienste leichter ertragen; so aber litt er darunter. Die Schwester suchte freilich die Peinlichkeit des Ganzen möglichst zu verwischen, und je längere Zeit verging, desto besser gelang es ihr natürlich auch, aber auch Gregor durchschaute mit der Zeit alles viel genauer. Schon ihr Eintritt war für ihn schrecklich. Kaum war sie eingetreten, lief sie, ohne sich Zeit zu nehmen, die Türe zu schließen, so sehr sie sonst darauf achtete, jedem den Anblick von Gregors Zimmer zu ersparen, geradewegs zum Fenster und riß es, als ersticke sie fast, mit hastigen Händen auf, blieb auch, selbst wenn es noch so kalt war, ein Weilchen beim Fenster und atmete tief. Mit diesem Laufen und Lärmen erschreckte sie Gregor täglich zweimal; die ganze Zeit über zitterte er unter dem Kanapee und wußte doch sehr gut, daß sie ihn gewiß gerne damit verschont hätte, wenn es ihr nur möglich gewesen wäre, sich in einem Zimmer, in dem sich Gregor befand, bei geschlossenem Fenster aufzuhalten.
Einmal, es war wohl schon ein Monat seit Gregors Verwandlung vergangen, und es war doch schon für die Schwester kein besonderer Grund mehr, über Gregors Aussehen in Erstaunen zu geraten, kam sie ein wenig früher als sonst und traf Gregor noch an, wie er, unbeweglich und so recht zum Erschrecken aufgestellt, aus dem Fenster schaute. Es wäre für Gregor nicht unerwartet gewesen, wenn sie nicht eingetreten wäre, da er sie durch seine Stellung verhinderte, sofort das Fenster zu öffnen, aber sie trat nicht nur nicht ein, sie fuhr sogar zurück und schloß die Tür; ein Fremder hätte geradezu denken können, Gregor habe ihr aufgelauert und habe sie beißen wollen. Gregor versteckte sich natürlich sofort unter dem Kanapee, aber er mußte bis zum Mittag warten, ehe die Schwester wiederkam, und sie schien viel unruhiger als sonst. Er erkannte daraus, daß ihr sein Anblick noch immer unerträglich war und ihr auch weiterhin unerträglich bleiben müsse, und daß sie sich wohl sehr überwinden mußte, vor dem Anblick auch nur der kleinen Partie seines Körpers nicht davonzulaufen, mit der er unter dem Kanapee hervorragte. Um ihr auch diesen Anblick zu ersparen, trug er eines Tages auf seinem Rücken – er brauchte zu dieser Arbeit vier Stunden – das Leintuch auf das Kanapee und ordnete es in einer solchen Weise an, daß er nun gänzlich verdeckt war, und daß die Schwester, selbst wenn sie sich bückte, ihn nicht sehen konnte. Wäre dieses Leintuch ihrer Meinung nach nicht nötig gewesen, dann hätte sie es ja entfernen können, denn daß es nicht zum Vergnügen Gregors gehören konnte, sich so ganz und gar abzusperren, war doch klar genug, aber sie ließ das Leintuch, so wie es war, und Gregor glaubte sogar einen dankbaren Blick erhascht zu haben, als er einmal mit dem Kopf vorsichtig das Leintuch ein wenig lüftete, um nachzusehen, wie die Schwester die neue Einrichtung aufnahm.
In den ersten vierzehn Tagen konnten es die Eltern nicht über sich bringen, zu ihm hereinzukommen, und er hörte oft, wie sie die jetzige Arbeit der Schwester völlig erkannten, während sie sich bisher häufig über die Schwester geärgert hatten, weil sie ihnen als ein etwas nutzloses Mädchen erschienen war. Nun aber warteten oft beide, der Vater und die Mutter, vor Gregors Zimmer, während die Schwester dort aufräumte, und kaum war sie herausgekommen, mußte sie ganz genau erzählen, wie es in dem Zimmer aussah, was Gregor gegessen hatte, wie er sich diesmal benommen hatte, und ob vielleicht eine kleine Besserung zu bemerken war. Die Mutter übrigens wollte verhältnismäßig bald Gregor besuchen, aber der Vater und die Schwester hielten sie zuerst mit Vernunftgründen zurück, denen Gregor sehr aufmerksam zuhörte, und die er vollständig billigte. Später aber mußte man sie mit Gewalt zurückhalten, und wenn sie dann rief: »Laßt mich doch zu Gregor, er ist ja mein unglücklicher Sohn! Begreift ihr es denn nicht, daß ich zu ihm muß?,« dann dachte Gregor, daß es vielleicht doch gut wäre, wenn die Mutter hereinkäme, nicht jeden Tag natürlich, aber vielleicht einmal in der Woche; sie verstand doch alles viel besser als die Schwester, die trotz all ihrem Mute doch nur ein Kind war und im letzten Grunde vielleicht nur aus kindlichem Leichtsinn eine so schwere Aufgabe übernommen hatte.
Der Wunsch Gregors, die Mutter zu sehen, ging bald in Erfüllung. Während des Tages wollte Gregor schon aus Rücksicht auf seine Eltern sich nicht beim Fenster zeigen, kriechen konnte er aber auf den paar Quadratmetern des Fußbodens auch nicht viel, das ruhige Liegen ertrug er schon während der Nacht schwer, das Essen machte ihm bald nicht mehr das geringste Vergnügen, und so nahm er zur Zerstreuung die Gewohnheit an, kreuz und quer über Wände und Plafond zu kriechen. Besonders oben auf der Decke hing er gern; es war ganz anders, als das Liegen auf dem Fußboden; man atmete freier; ein leichtes Schwingen ging durch den Körper; und in der fast glücklichen Zerstreutheit, in der sich Gregor dort oben befand , konnte es geschehen, daß er zu seiner eigenen Überraschung sich losließ und auf den Boden klatschte. Aber nun hatte er natürlich seinen Körper ganz anders in der Gewalt als früher und beschädigte sich selbst bei einem so großen Falle nicht. Die Schwester nun bemerkte sofort die neue Unterhaltung, die Gregor für sich gefunden hatte – er hinterließ ja auch beim Kriechen hie und da Spuren seines Klebstoffes –, und da setzte sie es sich in den Kopf, Gregor das Kriechen in größtem Ausmaße zu ermöglichen und die Möbel, die es verhinderten, also vor allem den Kasten und den Schreibtisch, wegzuschaffen.
Nun war sie aber nicht imstande, dies allein zu tun; den Vater wagte sie nicht um Hilfe zu bitten; das Dienstmädchen hätte ihr ganz gewiß nicht geholfen, denn dieses etwa sechzehnjährige Mädchen harrte zwar tapfer seit Entlassung der früheren Köchin aus, hatte aber um die Vergünstigung gebeten, die Küche unaufhörlich versperrt halten zu dürfen und nur auf besonderen Anruf öffnen zu müssen; so blieb der Schwester also nichts übrig, als einmal in Abwesenheit des Vaters die Mutter zu holen. Mit Ausrufen erregter Freude kam die Mutter auch heran, verstummte aber an der Tür vor Gregors Zimmer. Zuerst sah natürlich die Schwester nach, ob alles im Zimmer in Ordnung war; dann erst ließ sie die Mutter eintreten. Gregor hatte in größter Eile das Leintuch noch tiefer und mehr in Falten gezogen, das Ganze sah wirklich nur wie ein zufällig über das Kanapee geworfenes Leintuch aus. Gregor unterließ auch diesmal, unter dem Leintuch zu spionieren; er verzichtete darauf, die Mutter schon diesmal zu sehen, und war nur froh, daß sie nun doch gekommen war. »Komm nur, man sieht ihn nicht,« sagte die Schwester, und offenbar führte sie die Mutter an der Hand. Gregor hörte nun, wie die zwei schwachen Frauen den immerhin schweren alten Kasten von seinem Platze rückten, und wie die Schwester immerfort den größten Teil der Arbeit für sich beanspruchte, ohne auf die Warnungen der Mutter zu hören, welche fürchtete, daß sie sich überanstrengen werde. Es dauerte sehr lange. Wohl nach schon viertelstündiger Arbeit sagte die Mutter, man solle den Kasten doch lieber hier lassen, denn erstens sei er zu schwer, sie würden vor Ankunft des Vaters nicht fertig werden und mit dem Kasten in der Mitte des Zimmers Gregor jeden Weg verrammeln, zweitens aber sei es doch gar nicht sicher, daß Gregor mit der Entfernung der Möbel ein Gefallen geschehe. Ihr scheine das Gegenteil der Fall zu sein; ihr bedrücke der Anblick der leeren Wand geradezu das Herz; und warum solle nicht auch Gregor diese Empfindung haben, da er doch an die Zimmermöbel längst gewöhnt sei und sich deshalb im leeren Zimmer verlassen fühlen werde.
»Und ist es dann nicht so,« schloß die Mutter ganz leise, wie sie überhaupt fast flüsterte, als wolle sie vermeiden, daß Gregor, dessen genauen Aufenthalt sie ja nicht kannte, auch nur den Klang der Stimme höre, denn daß er die Worte nicht verstand, davon war sie überzeugt, »und ist es nicht so, als ob wir durch die Entfernung der Möbel zeigten, daß wir jede Hoffnung auf Besserung aufgeben und ihn rücksichtslos sich selbst überlassen? Ich glaube, es wäre das beste, wir suchen das Zimmer genau in dem Zustand zu erhalten, in dem es früher war, damit Gregor, wenn er wieder zu uns zurückkommt, alles unverändert findet und umso leichter die Zwischenzeit vergessen kann.«
Beim Anhören dieser Worte der Mutter erkannte Gregor, daß der Mangel jeder unmittelbaren menschlichen Ansprache, verbunden mit dem einförmigen Leben inmitten der Familie, im Laufe dieser zwei Monate seinen Verstand hatte verwirren müssen, denn anders konnte er es sich nicht erklären, daß er ernsthaft danach hatte verlangen könne, daß sein Zimmer ausgeleert würde. Hatte er wirklich Lust, das warme, mit ererbten Möbeln gemütlich ausgestattete Zimmer in eine Höhle verwandeln zu lassen, in der er dann freilich nach allen Richtungen ungestört würde kriechen können, jedoch auch unter gleichzeitigem schnellen, gänzlichen Vergessen seiner menschlichen Vergangenheit? War er doch jetzt schon nahe daran, zu vergessen, und nur die seit langem nicht gehörte Stimme der Mutter hatte ihn aufgerüttelt. Nichts sollte entfernt werden; alles mußte bleiben; die guten Einwirkungen der Möbel auf seinen Zustand konnte er nicht entbehren; und wenn die Möbel ihn hinderten, das sinnlose Herumkriechen zu betreiben, so war es kein Schaden, sondern ein großer Vorteil.
Aber die Schwester war leider anderer Meinung; sie hatte sich, allerdings nicht ganz unberechtigt, angewöhnt, bei Besprechung der Angelegenheiten Gregors als besonders Sachverständige gegenüber den Eltern aufzutreten, und so war auch jetzt der Rat der Mutter für die Schwester Grund genug, auf der Entfernung nicht nur des Kastens und des Schreibtisches, an die sie zuerst allein gedacht hatte, sondern auf der Entfernung sämtlicher Möbel, mit Ausnahme des unentbehrlichen Kanapees, zu bestehen. Es war natürlich nicht nur kindlicher Trotz und das in der letzten Zeit so unerwartet und schwer erworbene Selbstvertrauen, das sie zu dieser Forderung bestimmte; sie hatte doch auch tatsächlich beobachtet, daß Gregor viel Raum zum Kriechen brauchte, dagegen die Möbel, soweit man sehen konnte, nicht im geringsten benützte. Vielleicht aber spielte auch der schwärmerische Sinn der Mädchen ihres Alters mit, der bei jeder Gelegenheit seine Befriedigung sucht, und durch den Grete jetzt sich dazu verlocken ließ, die Lage Gregors noch schreckenerregender machen zu wollen, um dann noch mehr als bis jetzt für ihn leisten zu können. Denn in einen Raum, in dem Gregor ganz allein die leeren Wände beherrschte, würde wohl kein Mensch außer Grete jemals einzutreten sich getrauen.
Und so ließ sie sich von ihrem Entschlusse durch die Mutter nicht abbringen, die auch in diesem Zimmer vor lauter Unruhe unsicher schien, bald verstummte und der Schwester nach Kräften beim Hinausschaffen des Kastens half. Nun, den Kasten konnte Gregor im Notfall noch entbehren, aber schon der Schreibtisch mußte bleiben. Und kaum hatten die Frauen mit dem Kasten, an den sie sich ächzend drückten, das Zimmer verlassen, als Gregor den Kopf unter dem Kanapee hervorstieß, um zu sehen, wie er vorsichtig und möglichst rücksichtsvoll eingreifen könnte. Aber zum Unglück war es gerade die Mutter, welche zuerst zurückkehrte, während Grete im Nebenzimmer den Kasten umfangen hielt und ihn allein hin und her schwang, ohne ihn natürlich von der Stelle zu bringen. Die Mutter aber war Gregors Anblick nicht gewöhnt, er hätte sie krank machen können, und so eilte Gregor erschrocken im Rückwärtslauf bis an das andere Ende des Kanapees, konnte es aber nicht mehr verhindern, daß das Leintuch vorne ein wenig sich bewegte. Das genügte, um die Mutter aufmerksam zu machen. Sie stockte, stand einen Augenblick still und ging dann zu Grete zurück.
Trotzdem sich Gregor immer wieder sagte, daß ja nichts Außergewöhnliches geschehe, sondern nur ein paar Möbel umgestellt würden, wirkte doch, wie er sich bald eingestehen mußte, dieses Hin- und Hergehen der Frauen, ihre kleinen Zurufe, das Kratzen der Möbel auf dem Boden, wie ein großer, von allen Seiten genährter Trubel auf ihn, und er mußte sich, so fest er Kopf und Beine an sich zog und den Leib bis an den Boden drückte, unweigerlich sagen, daß er das Ganze nicht lange aushalten werde. Sie räumten ihm sein Zimmer aus; nahmen ihm alles, was ihm lieb war; den Kasten, in dem die Laubsäge und andere Werkzeuge lagen, hatten sie schon hinausgetragen; lockerten jetzt den schon im Boden fest eingegrabenen Schreibtisch, an dem er als Handelsakademiker, als Bürgerschüler, ja sogar schon als Volksschüler seine Aufgaben geschrieben hatte, – da hatte er wirklich keine Zeit mehr, die guten Absichten zu prüfen, welche die zwei Frauen hatten, deren Existenz er übrigens fast vergessen hatte, denn vor Erschöpfung arbeiteten sie schon stumm, und man hörte nur das schwere Tappen ihrer Füße.
Und so brach er denn hervor – die Frauen stützten sich gerade im Nebenzimmer an den Schreibtisch, um ein wenig zu verschnaufen –, wechselte viermal die Richtung des Laufes, er wußte wirklich nicht, was er zuerst retten sollte, da sah er an der im übrigen schon leeren Wand auffallend das Bild der in lauter Pelzwerk gekleideten Dame hängen, kroch eilends hinauf und preßte sich an das Glas, das ihn festhielt und seinem heißen Bauch wohltat. Dieses Bild wenigstens, das Gregor jetzt ganz verdeckte, würde nun gewiß niemand wegnehmen. Er verdrehte den Kopf nach der Tür des Wohnzimmers, um die Frauen bei ihrer Rückkehr zu beobachten.
Sie hatten sich nicht viel Ruhe gegönnt und kamen schon wieder; Grete hatte den Arm um die Mutter gelegt und trug sie fast. »Also was nehmen wir jetzt?,« sagte Grete und sah sich um. Da kreuzten sich ihre Blicke mit denen Gregors an der Wand. Wohl nur infolge der Gegenwart der Mutter behielt sie ihre Fassung, beugte ihr Gesicht zur Mutter, um diese vom Herumschauen abzuhalten, und sagte, allerdings zitternd und unüberlegt: »Komm, wollen wir nicht lieber auf einen Augenblick noch ins Wohnzimmer zurückgehen?« Die Absicht Gretes war für Gregor klar, sie wollte die Mutter in Sicherheit bringen und dann ihn von der Wand hinunterjagen. Nun, sie konnte es ja immerhin versuchen! Er saß auf seinem Bild und gab es nicht her. Lieber würde er Grete ins Gesicht springen.
Aber Gretes Worte hatten die Mutter erst recht beunruhigt, sie trat zur Seite, erblickte den riesigen braunen Fleck auf der geblümten Tapete, rief, ehe ihr eigentlich zum Bewußtsein kam, daß das Gregor war, was sie sah, mit schreiender, rauher Stimme: »Ach Gott, ach Gott!« und fiel mit ausgebreiteten Armen, als gebe sie alles auf, über das Kanapee hin und rührte sich nicht. »Du, Gregor!« rief die Schwester mit erhobener Faust und eindringlichen Blicken. Es waren seit der Verwandlung die ersten Worte, die sie unmittelbar an ihn gerichtet hatte. Sie lief ins Nebenzimmer, um irgendeine Essenz zu holen, mit der sie die Mutter aus ihrer Ohnmacht wecken könnte; Gregor wollte auch helfen – zur Rettung des Bildes war noch Zeit –, er klebte aber fest an dem Glas und mußte sich mit Gewalt losreißen; er lief dann auch ins Nebenzimmer, als könne er der Schwester irgendeinen Rat geben, wie in früherer Zeit; mußte dann aber untätig hinter ihr stehen; während sie in verschiedenen Fläschchen kramte, erschreckte sie noch, als sie sich umdrehte; eine Flasche fiel auf den Boden und zerbrach; ein Splitter verletzte Gregor im Gesicht, irgendeine ätzende Medizin umfloß ihn; Grete nahm nun, ohne sich länger aufzuhalten, soviel Fläschchen, als sie nur halten konnte, und rannte mit ihnen zur Mutter hinein; die Tür schlug sie mit dem Fuße zu. Gregor war nun von der Mutter abgeschlossen, die durch seine Schuld vielleicht dem Tode nahe war; die Tür durfte er nicht öffnen, wollte er die Schwester, die bei der Mutter bleiben mußte, nicht verjagen; er hatte jetzt nichts zu tun, als zu warten; und von Selbstvorwürfen und Besorgnis bedrängt, begann er zu kriechen, überkroch alles, Wände, Möbel und Zimmerdecke und fiel endlich in seiner Verzweiflung, als sich das ganze Zimmer schon um ihn zu drehen anfing, mitten auf den großen Tisch.
Es verging eine kleine Weile, Gregor lag matt da, ringsherum war es still, vielleicht war das ein gutes Zeichen. Da läutete es. Das Mädchen war natürlich in ihrer Küche eingesperrt und Grete mußte daher öffnen gehen. Der Vater war gekommen. »Was ist geschehen?« waren seine ersten Worte; Gretes Aussehen hatte ihm wohl alles verraten. Grete antwortete mit dumpfer Stimme, offenbar drückte sie ihr Gesicht an des Vaters Brust: »Die Mutter war ohnmächtig, aber es geht ihr schon besser. Gregor ist ausgebrochen.« »Ich habe es ja erwartet,« sagte der Vater, »ich habe es euch ja immer gesagt, aber ihr Frauen wollt nicht hören.«
Gregor war es klar, daß der Vater Gretes allzu kurze Mitteilung schlecht gedeutet hatte und annahm, daß Gregor sich irgendeine Gewalttat habe zuschulden kommen lassen. Deshalb mußte Gregor den Vater jetzt zu besänftigen suchen, denn ihn aufzuklären hatte er weder Zeit noch Möglichkeit. Und so flüchtete er sich zur Tür seines Zimmers und drückte sich an sie, damit der Vater beim Eintritt vom Vorzimmer her gleich sehen könne, daß Gregor die beste Absicht habe, sofort in sein Zimmer zurückzukehren, und daß es nicht nötig sei, ihn zurückzutreiben, sondern daß man nur die Tür zu öffnen brauche, und gleich werde er verschwinden.
Aber der Vater war nicht in der Stimmung, solche Feinheiten zu bemerken; »Ah!« rief er gleich beim Eintritt in einem Tone, als sei er gleichzeitig wütend und froh. Gregor zog den Kopf von der Tür zurück und hob ihn gegen den Vater. So hatte er sich den Vater wirklich nicht vorgestellt, wie er jetzt dastand; allerdings hatte er in der letzten Zeit über dem neuartigen Herumkriechen versäumt, sich so wie früher um die Vorgänge in der übrigen Wohnung zu kümmern, und hätte eigentlich darauf gefaßt sein müssen, veränderte Verhältnisse anzutreffen. Trotzdem, trotzdem, war das noch der Vater? Der gleiche Mann, der müde im Bett vergraben lag, wenn früher Gregor zu einer Geschäftsreise ausgerückt war; der ihn an Abenden der Heimkehr im Schlafrock im Lehnstuhl empfangen hatte; gar nicht recht imstande war, aufzustehen, sondern zum Zeichen der Freude nur die Arme gehoben hatte, und der bei den seltenen gemeinsamen Spaziergängen an ein paar Sonntagen im Jahr und an den höchsten Feiertagen zwischen Gregor und der Mutter, die schon an und für sich langsam gingen, immer noch ein wenig langsamer, in seinen alten Mantel eingepackt, mit stets vorsichtig aufgesetztem Krückstock sich vorwärts arbeitete und, wenn er etwas sagen wollte, fast immer stillstand und seine Begleitung um sich versammelte?
Nun aber war er recht gut aufgerichtet; in eine straffe blaue Uniform mit Goldknöpfen gekleidet, wie sie Diener der Bankinstitute tragen; über dem hohen steifen Kragen des Rockes entwickelte sich sein starkes Doppelkinn; unter den buschigen Augenbrauen drang der Blick der schwarzen Augen frisch und aufmerksam hervor; das sonst zerzauste weiße Haar war zu einer peinlich genauen, leuchtenden Scheitelfrisur niedergekämmt. Er warf seine Mütze, auf der ein Goldmonogramm, wahrscheinlich das einer Bank, angebracht war, über das ganze Zimmer im Bogen auf das Kanapee hin und ging, die Enden seines langen Uniformrockes zurückgeschlagen, die Hände in den Hosentaschen, mit verbissenem Gesicht auf Gregor zu.
Er wußte wohl selbst nicht, was er vor hatte; immerhin hob er die Füße ungewöhnlich hoch, und Gregor staunte über die Riesengröße seiner Stiefelsohlen. Doch hielt er sich dabei nicht auf, er wußte ja noch vom ersten Tage seines neuen Lebens her, daß der Vater ihm gegenüber nur die größte Strenge für angebracht ansah. Und so lief er vor dem Vater her, stockte, wenn der Vater stehen blieb, und eilte schon wieder vorwärts, wenn sich der Vater nur rührte. So machten sie mehrmals die Runde um das Zimmer, ohne daß sich etwas Entscheidendes ereignete, ja ohne daß das Ganze infolge seines langsamen Tempos den Anschein einer Verfolgung gehabt hätte. Deshalb blieb auch Gregor vorläufig auf dem Fußboden, zumal er fürchtete, der Vater könnte eine Flucht auf die Wände oder den Plafond für besondere Bosheit halten. Allerdings mußte sich Gregor sagen, daß er sogar dieses Laufen nicht lange aushalten würde, denn während der Vater einen Schritt machte, mußte er eine Unzahl von Bewegungen ausführen. Atemnot begann sich schon bemerkbar zu machen, wie er ja auch in seiner früheren Zeit keine ganz vertrauenswürdige Lunge besessen hatte. Als er nun so dahintorkelte, um alle Kräfte für den Lauf zu sammeln, kaum die Augen offenhielt; in seiner Stumpfheit an eine andere Rettung als durch Laufen gar nicht dachte; und fast schon vergessen hatte, daß ihm die Wände freistanden, die hier allerdings mit sorgfältig geschnitzten Möbeln voll Zacken und Spitzen verstellt waren – da flog knapp neben ihm, leicht geschleudert, irgend etwas nieder und rollte vor ihm her. Es war ein Apfel; gleich flog ihm ein zweiter nach; Gregor blieb vor Schrecken stehen; ein Weiterlaufen war nutzlos, denn der Vater hatte sich entschlossen, ihn zu bombardieren.
Aus der Obstschale auf der Kredenz hatte er sich die Taschen gefüllt und warf nun, ohne vorläufig scharf zu zielen, Apfel für Apfel. Diese kleinen roten Äpfel rollten wie elektrisiert auf dem Boden herum und stießen aneinander. Ein schwach geworfener Apfel streifte Gregors Rücken, glitt aber unschädlich ab. Ein ihm sofort nachfliegender drang dagegen förmlich in Gregors Rücken ein; Gregor wollte sich weiterschleppen, als könne der überraschende unglaubliche Schmerz mit dem Ortswechsel vergehen; doch fühlte er sich wie festgenagelt und streckte sich in vollständiger Verwirrung aller Sinne. Nur mit dem letzten Blick sah er noch, wie die Tür seines Zimmers aufgerissen wurde, und vor der schreienden Schwester die Mutter hervoreilte, im Hemd, denn die Schwester hatte sie entkleidet, um ihr in der Ohnmacht Atemfreiheit zu verschaffen, wie dann die Mutter auf den Vater zulief und ihr auf dem Weg die aufgebundenen Röcke einer nach dem anderen zu Boden glitten, und wie sie stolpernd über die Röcke auf den Vater eindrang und ihn umarmend, in gänzlicher Vereinigung mit ihm – nun versagte aber Gregors Sehkraft schon – die Hände an des Vaters Hinterkopf um Schonung von Gregors Leben bat.
THE METAMORPHOSIS II
It was only at dusk that Gregor awoke from his heavy, swoon-like sleep. He would certainly have woken not much later even without a disturbance, for he felt sufficiently rested and slept out, yet it seemed to him as though a fleeting step and a cautious closing of the door leading to the antechamber had roused him. The gleam of the electric streetlamps lay pale here and there on the ceiling and on the upper parts of the furniture, but down below, where Gregor was, it was dark. He pushed himself slowly, still fumbling awkwardly with his antennae, which only now he was beginning to appreciate, towards the door, to see what had happened there. His left side seemed one single long, unpleasantly taut scar, and he truly had to limp on his two rows of legs. One little leg, moreover, had been severely injured in the course of the morning’s events —it was almost a miracle that only one had been hurt— and dragged lifelessly behind.
Only at the door did he notice what had actually lured him there; it had been the smell of something edible. For there stood a bowl filled with sweet milk, in which little slices of white bread were swimming. He almost laughed for joy, for he felt an even greater hunger than in the morning, and at once he plunged his head almost up to his eyes into the milk. But he soon drew it back in disappointment; not only did the meal present him with difficulties on account of his sensitive left side — and he could eat only when his entire body, panting, worked in concert— but he found, moreover, that the milk, which was otherwise his favourite drink and which his sister had surely placed there for that reason, did not suit his taste at all; indeed, he turned from the bowl almost with revulsion and crawled back to the middle of the room.
In the living room, as Gregor saw through the crack in the door, the gas had been lit, but whereas at this time of day his father was accustomed to reading the afternoon paper aloud to his mother and sometimes to his sister as well, not a sound was now to be heard. Perhaps, then, this practice of reading aloud, of which his sister had always told and written to him, had recently fallen out of use altogether. But it was just as quiet all around, even though the flat was certainly not empty. “What a quiet life the family leads,” Gregor said to himself, and as he stared fixedly before him into the darkness, he felt a great pride that he had been able to provide for his parents and his sister such a life in such a beautiful flat. But what if all this calm, all this prosperity, all this contentment were now to come to a terrifying end? So as not to be lost in such thoughts, Gregor preferred to set himself in motion, and he crawled up and down the room.
Once during the long evening, one of the side doors was opened a crack, and then the other, and each was quickly shut again; someone had probably felt the need to enter, but had then had too many misgivings. Gregor now positioned himself directly by the living room door, resolved somehow to bring the hesitant visitor in, or at least to find out who it was; but now the door was not opened again, and Gregor waited in vain. Earlier, when the doors had been locked, everyone had wanted to come in to him; now that he had opened one door and the others had evidently been opened during the day, no one came, and the keys were now in the locks on the outside.
It was not until late in the night that the light in the living room was extinguished, and it was now easy to determine that his parents and his sister had stayed awake all that time, for one could hear distinctly as all three of them moved away on tiptoe. Now, certainly, no one else would come in to Gregor until the morning; he thus had a long time to deliberate, undisturbed, on how he ought to rearrange his life. But the high, open room in which he was forced to lie flat on the floor filled him with anxiety, without his being able to discover the cause, for it was, after all, the room he had inhabited for five years— and with a half-unconscious turn and not without a slight sense of shame, he scurried under the chaise longue, where, although his back was a little crushed and he could no longer lift his head, he immediately felt very comfortable and only regretted that his body was too wide to be completely accommodated beneath it.
He remained there the entire night, which he spent partly in a half-slumber, from which hunger kept startling him awake, but partly in worries and indistinct hopes, all of which, however, led to the conclusion that for the time being he must keep calm and, through patience and the utmost consideration for his family, make bearable the unpleasantness he was now forced to cause them in his present condition.
Early in the morning, when it was almost still night, Gregor had the opportunity to test the strength of his newly-formed resolutions, for his sister, almost fully dressed, opened the door from the antechamber and looked in expectantly. She did not find him at once, but when she noticed him under the chaise longue—God, he had to be somewhere, he couldn't have just flown away— she was so startled that, unable to control herself, she slammed the door shut again from the outside. But, as if regretting her behaviour, she immediately opened the door again and entered, as if she were in the presence of a gravely ill person or even a stranger, on her tiptoes. Gregor had pushed his head forward to the very edge of the chaise longue and was observing her. Would she notice that he had left the milk, and by no means from a lack of hunger, and would she bring in another food that was more to his liking? If she did not do it of her own accord, he would rather starve than draw her attention to it, although he felt a tremendous urge to dart out from under the chaise longue, throw himself at his sister's feet, and beg her for something good to eat. But his sister noticed at once, with astonishment, the still-full bowl, from which only a little milk had been spilt round about; she picked it up straight away, not with her bare hands, to be sure, but with a rag, and carried it out. Gregor was exceedingly curious as to what she would bring as a replacement, and he entertained the most varied ideas about it. But he never could have guessed what his sister, in her goodness, actually did. She brought him, to test his tastes, a whole selection, all of it spread out on an old newspaper. There were old, half-rotten vegetables; bones from the evening meal, coated in congealed white sauce; a few raisins and almonds; a cheese that Gregor had, two days prior, declared inedible; a dry loaf of bread, a slice of bread spread with butter and salt. In addition to all this, she placed the bowl, now likely intended for Gregor once and for all, into which she had poured water. And out of delicacy, knowing that Gregor would not eat in front of her, she departed in great haste and even turned the key in the lock, just so that Gregor might understand he could make himself as comfortable as he wished. Gregor's little legs whirred now that it was time to eat. His wounds, moreover, must have already healed completely, for he no longer felt any impediment; he marvelled at this and recalled how, more than a month ago, he had cut his finger very slightly with a knife, and how this wound had still hurt him enough only the day before yesterday.
“Could it be that I am less sensitive now?” he thought, and was already greedily sucking at the cheese, to which he had been drawn, before all the other foods, immediately and insistently. In quick succession, his eyes watering with satisfaction, he devoured the cheese, the vegetables, and the sauce; the fresh foods, by contrast, did not appeal to him, he could not even stand their smell and even dragged the things he wanted to eat, a little way off. He had long since finished with everything and was now lying lazily in the same spot, when his sister, as a sign that he should withdraw, slowly turned the key. This startled him at once, although he was already nearly slumbering, and he hurried back under the chaise longue. But it cost him great self-control for even the short time, his sister was in the room, to remain under the chaise longue, for the copious meal had rounded out his body a little and he could hardly breathe in that confined space. Amid little bouts of suffocation, he watched with slightly bulging eyes as his unsuspecting sister, with a broom, swept up not only the leftovers, but even the foods Gregor had not touched at all, as if these too were no longer of any use, and how she hastily tipped everything into a bucket, which she closed with a wooden lid, whereupon she carried it all out. Scarcely had she turned her back than Gregor dragged himself out from under the chaise longue, and stretched and swelled himself.
In this manner Gregor now received his food each day, once in the morning, when his parents and the maid were still asleep, and a second time after the communal midday meal, for then his parents would also sleep for a little while, and the maid would be sent out by his sister on some errand. They certainly did not want Gregor to starve, but perhaps they could not have endured learning of his meals otherwise than by hearsay; perhaps, too, his sister wanted to spare them what was possibly only a minor sorrow, for they were indeed suffering quite enough.
By what excuses the doctor and the locksmith had been ushered out of the flat that first morning, Gregor was quite unable to learn; for since he was not understood, no one, not even his sister, considered that he might understand them, and so, when his sister was in his room, he had to content himself with hearing only her sighs and her appeals to the saints now and then. Only later, when she had grown a little accustomed to everything— of a complete acclimatisation there could, of course, be no question— Gregor would sometimes catch a remark that was kindly meant, or could be interpreted as such. “He enjoyed his food today,” she would say, when Gregor had made a proper clearance of his meal, whereas in the opposite case, which gradually began to recur more and more frequently, she would say, almost sadly: “Now everything has been left again.”
But while Gregor could learn no news directly, he did overhear a good deal from the adjacent rooms, and whenever he heard voices, he would run at once to the relevant door and press his whole body against it. Especially in the early days, there was no conversation that did not concern him in some way, even if only in secret, in some way. For two days, at every mealtime, deliberations could be heard as to how they should now conduct themselves; but the same topic was discussed between meals as well, for there were always at least two family members at home, since no one, presumably, wanted to remain at home alone, and the flat could under no circumstances be left entirely empty. On the very first day, the maid— it was not entirely clear what and how much she knew of what had happened— had on her knees begged his mother to dismiss her at once, and when she took her leave a quarter of an hour later, she gave thanks for the dismissal with tears in her eyes, as if for the greatest favour that had been bestowed upon her there, and, without being asked, swore a terrible oath to betray nothing to anyone.
Now the sister, together with the mother, also had to do the cooking; though this did not cause much trouble, for they ate almost nothing. Again and again Gregor heard one of them vainly urging another to eat, and receiving no other answer than: “Thank you, I’ve had enough,” or something similar. Perhaps nothing was drunk, either. The sister would often ask the father if he wanted beer and cordially offer to fetch it herself, and when the father was silent, she would say, to remove any hesitation on his part, that she could also send the caretaker’s wife for it, but then the father would finally say a great “No,” and nothing more would be said of it.
In the course of that very first day, the father laid out the entire financial situation and its prospects to both the mother and the sister. From time to time he would stand up from the table and retrieve some document or some ledger from his small Wertheim safe, which he had salvaged from the collapse of his business five years before. He could be heard unlocking the complicated lock and, after removing what he sought, locking it again. These explanations from his father were, in part, the first pleasant thing Gregor had heard since his imprisonment. He had been of the opinion that nothing whatsoever remained to his father from that business; at least his father had told him nothing to the contrary, and Gregor, for his part, had not asked him about it. Gregor's only concern at the time had been to do everything in his power, to make the family the business misfortune that had plunged them all into a state of complete hopelessness forget as quickly as possible. And so he had begun to work with a very particular fire and had risen almost overnight from a minor clerk to a travelling salesman, who naturally had entirely different opportunities for earning money, and whose professional successes were immediately transformed into cash in the form of commission, which could be laid on the table at home before his astonished and delighted family. Those had been fine times, and they had never afterwards been repeated, at least not in such splendour, even though Gregor later earned so much money that he was in a position to bear the expenses of the entire family, and did bear them. They had simply grown accustomed to it, the family as well as Gregor; the money was accepted with gratitude, and he gladly provided it, but a particular warmth was no longer forthcoming. Only his sister had remained close to Gregor still, and it was his secret plan to send her, who, unlike Gregor, loved music very much and could play the violin movingly— next year, without regard for the great expense that this must entail and which would have to be met in some other way, to the conservatory. Often, during Gregor’s brief stays in the city, the conservatory was mentioned in conversations with his sister, but always only as a beautiful dream, the realisation of which was not to be considered, and his parents did not even like to hear these innocent mentions; but Gregor thought of it with great resolve and intended to announce it ceremoniously on Christmas Eve.
Such thoughts, quite useless in his present state, went through his head as he stood there, pressed upright against the door, and listened. Sometimes, from general weariness, he could listen no longer and let his head knock carelessly against the door, but he held it firm again at once, for even the small sound he had made with it had been heard next door and had made everyone fall silent. “What’s he up to again now,” said his father after a while, evidently turned towards the door, and only then was the interrupted conversation gradually resumed.
Gregor now learned in sufficient detail— for his father was wont to repeat himself in his explanations, partly, because he himself had not dealt with these matters for a long time, and partly also, because his mother did not understand everything at the first hearing— that despite all their misfortune, a small fortune from the old days, though a very small one, was still intact, which the untouched interest had allowed to grow a little in the interim. Furthermore, the money that Gregor had brought home every month— he himself had kept only a few guilders for himself— had not been completely used up and had accumulated into a small capital sum. Gregor, behind his door, nodded eagerly, delighted at this unexpected foresight and thrift. He could, in fact, have used this surplus money to pay off more of his father’s debt to his employer, and that day, on which he could have been rid of that position would have been much closer, but now it was undoubtedly better the way his father had arranged things.
This money, however, was by no means enough, to allow the family to live off the interest; it was enough, perhaps, to support the family for one year, or two at most, but no more. It was, then, merely a sum that ought not to be touched, and which had to be set aside for an emergency; the money for living, however, had to be earned. Now, the father was a man who, though healthy, was old, had not worked for five years and in any case could not be expected to do much; in these five years, which were the first holidays of his arduous yet unsuccessful life, he had put on a good deal of fat and had thus become quite cumbersome. And was the old mother now perhaps to earn money, she who suffered from asthma, for whom a walk through the flat was already an exertion, and who spent every other day on the sofa by the open window, struggling for breath? And was the sister to earn money, who was still a child at seventeen years of age, and whose previous way of life was so much to be envied, consisting as it did of dressing nicely, sleeping late, helping in the household, taking part in a few modest pleasures, and, above all, playing the violin? Whenever the conversation turned to this necessity of earning money, Gregor would first let go of the door and throw himself onto the cool leather sofa that stood beside it, for he felt quite hot with shame and sorrow.
Often he would lie there for whole long nights, not sleeping a moment, and just scratch at the leather for hours on end. Or, not shying away from the great effort, he would push an armchair to the window, then crawl up the windowsill and, propped in the chair, lean against the windowpane, evidently in some memory of the sense of liberation that looking out of the window had formerly given him. For in fact, from day to day he saw things even a short distance away ever more indistinctly; the hospital opposite, the all-too-frequent sight of which he had previously cursed, he could no longer see at all, and if he had not known for a certainty that he lived on the quiet, but thoroughly urban Charlottenstrasse, he could have believed that he was looking out of his window into a wasteland in which the grey sky and the grey earth were indistinguishably merged. The observant sister had only to see the armchair by the window twice before, each time after she had tidied the room, she would push the chair back to its precise spot by the window, and from then on she even left the inner casement open.
If only Gregor had been able to speak with his sister and thank her for all that she had to do for him, he would have borne her services more easily; as it was, however, he suffered under them. The sister, of course, sought to gloss over the awkwardness of the whole situation as much as possible, and the more time passed, the better she naturally succeeded, but in time Gregor also saw through it all much more clearly. Her very entrance was dreadful for him. No sooner had she entered than she would run, without taking the time to close the door— anxious as she otherwise was to spare everyone the sight of Gregor’s room— straight to the window and tear it open, as if she were nearly suffocating, with hasty hands, and would remain for a little while by the window, breathing deeply, even when it was quite cold. With this running and noise, she startled Gregor twice every day; for the entire time he trembled under the chaise longue, and yet he knew very well that she would certainly have gladly spared him this, if only it had been possible for her to remain in a room where Gregor was with the window closed.
On one occasion, about a month having passed since Gregor’s transformation, so that there was no longer any particular reason for his sister to be astonished at his appearance, she came a little earlier than usual and found Gregor still looking out of the window, motionless and positioned just so as to be frightening. It would not have been unexpected for Gregor if she had not entered, since his position prevented her from opening the window at once, but not only did she not enter, she even recoiled and shut the door; a stranger might well have thought that Gregor had been lying in wait for her and had wanted to bite her. Gregor, of course, immediately hid himself under the chaise longue, but he had to wait until midday before his sister returned, and she seemed much more agitated than usual. From this he realised that his appearance was still unbearable to her and was bound to remain so, and that she must have to overcome a great deal of resistance not to run away at the sight of even the small part of his body that protruded from under the chaise longue. To spare her even this sight, he one day carried the sheet on his back —a task that took him four hours— to the chaise longue and arranged it in such a way that he was now completely covered, and his sister could not see him even if she bent down. If, in her opinion, this sheet was not necessary, she could of course have removed it, for it was clear enough that it could be no pleasure for Gregor to shut himself away so completely, but she left the sheet as it was, and Gregor even thought he caught a grateful look when he once carefully lifted the sheet a little with his head to see how his sister was receiving the new arrangement.
In the first two weeks, his parents could not bring themselves to come in to him, and he often heard them fully acknowledging his sister's present work, whereas previously they had often been annoyed with her because she had seemed to them a somewhat useless girl. But now both of them, the father and the mother, would often wait outside Gregor’s room while his sister tidied up in there, and as soon as she came out, she had to tell them in great detail how the room looked, what Gregor had eaten, how he had behaved this time, and whether perhaps a slight improvement was noticeable. The mother, incidentally, wanted to visit Gregor relatively soon, but the father and sister at first restrained her with rational arguments, to which Gregor listened very attentively and which he fully approved. Later, however, she had to be held back by force, and when she then cried: “Let me go to Gregor, he is my unhappy son! Don’t you understand that I must go to him?” Gregor then thought that perhaps it would be a good thing if his mother came in, not every day, of course, but perhaps once a week; she understood everything so much better than his sister, who, for all her courage, was still only a child and had, in the final analysis, perhaps only taken on such a difficult task out of childish recklessness.
Gregor's wish to see his mother was soon fulfilled. During the day, Gregor did not want to show himself at the window, out of consideration for his parents, but he could not crawl much on the few square metres of the floor either, he found it difficult to lie still even during the night, eating soon gave him not the slightest pleasure, and so, for diversion, he acquired the habit of crawling criss-cross over the walls and the ceiling. He especially liked hanging from the ceiling; it was quite different from lying on the floor; one could breathe more freely; a slight swinging went through his body; and in the almost happy state of distraction in which Gregor found himself up there , it could happen that, to his own surprise, he would let go and plump down onto the floor. But now, of course, he had much better control over his body than before and did not injure himself even in such a great fall. The sister, now, immediately noticed the new entertainment Gregor had found for himself— for he also left behind traces of his adhesive substance here and there as he crawled—, and so she took it into her head to make it possible for Gregor to crawl on the largest possible scale by removing the furniture that hindered it, which meant above all the chest of drawers and the writing desk.
Now, she was not able to do this alone; she did not dare ask her father for help; the maid would most certainly not have helped her, for although this girl of about sixteen had bravely persevered since the dismissal of the former cook, she had begged for the privilege of being allowed to keep the kitchen perpetually locked and to have to open it only upon a special summons; so nothing remained for the sister but to fetch her mother one day in the father's absence. The mother approached with cries of agitated joy, but fell silent at the door to Gregor’s room. First, of course, the sister looked to see if everything in the room was in order; only then did she let the mother enter. In the greatest haste, Gregor had pulled the sheet even lower and into more folds, so that the whole thing really looked just like a sheet thrown carelessly over the chaise longue. This time, too, Gregor refrained from spying from under the sheet; he renounced seeing his mother for now and was just glad that she had come after all. “Come on, you can’t see him,” said the sister, and she was evidently leading the mother by the hand. Gregor now heard how the two weak women were shifting the nonetheless heavy old chest of drawers from its place, and how the sister constantly claimed the greater part of the work for herself, paying no heed to the warnings of the mother, who feared she would overstrain herself. It took a very long time. After a good quarter of an hour's work, the mother said it would be better to leave the chest of drawers where it was, for in the first place it was too heavy, they would not be finished before the father's arrival and with the chest in the middle of the room, they would block Gregor’s every path, but in the second place it was not at all certain that Gregor would be pleased by the removal of the furniture. The opposite seemed to her to be the case; the sight of the bare wall was positively heart-breaking to her; and why should Gregor not have the same feeling, since he had long been accustomed to the furniture and would therefore feel abandoned in the empty room.
“And is it not then as if,” the mother concluded very quietly, almost whispering as if she wished to prevent Gregor, whose exact whereabouts she did not know, from hearing even the sound of her voice, for she was convinced that he did not understand the words, “and is it not as if by removing the furniture we are showing that we are giving up all hope of improvement and are leaving him callously to his own devices? I believe it would be best if we tried to keep the room in exactly the same state as it was before, so that when Gregor comes back to us, he will find everything unchanged and can all the more easily forget the time in between.”
Upon hearing these words from his mother, Gregor realised that the lack of all direct human address, combined with the monotonous life amidst the family, must have confused his understanding in the course of these two months, for he could not otherwise explain to himself how he could have seriously longed to have his room emptied. Did he really want to have the warm room, comfortably furnished with inherited pieces, transformed into a cave, in which he would, of course, be able to crawl about in all directions without disturbance, but at the same time with a swift and complete forgetting of his human past? He was indeed already on the verge of forgetting, and only his mother's voice, unheard for so long, had roused him. Nothing should be removed; everything had to stay; he could not do without the beneficial influences of the furniture on his state of mind; and if the furniture prevented him from carrying on with his senseless crawling about, then it was no detriment, but a great advantage.
But his sister was unfortunately of a different opinion; she had, not entirely without justification, to be sure, accustomed herself to acting as a particular expert on Gregor's affairs in discussions with her parents, and so now, too, her mother’s advice was reason enough for her to insist not only on the removal of the chest of drawers and the writing desk, which she alone had first thought of, but on the removal of all the furniture, with the exception of the indispensable chaise longue. It was, of course, not only childish defiance and the self-confidence she had recently acquired so unexpectedly and with such difficulty that determined her in this demand; she had, after all, also observed that Gregor needed a great deal of space to crawl, whereas he made not the slightest use of the furniture, as far as one could see. But perhaps the romantic sensibility of girls her age also played a part, which seeks its satisfaction at every opportunity, and by which Grete was now tempted to want to make Gregor’s situation even more terrifying, so that she might then be able to do even more for him than she had until now. For in a room where Gregor reigned all alone over the bare walls, surely no human being apart from Grete would ever dare to set foot.
And so she would not be dissuaded from her decision by her mother, who in this room also seemed uncertain from sheer agitation, soon fell silent, and helped her sister with all her might to carry the chest of drawers out. Well, the chest Gregor could still do without if need be, but the writing desk had to stay. And scarcely had the women left the room with the chest, groaning as they pushed it, than Gregor stuck his head out from under the chaise longue to see how he might intervene, cautiously and with the greatest possible consideration. But unfortunately it was his mother who returned first, while Grete, in the next room, had her arms around the chest and was rocking it back and forth by herself, without, of course, moving it from its spot. His mother, however, was not used to the sight of Gregor, it could have made her ill, and so Gregor, frightened, scurried backwards to the other end of the chaise longue, but could no longer prevent the sheet from stirring a little at the front. That was enough to attract his mother's attention. She stopped short, stood still for a moment, and then went back to Grete.
Although Gregor kept telling himself that nothing extraordinary was happening, but only a few pieces of furniture were being rearranged, this coming and going of the women, as he soon had to admit, their little calls to each other, the scraping of the furniture on the floor, acted on him, like a great commotion nourished from all sides, and, pulling his head and legs as tightly as he could to himself and pressing his body to the very floor, he had to tell himself unequivocally that he would not be able to endure it for long. They were clearing out his room; taking from him everything he held dear; they had already carried out the chest in which his fretsaw and other tools lay; now they were loosening the writing desk, already firmly embedded in the floor, at which he had written his assignments as a student at the commercial academy, as a grammar-school pupil, yes, even as a primary-school pupil —at that point he truly had no more time to scrutinise the good intentions of the two women, whose existence, by the way, he had almost forgotten, for they were already working in silence from exhaustion, and all that could be heard was the heavy tread of their feet.
And so he broke forth – the women were just leaning against the writing desk in the next room to catch their breath for a moment –, changed the direction of his course four times, he truly did not know what he should rescue first, when he saw, conspicuous on the otherwise already bare wall, the picture of the lady clad in nothing but fur, hastily crawled up to it and pressed himself against the glass, which held him fast and felt good on his hot belly. This picture, at least, which Gregor now completely covered, would surely not be taken away by anyone. He twisted his head towards the door of the living room, to observe the women upon their return.
They had not allowed themselves much rest and were already coming back; Grete had her arm around her mother and was almost carrying her. “Right then, what shall we take now?,” said Grete and looked around. At that, her eyes met Gregor’s on the wall. It was likely only due to the mother’s presence that she kept her composure, she bent her face towards her mother to prevent her from looking around, and said, albeit trembling and without thinking: “Come, shouldn’t we rather go back to the living room for a moment?” Grete's intention was clear to Gregor, she wanted to bring her mother to safety and then chase him down from the wall. Well, she could certainly try! He sat on his picture and would not give it up. He would sooner spring into Grete’s face.
But Grete's words had only unsettled the mother all the more, she stepped to the side, caught sight of the enormous brown patch on the flowered wallpaper, and before she was properly conscious that what she was seeing was Gregor, she cried out in a screeching, hoarse voice: “Oh God, oh God!” and fell with outstretched arms, as if abandoning everything, across the chaise longue and did not move. “You, Gregor!” cried the sister with a raised fist and piercing glances. These were the first words she had directed at him since his transformation. She ran into the next room to fetch some essence with which to rouse her mother from her faint; Gregor wanted to help as well – there was still time to save the picture –, but he was stuck fast to the glass and had to tear himself away by force; he then also ran into the next room, as if he could give his sister some advice, as in former times; but then had to stand idly behind her; as she rummaged among various little bottles, she was startled again when she turned around; a bottle fell to the floor and shattered; a splinter injured Gregor in the face, some corrosive medicine flowed over him; Grete, without pausing any longer, now took as many little bottles as she could hold and ran in to her mother with them; she slammed the door shut with her foot. Gregor was now shut off from his mother, who, through his fault, was perhaps near death; he dared not open the door if he did not want to chase away his sister, who had to stay with her mother; he had nothing to do now but wait; and, beset by self-reproach and anxiety, he began to crawl, he crawled over everything, walls, furniture, and ceiling, and finally, in his desperation, as the whole room began to spin around him, he fell down in the middle of the large table.
A little while passed; Gregor lay there weakly; all around it was quiet, perhaps that was a good sign. Then the bell rang. The girl was, of course, locked in her kitchen, and so Grete had to go and open the door. The father had arrived. “What has happened?” were his first words; Grete’s appearance had likely told him everything. Grete answered in a hollow voice, evidently pressing her face against her father’s chest: “Mother fainted, but she’s better now. Gregor has broken out.” “I expected as much,” said the father, “I always told you so, but you women will not listen.”
It was clear to Gregor that his father had misinterpreted Grete’s all-too-brief report and assumed that Gregor had been guilty of some act of violence. Gregor must therefore now try to appease his father, for he had neither the time nor the opportunity to explain things to him. And so he fled to the door of his room and pressed himself against it, so that his father, upon entering from the antechamber, could see at once that Gregor had the best of intentions to return to his room immediately, and that it was not necessary to drive him back, but that one need only open the door, and he would disappear at once.
But his father was in no mood to notice such subtleties; “Ah!” he cried upon entering, in a tone as if he were at once furious and glad. Gregor drew his head back from the door and raised it towards his father. This was truly not how he had imagined his father, as he stood there now; to be sure, in his preoccupation with his new manner of crawling, he had of late neglected to concern himself as he used to with the goings-on in the rest of the flat, and ought really to have been prepared to find altered circumstances. And yet, and yet, was that still his father? The same man who used to lie buried wearily in bed when Gregor set out on a business trip; who, on the evenings of his return, would receive him in a dressing gown in the armchair; who was not really able to stand up, but only raised his arms as a sign of joy, and who, on their rare walks together on a few Sundays a year and on the most important holidays, would always shuffle along a little more slowly between Gregor and his mother, who themselves already walked slowly, wrapped in his old overcoat, his stick always planted with great care, and who, when he wanted to say something, would almost always stop and gather his company about him?
But now he was standing quite erect; dressed in a smart blue uniform with gold buttons, such as is worn by the attendants at banking institutions; above the high, stiff collar of his jacket his strong double chin unfolded; from under his bushy eyebrows the gaze of his black eyes shone out, fresh and alert; his usually dishevelled white hair was combed down into a painstakingly precise, gleaming parting. He threw his cap, on which a gold monogram, probably that of a bank, was affixed, in an arc across the whole room onto the chaise longue and, with the tails of his long uniform jacket thrown back, his hands in his trouser pockets, and a grim expression on his face, he advanced on Gregor.
He himself probably did not know what he intended to do; nonetheless, he lifted his feet unusually high, and Gregor marvelled at the gigantic size of the soles of his boots. But he did not dwell on this, he had known since the very first day of his new life that his father considered only the greatest severity to be appropriate where he was concerned. And so he ran before his father, stopping, when his father stood still, and scurrying forward again the moment his father so much as stirred. In this way they made several circuits of the room, without anything decisive occurring, indeed, without the whole affair having the appearance of a pursuit, owing to its slow tempo. For this reason, Gregor also remained on the floor for the time being, especially as he feared his father might consider a flight onto the walls or the ceiling to be a sign of particular malice. Gregor had to admit to himself, however, that he would not be able to endure even this running for long; for whereas his father took one step, he had to execute a vast number of movements. Shortness of breath was already beginning to make itself felt, just as in his earlier life his lungs had not been entirely trustworthy. As he staggered along in this way, trying to summon all his strength for the run, his eyes barely open; thinking in his stupor of no other salvation than running; and having almost forgotten that the walls were available to him, though here they were obstructed by carefully carved furniture full of jags and points —at that moment something, lightly thrown, flew down close beside him and rolled in front of him. It was an apple; a second one immediately flew after it; Gregor stood still in terror; to continue running was useless, for his father had resolved to bombard him.
He had filled his pockets from the fruit bowl on the sideboard and was now throwing, without for the moment aiming with any precision, apple after apple. These small red apples rolled about on the floor as if electrified and collided with one another. A weakly thrown apple grazed Gregor’s back but slid off harmlessly. One that followed immediately after, however, positively bored its way into Gregor’s back; Gregor wanted to drag himself onward, as if the surprising, incredible pain might pass with a change of location; yet he felt as if he were nailed to the spot and stretched himself out in a complete derangement of all his senses. Only with his last glance did he see the door of his room being torn open, and his mother rushing out ahead of his screaming sister, in her chemise, for his sister had undressed her to give her freedom to breathe in her fainting spell, and then how his mother ran to his father, her undone skirts sliding to the floor one after the other on the way, and how, stumbling over the skirts, she pressed herself upon his father and, embracing him, in complete union with him— but now Gregor’s sight was already failing— begged with her hands at the back of his father's head for the sparing of Gregor’s life.