Hierauf gieng Zarathustra wieder zurĂŒck in das Gebirgeund in die Einsamkeit seiner Höhleund entzog sich den Menschen:wartend gleich einem SĂ€emann,der seinen Samen ausgeworfen hat.Seine Seele aber wurde voll von Ungeduldund Begierde nach Denen, welche er liebte:denn er hatte ihnen noch Viel zu geben.Diess nĂ€mlich ist das Schwerste,aus Liebe die offne Hand schliessenund als Schenkender die Scham bewahren.
Also vergiengen dem Einsamen Monde und Jahre;seine Weisheit aber wuchsund machte ihm Schmerzen durch ihre FĂŒlle.
Eines Morgens aber wachte er schon vor der Morgenröthe auf,besann sich lange auf seinem Lagerund sprach endlich zu seinem Herzen:
âWas erschrak ich doch so in meinem Traume,dass ich aufwachte?Trat nicht ein Kind zu mir,das einen Spiegel trug?
âOh Zarathustra â sprach das Kind zu mir âschaue Dich an im Spiegel!â
Aber als ich in den Spiegel schaute,da schrie ich auf,und mein Herz war erschĂŒttert:denn nicht mich sahe ich darin,sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.
Wahrlich, allzugut verstehe ich des Traumes Zeichen und Mahnung:meine Lehre ist in Gefahr,Unkraut will Weizen heissen!
Meine Feinde sind mĂ€chtig wordenund haben meiner Lehre Bildniss entstellt,also, dass meine Liebsten sich der Gaben schĂ€men mĂŒssen,die ich ihnen gab.
Verloren giengen mir meine Freunde;die Stunde kam mir, meine Verlornen zu suchen!â â
Mit diesen Worten sprang Zarathustra auf,aber nicht wie ein GeĂ€ngstigter, der nach Luft sucht,sondern eher wie ein Seher und SĂ€nger,welchen der Geist anfĂ€llt.Verwundert sahen sein Adler und seine Schlange auf ihn hin:denn gleich dem Morgenrothe lag ein kommendes GlĂŒck auf seinem Antlitze.
Was geschah mir doch, meine Thiere?â sagte Zarathustra.Bin ich nicht verwandelt!Kam mir nicht die Seligkeit wie ein Sturmwind?
Thöricht ist mein GlĂŒck und Thörichtes wird es reden:zu jung noch ist es â so habt Geduld mit ihm!
Verwundet bin ich von meinem GlĂŒcke:alle Leidenden sollen mir Ărzte sein!
Zu meinen Freunden darf ich wieder hinabund auch zu meinen Feinden!Zarathustra darf wieder reden und schenkenund Lieben das Liebste thun!
Meine ungeduldige Liebe fliesst ĂŒber in Strömen,abwĂ€rts, nach Aufgang und Niedergang.Aus schweigsamem Gebirge und Gewittern des Schmerzesrauscht meine Seele in die ThĂ€ler.
Zu lange sehnte ich mich und schaute in die Ferne.Zu lange gehörte ich der Einsamkeit:so verlernte ich das Schweigen.
Mund bin ich worden ganz und gar,und Brausen eines Bachs aus hohen Felsen:hinab will ich meine Rede stĂŒrzen in die ThĂ€ler.
Und mag mein Strom der Liebe in Unwegsames stĂŒrzen!Wie sollte ein Strom nicht endlich den Weg zum Meere finden!
Wohl ist ein See in mir,ein einsiedlerischer, selbstgenugsamer;aber mein Strom der Liebe reisst ihn mit sich hinabâ zum Meere!
Neue Wege gehe ich, eine neue Rede kommt mir;mĂŒde wurde ich, gleich allen Schaffenden, der alten Zungen.Nicht will mein Geist mehr auf abgelaufnen Sohlen wandeln.
Zu langsam lĂ€uft mir alles Reden:â in deinen Wagen springe ich, Sturm!Und auch dich will ich noch peitschen mit meiner Bosheit!
Wie ein Schrei und ein Jauchzenwill ich ĂŒber weite Meere hinfahren,bis ich die glĂŒckseligen Inseln finde,wo meine Freunde weilen: â
Und meine Feinde unter ihnen!Wie liebe ich nun Jeden, zu dem ich nur reden darf!Auch meine Feinde gehören zu meiner Seligkeit.
Und wenn ich auf mein wildestes Pferd steigen will,so hilft mir mein Speer immer am besten hinauf:der ist meines Fusses allzeit bereiter Diener: â
Der Speer, den ich gegen meine Feinde schleudere!Wie danke ich es meinen Feinden,dass ich endlich ihn schleudern darf!
Zu gross war die Spannung meiner Wolke:zwischen GelÀchtern der Blitzewill ich Hagelschauer in die Tiefe werfen.
Gewaltig wird sich da meine Brust heben,gewaltig wird sie ihren Sturm ĂŒber die Berge hinblasen:so kommt ihr Erleichterung.
Wahrlich, einem Sturme gleich kommt mein GlĂŒck und meine Freiheit!Aber meine Feinde sollen glauben,der Böse rase ĂŒber ihren HĂ€uptern.
Ja, auch ihr werdet erschreckt sein, meine Freunde,ob meiner wilden Weisheit;und vielleicht flieht ihr davon sammt meinen Feinden.
Ach, dass ichâs verstĂŒnde,euch mit Hirtenflöten zurĂŒck zu locken!Ach, dass meine Löwin Weisheit zĂ€rtlich brĂŒllen lernte!Und Vieles lernten wir schon mit einander!
Meine wilde Weisheit wurde trĂ€chtig auf einsamen Bergen;auf rauhen Steinen gebar sie ihr Junges, JĂŒngstes.
Nun lĂ€uft sie nĂ€rrisch durch die harte WĂŒsteund sucht und sucht nach sanftem Rasenâ meine alte wilde Weisheit!
Auf eurer Herzen sanften Rasen, meine Freunde!â auf eure Liebe möchte sie ihr Liebstes betten!
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Auf den glĂŒckseligen Inseln.
Die Feigen fallen von den BĂ€umen,sie sind gut und sĂŒss;und indem sie fallen, reisst ihnen die rothe Haut.Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.
Also, gleich Feigen, fallen euch diese Lehren zu, meine Freunde:nun trinkt ihren Saft und ihr sĂŒsses Fleisch!Herbst ist es umher und reiner Himmel und Nachmittag.
Seht, welche FĂŒlle ist um uns!Und aus dem Ăberflusse heraus ist es schönhinaus zu blicken auf ferne Meere.
Einst sagte man Gott, wenn man auf ferne Meere blickte;nun aber lehrte ich euch sagen: Ăbermensch.
Gott ist eine Muthmaassung;aber ich will, dass euer Muthmaassen nicht weiter reiche,als euer schaffender Wille.
Könntet ihr einen Gott schaffen?â So schweigt mir doch von allen Göttern!Wohl aber könntet ihr den Ăbermenschen schaffen.
Nicht ihr vielleicht selber, meine BrĂŒder!Aber zu VĂ€tern und Vorfahren könntet ihr euch umschaffen des Ăbermenschen:und Diess sei euer bestes Schaffen! â
Gott ist eine Muthmaassung:aber ich will, dass euer Muthmaassen begrenzt sei in der Denkbarkeit.
Könntet ihr einen Gott denken?â Aber diess bedeute euch Wille zur Wahrheit,dass Alles verwandelt werde in Menschen - Denkbares,Menschen - Sichtbares, Menschen - FĂŒhlbares!Eure eignen Sinne sollt ihr zu Ende denken!
Und was ihr Welt nanntet,das soll erst von euch geschaffen werden:eure Vernunft, euer Bild, euer Wille,eure Liebe soll es selber werden!Und wahrlich, zu eurer Seligkeit, ihr Erkennenden!
Und wie wolltet ihr das Leben ertragen ohne diese Hoffnung,ihr Erkennenden?Weder inâs Unbegreifliche dĂŒrftet ihr eingeboren sein,noch inâs UnvernĂŒnftige.
Aber dass ich euch ganz mein Herz offenbare, ihr Freunde:wenn es Götter gĂ€be, wie hielte ichâs aus,kein Gott zu sein!Also giebt es keine Götter.
Wohl zog ich den Schluss; nun aber zieht er mich. â
Gott ist eine Muthmaassung:aber wer trÀnke alle Qual dieser Muthmaassung, ohne zu sterben?Soll dem Schaffenden sein Glaube genommen seinund dem Adler sein Schweben in Adler-Fernen?
Gott ist ein Gedanke, der macht alles Gerade krummund Alles, was steht, drehend. Wie?Die Zeit wĂ€re hinweg, und alles VergĂ€ngliche nur LĂŒge?
Diess zu denken ist Wirbel und Schwindel menschlichen Gebeinenund noch dem Magen ein Erbrechen:wahrlich, die drehende Krankheit heisse ichâs, Solches zu muthmaassen.
Böse heisse ichâs und menschenfeindlich:all diess Lehren vom Einen und Vollen und Unbewegtenund Satten und UnvergĂ€nglichen!
Alles UnvergĂ€ngliche â das ist nur ein Gleichniss!Und die Dichter lĂŒgen zuviel. â
Aber von Zeit und Werden sollen die besten Gleichnisse reden:ein Lob sollen sie seinund eine Rechtfertigung aller VergÀnglichkeit!
Schaffen â das ist die grosse Erlösung vom Leiden,und des Lebens Leichtwerden.Aber dass der Schaffende sei,dazu selber thut Leid noth und viel Verwandelung.
Ja, viel bitteres Sterben muss in eurem Leben sein, ihr Schaffenden!Also seid ihr FĂŒrsprecher und Rechtfertiger aller VergĂ€nglichkeit.
Dass der Schaffende selber das Kind sei, das neu geboren werde,dazu muss er auch die GebÀrerin sein wollenund der Schmerz der GebÀrerin.
Wahrlich, durch hundert Seelen gieng ich meinen Wegund durch hundert Wiegen und Geburtswehen.Manchen Abschied nahm ich schon,ich kenne die herzbrechenden letzten Stunden.
Aber so willâs mein schaffender Wille, mein Schicksal.Oder, dass ichâs euch redlicher sage:solches Schicksal gerade â will mein Wille.
Alles FĂŒhlende leidet an mir und ist in GefĂ€ngnissen:aber mein Wollen kommt mir stetsals mein Befreier und Freudebringer.
Wollen befreit: das ist die wahre Lehre von Wille und Freiheitâ so lehrt sie euch Zarathustra.
Nicht-mehr-wollen und Nicht-mehr-schĂ€tzen und Nicht-mehr-schaffen!ach, dass diese grosse MĂŒdigkeit mir stets ferne bleibe!
Auch im Erkennen fĂŒhle ich nur meines Willens Zeuge- und Werde-Lust;und wenn Unschuld in meiner Erkenntniss ist,so geschieht diess, weil Wille zur Zeugung in ihr ist.
Hinweg von Gott und Göttern lockte mich dieser Wille;was wĂ€re denn zu schaffen, wenn Götter â da wĂ€ren!
Aber zum Menschen treibt er mich stets von Neuem,mein inbrĂŒnstiger Schaffens-Wille;so treibtâs den Hammer hin zum Steine.
Ach, ihr Menschen, im Steine schlÀft mir ein Bild,das Bild meiner Bilder!Ach, dass es im hÀrtesten, hÀsslichsten Steine schlafen muss!
Nun wĂŒthet mein Hammer grausam gegen sein GefĂ€ngniss.Vom Steine stĂ€uben StĂŒcke: was schiert mich das?
Vollenden will ichâs: denn ein Schatten kam zu mirâ aller Dinge Stillstes und Leichtestes kam einst zu mir!
Des Ăbermenschen Schönheit kam zu mir als Schatten.Ach, meine BrĂŒder!Was gehen mich noch â die Götter an! â
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Von den Mitleidigen.
Meine Freunde, es kam eine Spottrede zu eurem Freunde:âseht nur Zarathustra!Wandelt er nicht unter uns wie unter Thieren?â
Aber so ist es besser geredet:âder Erkennende wandelt unter Menschen als unter Thieren.â
Der Mensch selber aber heisst dem Erkennenden:das Thier, das rothe Backen hat.
Wie geschah ihm das?Ist es nicht, weil er sich zu oft hat schĂ€men mĂŒssen?
Oh meine Freunde! So spricht der Erkennende:Scham, Scham, Scham â das ist die Geschichte des Menschen!
Und darum gebeut sich der Edle, nicht zu beschÀmen:Scham gebeut er sich vor allem Leidenden.
Wahrlich, ich mag sie nicht, die Barmherzigen,die selig sind in ihrem Mitleiden:zu sehr gebricht es ihnen an Scham.
Muss ich mitleidig sein, so will ichâs doch nicht heissen;und wenn ichâs bin, dann gern aus der Ferne.
Gerne verhĂŒlle ich auch das Haupt und fliehe davon,bevor ich noch erkannt bin:und also heisse ich euch thun, meine Freunde!
Möge mein Schicksal mir immer Leidlose, gleich euch,ĂŒber den Weg fĂŒhren, und Solche,mit denen mir Hoffnung und Mahl und Honig gemein sein darf!
Wahrlich, ich that wohl Das und Jenes an Leidenden:aber Besseres schien ich mir stets zu thun,wenn ich lernte, mich besser freuen.
Seit es Menschen giebt, hat der Mensch sich zu wenig gefreut:Das allein, meine BrĂŒder, ist unsre ErbsĂŒnde!
Und lernen wir besser uns freuen,so verlernen wir am besten, Andern wehe zu thunund Wehes auszudenken.
Darum wasche ich mir die Hand, die dem Leidenden half,darum wische ich mir auch noch die Seele ab.
Denn dass ich den Leidenden leidend sah,dessen schÀmte ich mich um seiner Scham willen;und als ich ihm half,da vergieng ich mich hart an seinem Stolze.
Grosse Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsĂŒchtig;und wenn die kleine Wohlthat nicht vergessen wird,so wird noch ein Nage-Wurm daraus.
âSeid spröde im Annehmen! Zeichnet aus damit, dass ihr annehmt!ââ also rathe ich Denen, die Nichts zu verschenken haben.
Ich aber bin ein Schenkender:gerne schenke ich, als Freund den Freunden.Fremde aber und Arme mögen sich die Frucht selbervon meinem Baume pflĂŒcken: so beschĂ€mt es weniger.
Bettler aber sollte man ganz abschaffen!Wahrlich, man Àrgert sich ihnen zu gebenund Àrgert sich ihnen nicht zu geben.
Und insgleichen die SĂŒnder und bösen Gewissen!Glaubt mir, meine Freunde: Gewissensbisse erziehn zum Beissen.
Das Schlimmste aber sind die kleinen Gedanken.Wahrlich, besser noch bös gethan, als klein gedacht!
Zwar ihr sagt: âdie Lust an kleinen Bosheitenerspart uns manche grosse böse That.âAber hier sollte man nicht sparen wollen.
Wie ein GeschwĂŒr ist die böse That:sie juckt und kratzt und bricht heraus, â sie redet ehrlich.
âSiehe, ich bin Krankheitâ â so redet die böse That;das ist ihre Ehrlichkeit.
Aber dem Pilze gleich ist der kleine Gedanke:er kriecht und duckt sich und will nirgendswo seinâ bis der ganze Leib morsch und welk ist vor kleinen Pilzen.
Dem aber, der vom Teufel besessen ist,sage ich diess Wort inâs Ohr:âbesser noch, du ziehest deinen Teufel gross!Auch fĂŒr dich giebt es noch einen Weg der Grösse!â â
Ach, meine BrĂŒder! Man weiss von Jedermann Etwas zu viel!Und Mancher wird uns durchsichtig,aber desshalb können wir noch lange nicht durch ihn hindurch.
Es ist schwer, mit Menschen zu leben,weil Schweigen so schwer ist.
Und nicht gegen Den, der uns zuwider ist,sind wir am unbilligsten,sondern gegen Den, welcher uns gar Nichts angeht.
Hast du aber einen leidenden Freund,so sei seinem Leiden eine RuhestĂ€tte,doch gleichsam ein hartes Bett, ein Feldbett:so wirst du ihm am besten nĂŒtzen.
Und thut dir ein Freund Ăbles, so sprich:âich vergebe dir, was du mir thatest;dass du es aber dir thatest, â wie könnte ich das vergeben!â
Also redet alle grosse Liebe:die ĂŒberwindet auch noch Vergebung und Mitleiden.
Man soll sein Herz festhalten;denn lÀsst man es gehn,wie bald geht Einem da der Kopf durch!
Ach, wo in der Welt geschahen grössere Thorheiten,als bei den Mitleidigen?Und was in der Welt stiftete mehr Leid,als die Thorheiten der Mitleidigen?
Wehe allen Liebenden, die nicht noch eine Höhe haben,welche ĂŒber ihrem Mitleiden ist!
Also sprach der Teufel einst zu mir:âauch Gott hat seine Hölle:das ist seine Liebe zu den Menschen.â
Und jĂŒngst hörte ich ihn diess Wort sagen:âGott ist todt;an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gott gestorben.â â
So seid mir gewarnt vor dem Mitleiden:daher kommt noch den Menschen eine schwere Wolke!Wahrlich, ich verstehe mich auf Wetterzeichen!
Merket aber auch diess Wort:alle grosse Liebe ist noch ĂŒber all ihrem Mitleiden:denn sie will das Geliebte noch â schaffen!
âMich selber bringe ich meiner Liebe dar,und meinen NĂ€chsten gleich mirââ so geht die Rede allen Schaffenden.
Alle Schaffenden aber sind hart. â
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Von den Priestern.
Und einstmals gab Zarathustra seinen JĂŒngern ein Zeichenund sprach diese Worte zu ihnen:
âHier sind Priester: und wenn es auch meine Feinde sind,geht mir still an ihnen vorĂŒber und mit schlafendem Schwerte!
Auch unter ihnen sind Helden; Viele von ihnen litten zuviel â:so wollen sie Andre leiden machen.
Böse Feinde sind sie:Nichts ist rachsĂŒchtiger als ihre Demuth.Und leicht besudelt sich Der, welcher sie angreift.
Aber mein Blut ist mit dem ihren verwandt;und ich will mein Blut auch noch in dem ihren geehrt wissen.â â
Und als sie vorĂŒber gegangen waren,fiel Zarathustra der Schmerz an;und nicht lange hatte er mit seinem Schmerze gerungen,da hub er also an zu reden:
Es jammert mich dieser Priester.Sie gehen mir auch wider den Geschmack;aber das ist mir das Geringste, seit ich unter Menschen bin.
Aber ich leide und litt mit ihnen:Gefangene sind es mir und Abgezeichnete.Der, welchen sie Erlöser nennen, schlug sie in Banden: â
In Banden falscher Werthe und Wahn-Worte!Ach dass Einer sie noch von ihrem Erlöser erlöste!
Auf einem Eilande glaubten sie einst zu landen,als das Meer sie herumriss;aber siehe, es war ein schlafendes Ungeheuer!
Falsche Werthe und Wahn-Worte:das sind die schlimmsten Ungeheuer fĂŒr Sterbliche,â lange schlĂ€ft und wartet in ihnen das VerhĂ€ngniss.
Aber endlich kommt es und wacht und frisst und schlingt,was auf ihm sich HĂŒtten baute.
Oh seht mir doch diese HĂŒtten an,die sich diese Priester bauten!Kirchen heissen sie ihre sĂŒssduftenden Höhlen.
Oh ĂŒber diess verfĂ€lschte Licht, diese verdumpfte Luft!Hier, wo die Seele zu ihrer Höhe hinauf â nicht fliegen darf!
Sondern also gebietet ihr Glaube:âauf den Knien die Treppe hinan, ihr SĂŒnder!â
Wahrlich, lieber sehe ich noch den Schamlosen,als die verrenkten Augen ihrer Scham und Andacht!
Wer schuf sich solche Höhlen und Buss-Treppen?Waren es nicht Solche, die sich verbergen wolltenund sich vor dem reinen Himmel schÀmten?
Und erst wenn der reine Himmel wieder durch zerbrochne Decken blickt,und hinab auf Gras und rothen Mohn an zerbrochnen Mauern,â will ich den StĂ€tten dieses Gottes wieder mein Herz zuwenden.
Sie nannten Gott, was ihnen widersprach und wehe that:und wahrlich, es war viel Helden-Art in ihrer Anbetung!
Und nicht anders wussten sie ihren Gott zu lieben,als indem sie den Menschen anâs Kreuz schlugen!
Als Leichname gedachten sie zu leben,schwarz schlugen sie ihren Leichnam aus;auch aus ihren Reden rieche ich noch die ĂŒble WĂŒrze von Todtenkammern.
Und wer ihnen nahe lebt, der lebt schwarzen Teichen nahe,aus denen heraus die Unke ihr Lied mit sĂŒssem Tiefsinne singt.
Bessere Lieder mĂŒssten sie mir singen,dass ich an ihren Erlöser glauben lerne:erlöster mĂŒssten mir seine JĂŒnger aussehen!
Nackt möchte ich sie sehn:denn allein die Schönheit sollte Busse predigen.Aber wen ĂŒberredet wohl diese vermummte TrĂŒbsal!
Wahrlich, ihre Erlöser selber kamen nicht aus der Freiheitund der Freiheit siebentem Himmel!Wahrlich, sie selber wandelten niemals auf den Teppichen der Erkenntniss!
Aus LĂŒcken bestand der Geist dieser Erlöser;aber in jede LĂŒcke hatten sie ihren Wahn gestellt,ihren LĂŒckenbĂŒsser, den sie Gott nannten.
In ihrem Mitleiden war ihr Geist ertrunken,und wenn sie schwollen und ĂŒberschwollen von Mitleiden,schwamm immer obenauf eine grosse Thorheit.
Eifrig trieben sie und mit Geschrei ihre Heerde ĂŒber ihren Steg:wie als ob es zur Zukunft nur Einen Steg gĂ€be!Wahrlich, auch diese Hirten gehörten noch zu den Schafen!
Kleine Geister und umfĂ€ngliche Seelen hatten diese Hirten:aber, meine BrĂŒder, was fĂŒr kleine LĂ€nderwaren bisher auch die umfĂ€nglichsten Seelen!
Blutzeichen schrieben sie auf den Weg, den sie giengen,und ihre Thorheit lehrte, dass man mit Blut die Wahrheit beweise.
Aber Blut ist der schlechteste Zeuge der Wahrheit;Blut vergiftet die reinste Lehre noch zu Wahn und Hass der Herzen.
Und wenn Einer durchâs Feuer geht fĂŒr seine Lehre,â was beweist diess!Mehr istâs wahrlich, dass aus eignem Brande die eigne Lehre kommt!
SchwĂŒles Herz und kalter Kopf: wo diess zusammentrifft,da entsteht der Brausewind, der âErlöserâ.
Grössere gab es wahrlich und Höher-Geborene,als Die, welche das Volk Erlöser nennt,diese hinreissenden Brausewinde!
Und noch von Grösseren, als alle Erlöser waren,mĂŒsst ihr, meine BrĂŒder, erlöst werden,wollt ihr zur Freiheit den Weg finden!
Niemals noch gab es einen Ăbermenschen.Nackt sah ich Beide, den grössten und den kleinsten Menschen: â
AllzuĂ€hnlich sind sie noch einander.Wahrlich, auch den Grössten fand ich â allzumenschlich!
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Von den Tugendhaften.
Mit Donnern und himmlischen Feuerwerkenmuss man zu schlaffen und schlafenden Sinnen reden.
Aber der Schönheit Stimme redet leise:sie schleicht sich nur in die aufgewecktesten Seelen.
Leise erbebte und lachte mir heut mein Schild;das ist der Schönheit heiliges Lachen und Beben.
Ăber euch, ihr Tugendhaften, lachte heut meine Schönheit.Und also kam ihre Stimme zu mir:âsie wollen noch â bezahlt sein!â
Ihr wollt noch bezahlt sein, ihr Tugendhaften!Wollt Lohn fĂŒr Tugend und Himmel fĂŒr Erdenund Ewiges fĂŒr euer Heute haben?
Und nun zĂŒrnt ihr mir, dass ich lehre,es giebt keinen Lohn- und Zahlmeister?Und wahrlich, ich lehre nicht einmal, dass Tugend ihr eigener Lohn ist.
Ach, das ist meine Trauer: in den Grund der Dingehat man Lohn und Strafe hineingelogenâ und nun auch noch in den Grund eurer Seelen, ihr Tugendhaften!
Aber dem RĂŒssel des Ebers gleich soll mein Wortden Grund eurer Seelen aufreissen;Pflugschar will ich euch heissen.
Alle Heimlichkeiten eures Grundes sollen anâs Licht;und wenn ihr aufgewĂŒhlt und zerbrochen in der Sonne liegt,wird auch eure LĂŒge von eurer Wahrheit ausgeschieden sein.
Denn diess ist eure Wahrheit: ihr seid zu reinlichfĂŒr den Schmutz der Worte: Rache, Strafe, Lohn, Vergeltung.
Ihr liebt eure Tugend, wie die Mutter ihr Kind;aber wann hörte man, dass eine Mutter bezahlt sein wollte fĂŒr ihre Liebe?
Es ist euer liebstes Selbst, eure Tugend.Des Ringes Durst ist in euch: sich selber wieder zu erreichen,dazu ringt und dreht sich jeder Ring.
Und dem Sterne gleich, der erlischt, ist jedes Werk eurer Tugend:immer ist sein Licht noch unterwegs und wandertâ und wann wird es nicht mehr unterwegs sein?
Also ist das Licht eurer Tugend noch unterwegs,auch wenn das Werk gethan ist.Mag es nun vergessen und todt sein:sein Strahl von Licht lebt noch und wandert.
Dass eure Tugend euer Selbst sei und nicht ein Fremdes,eine Haut, eine BemĂ€ntelung: das ist die Wahrheitaus dem Grunde eurer Seele, ihr Tugendhaften! â
Aber wohl giebt es Solche,denen Tugend der Krampf unter einer Peitsche heisst:und ihr habt mir zuviel auf deren Geschrei gehört!
Und Andre giebt es, die heissen Tugend das Faulwerden ihrer Laster;und wenn ihr Hass und ihre Eifersucht einmal die Glieder strecken,wird ihre âGerechtigkeitâ munter und reibt sich die verschlafenen Augen.
Und Andre giebt es, die werden abwĂ€rts gezogen: ihre Teufel ziehn sie.Aber je mehr sie sinken, um so glĂŒhender leuchtet ihr Augeund die Begierde nach ihrem Gotte.
Ach, auch deren Geschrei drang zu euren Ohren, ihr Tugendhaften:âwas ich nicht bin, das, das ist mir Gott und Tugend!â
Und Andre giebt es, die kommen schwer und knarrend daher,gleich WĂ€gen, die Steine abwĂ€rts fahren:die reden viel von WĂŒrde und Tugend,â ihren Hemmschuh heissen sie Tugend!
Und Andre giebt es, die sind gleich Alltags-Uhren,die aufgezogen wurden;sie machen ihr Tiktak und wollen, dass man Tiktak â Tugend heisse.
Wahrlich, an Diesen habe ich meine Lust:wo ich solche Uhren finde, werde ich sie mit meinem Spotte aufziehn;und sie sollen mir dabei noch schnurren!
Und Andre sind stolz ĂŒber ihre Handvoll Gerechtigkeitund begehen um ihrerwillen Frevel an allen Dingen:also dass die Welt in ihrer Ungerechtigkeit ertrĂ€nkt wird.
Ach, wie ĂŒbel ihnen das Wort âTugendâ aus dem Munde lĂ€uft!Und wenn sie sagen âich bin gerecht,âso klingt es immer gleich wie: âich bin gerĂ€cht!â
Mit ihrer Tugend wollen sie ihren Feinden die Augen auskratzen;und sie erheben sich nur, um Andre zu erniedrigen.
Und wiederum giebt es Solche, die sitzen in ihrem Sumpfeund reden also heraus aus dem Schilfrohr:âTugend â das ist still im Sumpfe sitzen.
Wir beissen Niemanden und gehen Dem aus dem Wege, der beissen will;und in Allem haben wir die Meinung, die man uns giebt.â
Und wiederum giebt es Solche, die lieben GebÀrden und denken:Tugend ist eine Art GebÀrde.
Ihre Kniee beten immer an,und ihre HĂ€nde sind Lobpreisungen der Tugend,aber ihr Herz weiss Nichts davon.
Und wiederum giebt es Solche, die halten es fĂŒr Tugend, zu sagen:âTugend ist nothwendigâ; aber sie glauben im Grunde nur daran,dass Polizei nothwendig ist.
Und Mancher, der das Hohe an den Menschen nicht sehen kann,nennt es Tugend, dass er ihr Niedriges allzunahe sieht:also heisst er seinen bösen Blick Tugend.
Und Einige wollen erbaut und aufgerichtet sein und heissen es Tugend;und Andre wollen umgeworfen sein â und heissen es auch Tugend.
Und derart glauben fast Alle daran, Antheil zu haben an der Tugend;und zum Mindesten will ein Jeder Kenner sein ĂŒber âgutâ und âböseâ.
Aber nicht dazu kam Zarathustra, allen diesen LĂŒgnern und Narren zu sagen:âwas wisst ihr von Tugend! Was könntet ihr von Tugend wissen!â â
Sondern, dass ihr, meine Freunde, der alten Worte mĂŒde wĂŒrdet,welche ihr von den Narren und LĂŒgnern gelernt habt:
MĂŒde wĂŒrdet der Wort âLohn,â âVergeltung,â âStrafe,ââRache in der Gerechtigkeitâ â
MĂŒde wĂŒrdet zu sagen âdass eine Handlung gut ist,das macht, sie ist selbstlos.â
Ach, meine Freunde! Dass euer Selbst in der Handlung sei,wie die Mutter im Kinde ist: das sei mir euer Wort von Tugend!
Wahrlich, ich nahm euch wohl hundert Worteund eurer Tugend liebste Spielwerke;und nun zĂŒrnt ihr mir, wie Kinder zĂŒrnen.
Sie spielten am Meere, â da kam die Welleund riss ihnen ihr Spielwerk in die Tiefe: nun weinen sie.
Aber die selbe Welle soll ihnen neue Spielwerke bringenund neue bunte Muscheln vor sie hin ausschĂŒtten!
So werden sie getröstet sein; und gleich ihnen sollt auch ihr,meine Freunde, eure Tröstungen habenâ und neue bunte Muscheln! â
Also sprach Zarathustra.
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* *
Vom Gesindel.
Das Leben ist ein Born der Lust;aber wo das Gesindel mit trinkt, da sind alle Brunnen vergiftet.
Allem Reinlichen bin ich hold;aber ich mag die grinsenden MĂ€uler nicht sehnund den Durst der Unreinen.
Sie warfen ihr Auge hinab in den Brunnen:nun glÀnzt mir ihr widriges LÀcheln herauf aus dem Brunnen.
Das heilige Wasser haben sie vergiftet mit ihrer LĂŒsternheit;und als sie ihre schmutzigen TrĂ€ume Lust nannten,vergifteten sie auch noch die Worte.
Unwillig wird die Flamme, wenn sie ihre feuchten Herzen anâs Feuer legen;der Geist selber brodelt und raucht,wo das Gesindel anâs Feuer tritt.
SĂŒsslich und ĂŒbermĂŒrbe wird in ihrer Hand die Frucht:windfĂ€llig und wipfeldĂŒrr macht ihr Blick den Fruchtbaum.
Und Mancher, der sich vom Leben abkehrte,kehrte sich nur vom Gesindel ab:er wollte nicht Brunnen und Flamme und Frucht mit dem Gesindel theilen.
Und Mancher, der in die WĂŒste gieng und mit Raubthieren Durst litt,wollte nur nicht mit schmutzigen Kameeltreibern um die Cisterne sitzen.
Und Mancher, der wie ein Vernichter daher kamund wie ein Hagelschlag allen Fruchtfeldern,wollte nur seinen Fuss dem Gesindel in den Rachen setzenund also seinen Schlund stopfen.
Und nicht das ist der Bissen, an dem ich am meisten wĂŒrgte,zu wissen, dass das Leben selber Feindschaft nöthig hatund Sterben und Marterkreuze: â
Sondern ich fragte einst und erstickte fast an meiner Frage:wie? hat das Leben auch das Gesindel nöthig?
Sind vergiftete Brunnen nöthig und stinkende Feuerund beschmutzte TrÀume und Maden im Lebensbrode?
Nicht mein Hass, sondern mein Ekel frass mir hungrig am Leben!Ach, des Geistes wurde ich oft mĂŒde,als ich auch das Gesindel geistreich fand!
Und den Herrschenden wandtâ ich den RĂŒcken, als ich sah,was sie jetzt Herrschen nennen:schachern und markten um Macht â mit dem Gesindel!
Unter Völkern wohnte ich fremder Zunge, mit verschlossenen Ohren:dass mir ihres Schacherns Zunge fremd bliebeund ihr Markten um Macht.
Und die Nase mir haltend, gieng ich unmuthig durch alles Gestern und Heute:wahrlich, ĂŒbel riecht alles Gestern und Heutenach dem schreibenden Gesindel!
Einem KrĂŒppel gleich, der taub und blind und stumm wurde:also lebte ich lange,dass ich nicht mit Macht- und Schreib- und Lust-Gesindel lebte.
MĂŒhsam stieg mein Geist Treppen, und vorsichtig;Almosen der Lust waren sein Labsal;am Stabe schlich dem Blinden das Leben.
Was geschah mir doch? Wie erlöste ich mich vom Ekel?Wer verjĂŒngte mein Auge? Wie erflog ich die Höhe,wo kein Gesindel mehr am Brunnen sitzt?
Schuf mein Ekel selber mir FlĂŒgel und quellenahnende KrĂ€fte?Wahrlich, inâs Höchste musste ich fliegen,dass ich den Born der Lust wiederfĂ€nde!
Oh, ich fand ihn, meine BrĂŒder!Hier im Höchsten quillt mir der Born der Lust!Und es giebt ein Leben, an dem kein Gesindel mit trinkt!
Fast zu heftig strömst du mir, Quell der Lust!Und oft leerst du den Becher wieder,dadurch dass du ihn fĂŒllen willst!
Und noch muss ich lernen, bescheidener dir zu nahen:allzuheftig strömt dir noch mein Herz entgegen: â
Mein Herz, auf dem mein Sommer brennt,der kurze, heisse, schwermĂŒthige, ĂŒberselige:wie verlangt mein Sommer-Herz nach deiner KĂŒhle!
Vorbei die zögernde TrĂŒbsal meines FrĂŒhlings!VorĂŒber die Bosheit meiner Schneeflocken im Juni!Sommer wurde ich ganz und Sommer-Mittag!
Ein Sommer im Höchsten mit kalten Quellen und seliger Stille:oh kommt, meine Freunde, dass die Stille noch seliger werde!
Denn diess ist unsre Höhe und unsre Heimat:zu hoch und steil wohnen wir hier allen Unreinen und ihrem Durste.
Werft nur eure reinen Augen in den Born meiner Lust, ihr Freunde!Wie sollte er darob trĂŒbe werden!Entgegenlachen soll er euch mit seiner Reinheit.
Auf dem Baume Zukunft bauen wir unser Nest;Adler sollen uns Einsamen Speise bringen in ihren SchnÀbeln!
Wahrlich, keine Speise, an der Unsaubere mitessen dĂŒrften!Feuer wĂŒrden sie zu fressen wĂ€hnen und sich die MĂ€uler verbrennen!
Wahrlich, keine HeimstĂ€tten halten wir hier bereit fĂŒr Unsaubere!Eishöhle wĂŒrde ihren Leibern unser GlĂŒck heissen und ihren Geistern!
Und wie starke Winde wollen wir ĂŒber ihnen leben,Nachbarn den Adlern, Nachbarn dem Schnee, Nachbarn der Sonne:also leben starke Winde.
Und einem Winde gleich will ich einst noch zwischen sie blasenund mit meinem Geiste ihrem Geiste den Athem nehmen:so will es meine Zukunft.
Wahrlich, ein starker Wind ist Zarathustra allen Niederungen;und solchen Rath rĂ€th er seinen Feindenund Allem, was spuckt und speit:âhĂŒtet euch gegen den Wind zu speien!â
Also sprach Zarathustra.
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Von den Taranteln.
Siehe, das ist der Tarantel Höhle! Willst du sie selber sehn?Hier hĂ€ngt ihr Netz: rĂŒhre daran, dass es erzittert.
Da kommt sie willig: willkommen, Tarantel!Schwarz sitzt auf deinem RĂŒcken dein Dreieck und Wahrzeichen;und ich weiss auch, was in deiner Seele sitzt.
Rache sitzt in deiner Seele: wohin du beissest,da wÀchst schwarzer Schorf;mit Rache macht dein Gift die Seele drehend!
Also rede ich zu euch im Gleichniss,die ihr die Seelen drehend macht, ihr Prediger der Gleichheit!Taranteln seid ihr mir und versteckte RachsĂŒchtige!
Aber ich will eure Verstecke schon anâs Licht bringen:darum lache ich euch inâs Antlitz mein GelĂ€chter der Höhe.
Darum reisse ich an eurem Netze,dass eure Wuth euch aus eurer LĂŒgen-Höhle locke,und eure Rache hervorspringe hinter eurem Wort âGerechtigkeit.â
Denn dass der Mensch erlöst werde von der Rache:das ist mir die BrĂŒcke zur höchsten Hoffnungund ein Regenbogen nach langen Unwettern.
Aber anders wollen es freilich die Taranteln.âDas gerade heisse uns Gerechtigkeit,dass die Welt voll werde von den Unwettern unsrer Racheââ also reden sie mit einander.
âRache wollen wir ĂŒben und Beschimpfung an Allen,die uns nicht gleich sindââ so geloben sich die Tarantel-Herzen.
Und âWille zur Gleichheitâ â das selber soll fĂŒrderhinder Name fĂŒr Tugend werden;und gegen Alles, was Macht hat, wollen wir unser Geschrei erheben!â
Ihr Prediger der Gleichheit, der Tyrannen-Wahnsinn der Ohnmachtschreit also aus euch nach âGleichheitâ:eure heimlichsten Tyrannen-GelĂŒste vermummen sich also in Tugend-Worte!
VergrĂ€mter DĂŒnkel, verhaltener Neid,vielleicht eurer VĂ€ter DĂŒnkel und Neid:aus euch brichtâs als Flamme heraus und Wahnsinn der Rache.
Was der Vater schwieg, das kommt im Sohne zum Reden;und oft fand ich den Sohn als des Vaters entblösstes Geheimniss.
Den Begeisterten gleichen sie: aber nicht das Herz ist es,was sie begeistert, â sondern die Rache.Und wenn sie fein und kalt werden, istâs nicht der Geist,sondern der Neid, der sie fein und kalt macht.
Ihre Eifersucht fĂŒhrt sie auch auf der Denker Pfade;und diess ist das Merkmal ihrer Eifersucht â immer gehn sie zu weit:dass ihre MĂŒdigkeit sich zuletzt noch auf Schnee schlafen legen muss.
Aus jeder ihrer Klagen tönt Rache,in jedem ihrer LobsprĂŒche ist ein Wehethun;und Richter-sein scheint ihnen Seligkeit.
Also aber rathe ich euch, meine Freunde:misstraut Allen, in welchen der Trieb, zu strafen, mÀchtig ist!
Das ist Volk schlechter Art und Abkunft;aus ihren Gesichtern blickt der Henker und der SpĂŒrhund.
Misstraut allen Denen, die viel von ihrer Gerechtigkeit reden!Wahrlich, ihren Seelen fehlt es nicht nur an Honig.
Und wenn sie sich selber âdie Guten und Gerechtenâ nennen,so vergesst nicht, dass ihnen zum PharisĂ€er Nichts fehlt als â Macht!
Meine Freunde, ich will nicht vermischt und verwechselt werden.
Es giebt Solche, die predigen meine Lehre vom Leben:und zugleich sind sie Prediger der Gleichheit und Taranteln.
Dass sie dem Leben zu Willen reden,ob sie gleich in ihrer Höhle sitzen, diese Gift-Spinnen,und abgekehrt vom Leben: das macht, sie wollen damit wehethun.
Solchen wollen sie damit wehethun, die jetzt die Macht haben:denn bei diesen ist noch die Predigt vom Tode am besten zu Hause.
WĂ€re es anders, so wĂŒrden die Taranteln anders lehren:und gerade sie waren ehemals die besten Welt-Verleumder und Ketzer-Brenner.
Mit diesen Predigern der Gleichheit will ich nicht vermischtund verwechselt sein.Denn so redet mir die Gerechtigkeit:âdie Menschen sind nicht gleich.â
Und sie sollen es auch nicht werden!Was wĂ€re denn meine Liebe zum Ăbermenschen, wenn ich anders sprĂ€che?
Auf tausend BrĂŒcken und Stegen sollen sie sich drĂ€ngen zur Zukunft,und immer mehr Krieg und Ungleichheit soll zwischen sie gesetzt sein:so lĂ€sst mich meine grosse Liebe reden!
Erfinder von Bildern und Gespenstern sollen sie werdenin ihren Feindschaften,und mit ihren Bildern und Gespenstern sollen sie noch gegeneinanderden höchsten Kampf kÀmpfen!
Gut und Böse, und Reich und Arm, und Hoch und Gering,und alle Namen der Werthe: Waffen sollen es seinund klirrende Merkmale davon,dass das Leben sich immer wieder selber ĂŒberwinden muss!
In die Höhe will es sich bauen mit Pfeilern und Stufen,das Leben selber: in weite Fernen will es blickenund hinaus nach seligen Schönheiten, â darum braucht es Höhe!
Und weil es Höhe braucht, braucht es Stufenund Widerspruch der Stufen und Steigenden!Steigen will das Leben und steigend sich ĂŒberwinden.
Und seht mir doch, meine Freunde!Hier, wo der Tarantel Höhle ist,heben sich eines alten Tempels TrĂŒmmer aufwĂ€rts,â seht mir doch mit erleuchteten Augen hin!
Wahrlich, wer hier einst seine Gedanken in Stein nach Oben thĂŒrmte,um das Geheimniss alles Lebens wusste er gleich dem Weisesten!
Dass Kampf und Ungleiches auch noch in der Schönheit seiund Krieg um Macht und Ăbermacht:das lehrt er uns hier im deutlichsten Gleichniss.
Wie sich göttlich hier Gewölbe und Bogen brechen, im Ringkampfe:wie mit Licht und Schatten sie wider einander streben,die göttlich-Strebenden â
Also sicher und schön lasst uns auch Feinde sein, meine Freunde!Göttlich wollen wir wider einander streben! â
Wehe! Da biss mich selber die Tarantel, meine alte Feindin!Göttlich sicher und schön biss sie mich in den Finger!
âStrafe muss sein und Gerechtigkeit â so denkt sie:nicht umsonst soll er hier der Feindschaft zu Ehren Lieder singen!â
Ja, sie hat sich gerÀcht! Und wehe!nun wird sie mit Rache auch noch meine Seele drehend machen!
Dass ich mich aber nicht drehe, meine Freunde,bindet mich fest hier an diese SĂ€ule!Lieber noch SĂ€ulen-Heiliger will ich sein, als Wirbel der Rachsucht!
Wahrlich, kein Dreh- und Wirbelwind ist Zarathustra;und wenn er ein TĂ€nzer ist, nimmermehr doch ein Tarantel-TĂ€nzer! â
Also sprach Zarathustra.
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Von den berĂŒhmten Weisen.
Dem Volke habt ihr gedient und des Volkes Aberglauben,ihr berĂŒhmten Weisen alle! â und nicht der Wahrheit!Und gerade darum zollte man euch Ehrfurcht.
Und darum auch ertrug man euren Unglauben,weil er ein Witz und Umweg war zum Volke.So lĂ€sst der Herr seine Sclaven gewĂ€hrenund ergötzt sich noch an ihrem Ăbermuthe.
Aber wer dem Volke verhasst ist wie ein Wolf den Hunden:das ist der freie Geist, der Fessel-Feind,der Nicht-Anbeter, der in WĂ€ldern Hausende.
Ihn zu jagen aus seinem Schlupfeâ das hiess immer dem Volke âSinn fĂŒr das Rechteâ:gegen ihn hetzt es noch immer seine scharfzahnigsten Hunde.
âDenn die Wahrheit ist da: ist das Volk doch da!Wehe, wehe den Suchenden!â â also scholl es von jeher.
Eurem Volke wolltet ihr Recht schaffen in seiner Verehrung:das hiesset ihr âWille zur Wahrheit,â ihr berĂŒhmten Weisen!
Und euer Herz sprach immer zu sich: âvom Volke kam ich:von dort her kam mir auch Gottes Stimme.â
Hart-nackig und klug, dem Esel gleich,wart ihr immer als des Volkes FĂŒrsprecher.
Und mancher MĂ€chtige, der gut fahren wollte mit dem Volke,spannte vor seine Rosse noch â ein Eselein, einen berĂŒhmten Weisen.
Und nun wollte ich, ihr berĂŒhmten Weisen,ihr wĂŒrfet endlich das Fell des Löwen ganz von euch!
Das Fell des Raubthiers, das buntgefleckte, und die Zotten des Forschenden,Suchenden, Erobernden!
Ach, dass ich an eure âWahrhaftigkeitâ glauben lerne,dazu mĂŒsstet ihr mir erst euren verehrenden Willen zerbrechen.
Wahrhaftig â so heisse ich Den, der in götterlose WĂŒsten gehtund sein verehrendes Herz zerbrochen hat.
Im gelben Sande und verbrannt von der Sonneschielt er wohl durstig nach den quellenreichen Eilanden,wo Lebendiges unter dunkeln BĂ€umen ruht.
Aber sein Durst ĂŒberredet ihn nicht, diesen Behaglichen gleich zu werden:denn wo Oasen sind, da sind auch Götzenbilder.
Hungernd, gewaltthÀtig, einsam, gottlos:so will sich selber der Löwen-Wille.
Frei von dem GlĂŒck der Knechte, erlöst von Göttern und Anbetungen,furchtlos und fĂŒrchterlich, gross und einsam:so ist der Wille des Wahrhaftigen.
In der WĂŒste wohnten von je die Wahrhaftigen, die freien Geister,als der WĂŒste Herren; aber in den StĂ€dten wohnendie gutgefĂŒtterten, berĂŒhmten Weisen, â die Zugthiere.
Immer nĂ€mlich ziehen sie, als Esel â des Volkes Karren!
Nicht dass ich ihnen darob zĂŒrne:aber Dienende bleiben sie mir und Angeschirrte,auch wenn sie von goldnem Geschirre glĂ€nzen.
Und oft waren sie gute Diener und preiswĂŒrdige.Denn so spricht die Tugend: âmusst du Diener sein,so suche Den, welchem dein Dienst am besten nĂŒtzt!
âDer Geist und die Tugend deines Herrn sollen wachsen,dadurch dass du sein Diener bist:so wĂ€chsest du selber mit seinem Geiste und seiner Tugend!â
Und wahrlich, ihr berĂŒhmten Weisen, ihr Diener des Volkes!Ihr selber wuchset mit des Volkes Geist und Tugendâ und das Volk durch euch! Zu euren Ehren sage ich das!
Aber Volk bleibt ihr mir auch noch in euren Tugenden,Volk mit blöden Augen, â Volk, das nicht weiss, was Geist ist!
Geist ist das Leben, das selber inâs Leben schneidet:an der eignen Qual mehrt es sich das eigne Wissen,â wusstet ihr das schon?
Und des Geistes GlĂŒck ist diess: gesalbt zu seinund durch ThrĂ€nen geweiht zum Opferthier,â wusstet ihr das schon?
Und die Blindheit des Blinden und sein Suchen und Tappensoll noch von der Macht der Sonne zeugen,in die er schaute, â wusstet ihr das schon?
Und mit Bergen soll der Erkennende bauen lernen!Wenig ist es, dass der Geist Berge versetzt,â wusstet ihr das schon?
Ihr kennt nur des Geistes Funken: aber ihr seht den Ambos nicht,der er ist, und nicht die Grausamkeit seines Hammers!
Wahrlich, ihr kennt des Geistes Stolz nicht!Aber noch weniger wĂŒrdet ihr des Geistes Bescheidenheit ertragen,wenn sie einmal reden wollte!
Und niemals noch durftet ihr euren Geist in eine Grubevon Schnee werfen: ihr seid nicht heiss genug dazu!So kennt ihr auch die EntzĂŒckungen seiner KĂ€lte nicht.
In Allem aber thut ihr mir zu vertraulich mit dem Geiste;und aus der Weisheit machtet ihr oft ein Armen- und KrankenhausfĂŒr schlechte Dichter.
Ihr seid keine Adler: so erfuhrt ihr auch das GlĂŒckim Schrecken des Geistes nicht.Und wer kein Vogel ist, soll sich nicht ĂŒber AbgrĂŒnden lagern.
Ihr seid mir Laue: aber kalt strömt jede tiefe Erkenntniss.Eiskalt sind die innersten Brunnen des Geistes:ein Labsal heissen HÀnden und Handelnden.
Ehrbar steht ihr mir da und steif und mit geradem RĂŒcken,ihr berĂŒhmten Weisen! â euch treibt kein starker Wind und Wille.
Saht ihr nie ein Segel ĂŒber das Meer gehn,gerĂŒndet und geblĂ€ht und zitternd vor dem UngestĂŒm des Windes?
Dem Segel gleich, zitternd vor dem UngestĂŒm des Geistes,geht meine Weisheit ĂŒber das Meer â meine wilde Weisheit!
Aber ihr Diener des Volkes, ihr berĂŒhmten Weisen,â wie könntet ihr mit mir gehn! â
Also sprach Zarathustra.
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Das Nachtlied.
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden.Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir;das will laut werden.Eine Begierde nach Liebe ist in mir,die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: ach, dass ich Nacht wĂ€re!Aber diess ist meine Einsamkeit,dass ich von Licht umgĂŒrtet bin.
Ach, dass ich dunkel wĂ€re und nĂ€chtig!Wie wollte ich an den BrĂŒsten des Lichts saugen!
Und euch selber wollte ich noch segnen,ihr kleinen Funkelsterne und LeuchtwĂŒrmer droben!â und selig sein ob eurer Licht-Geschenke.
Aber ich lebe in meinem eignen Lichte,ich trinke die Flammen in mich zurĂŒck, die aus mir brechen.
Ich kenne das GlĂŒck des Nehmenden nicht;und oft trĂ€umte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein mĂŒsse,als Nehmen.
Das ist meine Armuth, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken;das ist mein Neid, dass ich wartende Augen seheund die erhellten NĂ€chte der Sehnsucht.
Oh Unseligkeit aller Schenkenden! Oh Verfinsterung meiner Sonne!Oh Begierde nach Begehren! Oh Heisshunger in der SĂ€ttigung!
Sie nehmen von mir: aber rĂŒhre ich noch an ihre Seele?Eine Kluft ist zwischen Geben und Nehmen;und die kleinste Kluft ist am letzten zu ĂŒberbrĂŒcken.
Ein Hunger wĂ€chst aus meiner Schönheit:wehethun möchte ich Denen, welchen ich leuchte,berauben möchte ich meine Beschenkten:â also hungere ich nach Bosheit.
Die Hand zurĂŒckziehend, wenn sich schon ihr die Hand entgegenstreckt;dem Wasserfalle gleich zögernd, der noch im Sturze zögert:â also hungere ich nach Bosheit.
Mein GlĂŒck im Schenken erstarb im Schenken,meine Tugend wurde ihrer selber mĂŒde an ihrem Ăberflusse!
Wer immer schenkt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere;wer immer austheilt, dessen Hand und Herz hat Schwielenvor lauter Austheilen.
Mein Auge quillt nicht mehr ĂŒber vor der Scham der Bittenden;meine Hand wurde zu hart fĂŒr das Zittern gefĂŒllter HĂ€nde.
Wohin kam die ThrÀne meinem Auge und der Flaum meinem Herzen?Oh Einsamkeit aller Schenkenden! Oh Schweigsamkeit aller Leuchtenden!
Viel Sonnen kreisen im öden Raume:zu Allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte,â mir schweigen sie.
Oh diess ist die Feindschaft des Lichts gegen Leuchtendes,erbarmungslos wandelt es seine Bahnen.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen:kalt gegen Sonnen, â also wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich fliegen die Sonnen ihre Bahnen,das ist ihr Wandeln.Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre KĂ€lte.
Oh, ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr NĂ€chtigen,die ihr WĂ€rme schafft aus Leuchtendem!Oh, ihr erst trinkt euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Ach, Eis ist um mich, meine Hand verbrennt sich an Eisigem!Ach, Durst ist in mir, der schmachtet nach eurem Durste!
Nacht ist es: ach dass ich Licht sein muss!Und Durst nach NĂ€chtigem! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen,â nach Rede verlangt mich.
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden.Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden. â
Also sang Zarathustra.
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Das Tanzlied.
Eines Abends gieng Zarathustra mit seinen JĂŒngern durch den Wald;und als er nach einem Brunnen suchte, siehe,da kam er auf eine grĂŒne Wiese,die von BĂ€umen und GebĂŒsch still umstanden war:auf der tanzten MĂ€dchen mit einander.Sobald die MĂ€dchen Zarathustra erkannten,liessen sie vom Tanze ab;Zarathustra aber trat mit freundlicher GebĂ€rde zu ihnenund sprach diese Worte:
âLasst vom Tanze nicht ab, ihr lieblichen MĂ€dchen!Kein Spielverderber kam zu euch mit bösem Blick,kein MĂ€dchen-Feind.
Gottes FĂŒrsprecher bin ich vor dem Teufel:der aber ist der Geist der Schwere.Wie sollte ich, ihr Leichten, göttlichen TĂ€nzen feind sein?Oder MĂ€dchen-FĂŒssen mit schönen Knöcheln?
Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler BÀume:doch wer sich vor meinem Dunkel nicht scheut,der findet auch RosenhÀnge unter meinen Cypressen.
Und auch den kleinen Gott findet er wohl,der den MĂ€dchen der liebste ist:neben dem Brunnen liegt er, still, mit geschlossenen Augen.
Wahrlich, am hellen Tage schlief er mir ein, der Tagedieb!Haschte er wohl zu viel nach Schmetterlingen?
ZĂŒrnt mir nicht, ihr schönen Tanzenden,wenn ich den kleinen Gott ein Wenig zĂŒchtige!Schreien wird er wohl und weinen,â aber zum Lachen ist er noch im Weinen!
Und mit ThrÀnen im Auge soll er euch um einen Tanz bitten;und ich selber will ein Lied zu seinem Tanze singen:
Ein Tanz- und Spottlied auf den Geist der Schwere,meinen allerhöchsten grossmĂ€chtigsten Teufel, von dem sie sagen,dass er âder Herr der Weltâ sei.â â
Und diess ist das Lied, welches Zarathustra sang,als Cupido und die MĂ€dchen zusammen tanzten.
In dein Auge schaute ich jĂŒngst, oh Leben!Und inâs UnergrĂŒndliche schien ich mir da zu sinken.
Aber du zogst mich mit goldner Angel heraus;spöttisch lachtest du, als ich dich unergrĂŒndlich nannte.
âSo geht die Rede aller Fische, sprachst du;was sie nicht ergrĂŒnden, ist unergrĂŒndlich.
âAber verĂ€nderlich bin ich nur und wild und in Allem ein Weib,und kein tugendhaftes:
âOb ich schon euch MĂ€nnern âdie Tiefeâ heisse oder âdie Treueâ,âdie Ewigeâ, die âGeheimnissvolle.â
âDoch ihr MĂ€nner beschenkt uns stets mit den eignen Tugendenâ ach, ihr Tugendhaften!â
Also lachte sie, die Unglaubliche;aber ich glaube ihr niemals und ihrem Lachen,wenn sie bös von sich selber spricht.
Und als ich unter vier Augen mit meiner wilden Weisheit redete,sagte sie mir zornig: âDu willst, du begehrst, du liebst,darum allein lobst du das Leben!â
Fast hĂ€tte ich da bös geantwortet und der Zornigen die Wahrheit gesagt;und man kann nicht böser antworten, als wenn man seiner Weisheitâdie Wahrheit sagt.â
So nĂ€mlich steht es zwischen uns Dreien.Von Grund aus liebe ich nur das Lebenâ und, wahrlich, am meisten dann, wenn ich es hasse!
Dass ich aber der Weisheit gut bin und oft zu gut:das macht, sie erinnert mich gar sehr an das Leben!
Sie hat ihr Auge, ihr Lachen und sogar ihr goldnes AngelrĂŒthchen:was kann ich dafĂŒr, dass die Beiden sich so Ă€hnlich sehen?
Und als mich einmal das Leben fragte:Wer ist denn das, die Weisheit? â da sagte ich eifrig:âAch ja! die Weisheit!
Man dĂŒrstet um sie und wird nicht satt,man blickt durch Schleier, man hascht durch Netze.
Ist sie schön? Was weiss ich!Aber die Àltesten Karpfen werden noch mit ihr geködert.
VerĂ€nderlich ist sie und trotzig;oft sah ich sie sich die Lippe beissenund den Kamm wider ihres Haares Strich fĂŒhren.
Vielleicht ist sie böse und falsch, und in Allem ein Frauenzimmer;aber wenn sie von sich selber schlecht spricht,da gerade verfĂŒhrt sie am meisten.â
Als ich diess zu dem Leben sagte,da lachte es boshaft und machte die Augen zu.âVon wem redest du doch? sagte sie, wohl von mir?
Und wenn du Recht hĂ€ttest, â sagt man das mir so inâs Gesicht!Aber nun sprich doch auch von deiner Weisheit!â
Ach, und nun machtest du wieder dein Auge auf, oh geliebtes Leben!Und inâs UnergrĂŒndliche schien ich mir wieder zu sinken. â
Also sang Zarathustra. Als aber der Tanz zu Endeund die MĂ€dchen fortgegangen waren, wurde er traurig.
âDie Sonne ist lange schon hinunter, sagte er endlich;die Wiese ist feucht, von den WĂ€ldern her kommt KĂŒhle.
Ein Unbekanntes ist um mich und blickt nachdenklich.Was! Du lebst noch, Zarathustra?
Warum? WofĂŒr? Wodurch? Wohin? Wo? Wie?Ist es nicht Thorheit, noch zu leben? â
Ach, meine Freunde, der Abend ist es, der so aus mir fragt.Vergebt mir meine Traurigkeit!
Abend ward es: vergebt mir, dass es Abend ward!â
Also sprach Zarathustra.
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Das Grablied.
âDort ist die GrĂ€berinsel, die schweigsame;dort sind auch die GrĂ€ber meiner Jugend.Dahin will ich einen immergrĂŒnen Kranz des Lebens tragen.â
Also im Herzen beschliessend fuhr ich ĂŒber das Meer. â
Oh ihr, meiner Jugend Gesichte und Erscheinungen!Oh, ihr Blicke der Liebe alle, ihr göttlichen Augenblicke!Wie starbt ihr mir so schnell!Ich gedenke eurer heute wie meiner Todten.
Von euch her, meinen liebsten Todten, kommt mir ein sĂŒsser Geruch,ein herz- und thrĂ€nenlösender.Wahrlich, er erschĂŒttert und löst das Herz dem einsam Schiffenden.
Immer noch bin ich der Reichste und Bestzubeneidendeâ ich der Einsamste!Denn ich hatte euch doch, und ihr habt mich noch:sagt, wem fielen, wie mir, solche RosenĂ€pfel vom Baume?
Immer noch bin ich eurer Liebe Erbe und Erdreich,blĂŒhend zu eurem GedĂ€chtnissevon bunten wildwachsenen Tugenden, oh ihr Geliebtesten!
Ach, wir waren gemacht, einander nahe zu bleiben,ihr holden fremden Wunder;und nicht schĂŒchternen Vögeln gleich kamt ihr zu mirund meiner Begierde â nein, als Trauende zu dem Trauenden!
Ja, zur Treue gemacht, gleich mir, und zu zÀrtlichen Ewigkeiten:muss ich nun euch nach eurer Untreue heissen,ihr göttlichen Blicke und Augenblicke:keinen andern Namen lernte ich noch.
Wahrlich, zu schnell starbt ihr mir, ihr FlĂŒchtlinge.Doch floht ihr mich nicht, noch floh ich euch:unschuldig sind wir einander in unsrer Untreue.
Mich zu tödten, erwĂŒrgte man euch,ihr Singvögel meiner Hoffnungen!Ja, nach euch, ihr Liebsten, schoss immer die Bosheit Pfeileâ mein Herz zu treffen!
Und sie traf! Wart ihr doch stets mein Herzlichstes,mein Besitz und mein Besessen-sein:darum musstet ihr jung sterben und allzu frĂŒhe!
Nach dem Verwundbarsten, das ich besass, schoss man den Pfeil:das waret ihr, denen die Haut einem Flaume gleich istund mehr noch dem LĂ€cheln, das an einem Blick erstirbt!
Aber diess Wort will ich zu meinen Feinden reden:was ist alles Menschen-Morden gegen Das, was ihr mir thatet!
Böseres thatet ihr mir, als aller Menschen-Mord ist;Unwiederbringliches nahmt ihr mir:â also rede ich zu euch, meine Feinde!
Mordetet ihr doch meiner Jugend Gesichte und liebste Wunder!Meine Gespielen nahmt ihr mir, die seligen Geister!Ihrem GedÀchtnisse lege ich diesen Kranz und diesen Fluch nieder.
Diesen Fluch gegen euch, meine Feinde!Machtet ihr doch mein Ewiges kurz,wie ein Ton zerbricht in kalter Nacht!Kaum als Aufblinken göttlicher Augen kam es mir nur,â als Augenblick!
Also sprach zur guten Stunde einst meine Reinheit:âgöttlich sollen mir alle Wesen sein.â
Da ĂŒberfielt ihr mich mit schmutzigen Gespenstern;ach, wohin floh nun jene gute Stunde!
âAlle Tage sollen mir heilig seinââ so redete einst die Weisheit meiner Jugend:wahrlich, einer fröhlichen Weisheit Rede!
Aber da stahlt ihr Feinde mir meine NÀchteund verkauftet sie zu schlafloser Qual:ach, wohin floh nun jene fröhliche Weisheit?
Einst begehrte ich nach glĂŒcklichen Vogelzeichen:da fĂŒhrtet ihr mir ein Eulen-Unthier ĂŒber den Weg, ein widriges.Ach, wohin floh da meine zĂ€rtliche Begierde?
Allem Ekel gelobte ich einst zu entsagen:da verwandeltet ihr meine Nahen und NÀchsten in Eiterbeulen.Ach, wohin floh da mein edelstes Gelöbniss?
Als Blinder gieng ich einst selige Wege:da warft ihr Unflath auf den Weg des Blinden:und nun ekelte ihn des alten Blinden-Fusssteigs.
Und als ich mein Schwerstes thatund meiner Ăberwindungen Sieg feierte:da machtet ihr Die, welche mich liebten, schrein,ich thue ihnen am wehesten.
Wahrlich, das war immer euer Thun:ihr vergÀlltet mir meinen besten Honigund den Fleiss meiner besten Bienen.
Meiner MildthÀtigkeit sandtet ihr immer die frechsten Bettler zu;um mein Mitleiden drÀngtet ihr immer die unheilbar Schamlosen.So verwundetet ihr meine Tugend in ihrem Glauben.
Und legte ich noch mein Heiligstes zum Opfer hin:flugs stellte eure âFrömmigkeitâ ihre fetteren Gaben dazu:also dass im Dampfe eures Fettes noch mein Heiligstes erstickte.
Und einst wollte ich tanzen, wie nie ich noch tanzte:ĂŒber alle Himmel weg wollte ich tanzen.Da ĂŒberredetet ihr meinen liebsten SĂ€nger.
Und nun stimmte er eine schaurige dumpfe Weise an;ach, er tutete mir, wie ein dĂŒsteres Horn, zu Ohren!
Mörderischer SĂ€nger, Werkzeug der Bosheit, Unschuldigster!Schon stand ich bereit zum besten Tanze:da mordetest du mit deinen Tönen meine VerzĂŒckung!
Nur im Tanze weiss ich der höchsten Dinge Gleichniss zu reden:â und nun blieb mir mein höchstes Gleichnissungeredet in meinen Gliedern!
Ungeredet und unerlöst blieb mir die höchste Hoffnung!Und es starben mir alle Gesichte und Tröstungen meiner Jugend!
Wie ertrug ichâs nur?Wie verwand und ĂŒberwand ich solche Wunden?Wie erstand meine Seele wieder aus diesen GrĂ€bern?
Ja, ein Unverwundbares, Unbegrabbares ist an mir,ein Felsensprengendes: das heisst mein Wille.Schweigsam schreitet es und unverÀndert durch die Jahre.
Seinen Gang will er gehn auf meinen FĂŒssen, mein alter Wille;herzenshart ist ihm der Sinn und unverwundbar.
Unverwundbar bin ich allein an meiner Ferse.Immer noch lebst du da und bist dir gleich, Geduldigster!Immer noch brachst du dich durch alle GrÀber!
In dir lebt auch noch das Unerlöste meiner Jugend;und als Leben und Jugend sitzest du hoffendhier auf gelben Grab-TrĂŒmmern.
Ja, noch bist du mir aller GrĂ€ber ZertrĂŒmmerer:Heil dir, mein Wille!Und nur wo GrĂ€ber sind, giebt es Auferstehungen. â
Also sang Zarathustra. â
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* *
Von der Selbst-Ueberwindung.
âWille zur Wahrheitâ heisst ihrâs, ihr Weisesten,was euch treibt und brĂŒnstig macht?
Wille zur Denkbarkeit alles Seienden:also heisse ich euren Willen!
Alles Seiende wollt ihr erst denkbar machen:denn ihr zweifelt mit gutem Misstrauen, ob es schon denkbar ist.
Aber es soll sich euch fĂŒgen und biegen!So willâs euer Wille.Glatt soll es werden und dem Geiste unterthan,als sein Spiegel und Widerbild.
Das ist euer ganzer Wille, ihr Weisesten, als ein Wille zur Macht;und auch wenn ihr vom Guten und Bösen redetund von den WerthschÀtzungen.
Schaffen wollt ihr noch die Welt, vor der ihr knien könnt:so ist es eure letzte Hoffnung und Trunkenheit.
Die Unweisen freilich, das Volk,â die sind gleich dem Flusse, auf dem ein Nachen weiter schwimmt:und im Nachen sitzen feierlich und vermummt die WerthschĂ€tzungen.
Euren Willen und eure Werthe setztet ihr auf den Fluss des Werdens;einen alten Willen zur Macht verrÀth mir,was vom Volke als gut und böse geglaubt wird.
Ihr wart es, ihr Weisesten, die solche GĂ€ste in diesen Nachen setztenund ihnen Prunk und stolze Namen gaben,â ihr und euer herrschender Wille!
Weiter trĂ€gt nun der Fluss euren Nachen: er muss ihn tragen.Wenig thutâs, ob die gebrochene Welle schĂ€umtund zornig dem Kiele widerspricht!
Nicht der Fluss ist eure Gefahrund das Ende eures Guten und Bösen, ihr Weisesten:sondern jener Wille selber, der Wille zur Macht,â der unerschöpfte zeugende Lebens-Wille.
Aber damit ihr mein Wort versteht vom Guten und Bösen:dazu will ich euch noch mein Wort vom Leben sagenund von der Art alles Lebendigen.
Dem Lebendigen gieng ich nach,ich gieng die grössten und die kleinsten Wege,dass ich seine Art erkenne.
Mit hundertfachem Spiegel fieng ich noch seinen Blick auf,wenn ihm der Mund geschlossen war: dass sein Auge mir rede.Und sein Auge redete mir.
Aber, wo ich nur Lebendiges fand,da hörte ich auch die Rede vom Gehorsame.Alles Lebendige ist ein Gehorchendes.
Und diess ist das Zweite: Dem wird befohlen,der sich nicht selber gehorchen kann. So ist es des Lebendigen Art.
Diess aber ist das Dritte, was ich hörte:dass Befehlen schwerer ist, als Gehorchen.Und nicht nur, dass der Befehlende die Last aller Gehorchenden trĂ€gt,und dass leicht ihn diese Last zerdrĂŒckt: â
Ein Versuch und Wagniss erschien mir in allem Befehlen;und stets, wenn es befiehlt, wagt das Lebendige sich selber dran.
Ja noch, wenn es sich selber befiehlt:auch da noch muss es sein Befehlen bĂŒssen.Seinem eignen Gesetze muss es Richter und RĂ€cher und Opfer werden.
Wie geschieht diess doch! so fragte ich mich.Was ĂŒberredet das Lebendige, dass es gehorcht und befiehltund befehlend noch Gehorsam ĂŒbt?
Hört mir nun mein Wort, ihr Weisesten!PrĂŒft es ernstlich, ob ich dem Leben selber inâs Herz krochund bis in die Wurzeln seines Herzens!
Wo ich Lebendiges fand, da fand ich Willen zur Macht;und noch im Willen des Dienendenfand ich den Willen, Herr zu sein.
Dass dem StĂ€rkeren diene das SchwĂ€chere,dazu ĂŒberredet es sein Wille,der ĂŒber noch SchwĂ€cheres Herr sein will:dieser Lust allein mag es nicht entrathen.
Und wie das Kleinere sich dem Grösseren hingiebt,dass es Lust und Macht am Kleinsten habe:also giebt sich auch das Grösste noch hinund setzt um der Macht willen â das Leben dran.
Das ist die Hingebung des Grössten, dass es Wagniss istund Gefahr und um den Tod ein WĂŒrfelspielen.
Und wo Opferung und Dienste und Liebesblicke sind:auch da ist Wille, Herr zu sein.Auf Schleichwegen schleicht sich da der SchwĂ€chere in die Burgund bis inâs Herz dem MĂ€chtigeren â und stiehlt da Macht.
Und diess Geheimniss redete das Leben selber zu mir.âSiehe, sprach es, ich bin das,was sich immer selber ĂŒberwinden muss.
âFreilich, ihr heisst es Wille zur Zeugung oder Trieb zum Zwecke,zum Höheren, Ferneren, Vielfacheren:aber all diess ist Eins und Ein Geheimniss.
âLieber noch gehe ich unter, als dass ich diesem Einen absagte;und wahrlich, wo es Untergang giebt und BlĂ€tterfallen,siehe, da opfert sich Leben â um Macht!
âDass ich Kampf sein muss und Werden und Zweckund der Zwecke Widerspruch: ach, wer meinen Willen errĂ€th,errĂ€th wohl auch, auf welchen krummen Wegen er gehen muss!
âWas ich auch schaffe und wie ichâs auch liebe,â bald muss ich Gegner ihm sein und meiner Liebe:so will es mein Wille.
âUnd auch du, Erkennender, bist nur ein Pfadund Fusstapfen meines Willens:wahrlich, mein Wille zur Macht wandelt auchauf den FĂŒssen deines Willens zur Wahrheit!
âDer traf freilich die Wahrheit nicht,der das Wort nach ihr schoss vom âWillen zum Daseinâ:diesen Willen â giebt es nicht!
âDenn: was nicht ist, das kann nicht wollen;was aber im Dasein ist, wie könnte das noch zum Dasein wollen!
âNur, wo Leben ist, da ist auch Wille:aber nicht Wille zum Leben, sondern â so lehre ichâs dichâ Wille zur Macht!
âVieles ist dem Lebenden höher geschĂ€tzt, als Leben selber;doch aus dem SchĂ€tzen selber heraus redetâ der Wille zur Macht!â â
Also lehrte mich einst das Leben: und daraus löse ich euch,ihr Weisesten, noch das RÀthsel eures Herzens.
Wahrlich, ich sage euch: Gutes und Böses, das unvergĂ€nglich wĂ€reâ das giebt es nicht!Aus sich selber muss es sich immer wieder ĂŒberwinden.
Mit euren Werthen und Worten von Gut und Böse ĂŒbt ihr Gewalt,ihr WerthschĂ€tzenden: und diess ist eure verborgene Liebeund eurer Seele GlĂ€nzen, Zittern und Ăberwallen.
Aber eine stĂ€rkere Gewalt wĂ€chst aus euren Werthenund eine neue Ăberwindung: an der zerbricht Ei und Eierschale.
Und wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen:wahrlich, der muss ein Vernichter erst sein und Werthe zerbrechen.
Also gehört das höchste Böse zur höchsten GĂŒte:diese aber ist die schöpferische. â
Reden wir nur davon, ihr Weisesten, ob es gleich schlimm ist.Schweigen ist schlimmer; alle verschwiegenen Wahrheiten werden giftig.
Und mag doch Alles zerbrechen,was an unseren Wahrheiten zerbrechen â kann!Manches Haus giebt es noch zu bauen!
Also sprach Zarathustra.
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* *
Von den Erhabenen.
Still ist der Grund meines Meeres:wer erriethe wohl, dass er scherzhafte Ungeheuer birgt!
UnerschĂŒtterlich ist meine Tiefe:aber sie glĂ€nzt von schwimmenden RĂ€thseln und GelĂ€chtern.
Einen Erhabenen sah ich heute, einen Feierlichen,einen BĂŒsser des Geistes:oh wie lachte meine Seele ob seiner HĂ€sslichkeit!
Mit erhobener Brust und Denen gleich, welche den Athem an sich ziehn:also stand er da, der Erhabene, und schweigsam:
BehĂ€ngt mit hĂ€sslichen Wahrheiten, seiner Jagdbeute,und reich an zerrissenen Kleidern;auch viele Dornen hiengen an ihm â aber noch sah ich keine Rose.
Noch lernte er das Lachen nicht und die Schönheit.Finster kam dieser JĂ€ger zurĂŒck aus dem Walde der Erkenntniss.
Vom Kampfe kehrte er heim mit wilden Thieren:aber aus seinem Ernste blickt auch noch ein wildes Thierâ ein unĂŒberwundenes!
Wie ein Tiger steht er immer noch da, der springen will;aber ich mag diese gespannten Seelen nicht,unhold ist mein Geschmack allen diesen ZurĂŒckgezognen.
Und ihr sagt mir, Freunde,dass nicht zu streiten sei ĂŒber Geschmack und Schmecken?Aber alles Leben ist Streit um Geschmack und Schmecken!
Geschmack: das ist Gewicht zugleich und Wagschale und WĂ€gender;und wehe allem Lebendigen,das ohne Streit um Gewicht und Wagschale und WĂ€gende leben wollte!
Wenn er seiner Erhabenheit mĂŒde wĂŒrde, dieser Erhabene:dann erst wĂŒrde seine Schönheit anheben,â und dann erst will ich ihn schmecken und schmackhaft finden.
Und erst, wenn er sich von sich selber abwendet,wird er ĂŒber seinen eignen Schatten springenâ und, wahrlich! hinein in seine Sonne.
Allzulange sass er im Schatten, die Wangen bleichten dem BĂŒsser des Geistes;fast verhungerte er an seinen Erwartungen.
Verachtung ist noch in seinem Auge;und Ekel birgt sich an seinem Munde.Zwar ruht er jetzt, aber seine Ruhe hat sich noch nicht in die Sonne gelegt.
Dem Stiere gleich sollte er thun;und sein GlĂŒck sollte nach Erde riechenund nicht nach Verachtung der Erde.
Als weissen Stier möchte ich ihn sehn,wie er schnaubend und brĂŒllend der Pflugschar vorangeht:und sein GebrĂŒll sollte noch alles Irdische preisen!
Dunkel noch ist sein Antlitz; der Hand Schatten spielt auf ihm.Verschattet ist noch der Sinn seines Auges.
Seine That selber ist noch der Schatten auf ihm:die Hand verdunkelt den Handelnden.Noch hat er seine That nicht ĂŒberwunden.
Wohl liebe ich an ihm den Nacken des Stiers:aber nun will ich auch noch das Auge des Engels sehn.
Auch seinen Helden-Willen muss er noch verlernen:ein Gehobener soll er mir sein und nicht nur ein Erhabener:â der Aether selber sollte ihn heben, den Willenlosen!
Er bezwang Unthiere, er löste RÀthsel:aber erlösen sollte er auch noch seine Unthiere und RÀthsel,zu himmlischen Kindern sollte er sie noch verwandeln.
Noch hat seine Erkenntniss nicht lÀcheln gelerntund ohne Eifersucht sein;noch ist seine strömende Leidenschaft nicht stille geworden in der Schönheit.
Wahrlich, nicht in der Sattheit soll sein Verlangen schweigenund untertauchen, sondern in der Schönheit!Die Anmuth gehört zur Grossmuth des Grossgesinnten.
Den Arm ĂŒber das Haupt gelegt: so sollte der Held ausruhn,so sollte er auch noch sein Ausruhen ĂŒberwinden.
Aber gerade dem Helden ist das Schöne aller Dinge Schwerstes.Unerringbar ist das Schöne allem heftigen Willen.
Ein Wenig mehr, ein Wenig weniger:das gerade ist hier Viel, das ist hier das Meiste.
Mit lÀssigen Muskeln stehn und mit abgeschirrtem Willen:das ist das Schwerste euch Allen, ihr Erhabenen!
Wenn die Macht gnĂ€dig wird und herabkommt inâs Sichtbare:Schönheit heisse ich solches Herabkommen.
Und von Niemandem will ich so als von dir gerade Schönheit,du Gewaltiger: deine GĂŒte sei deine letzte Selbst-ĂberwĂ€ltigung.
Alles Böse traue ich dir zu:darum will ich von dir das Gute.
Wahrlich, ich lachte oft der SchwÀchlinge,welche sich gut glauben, weil sie lahme Tatzen haben!
Der SÀule Tugend sollst du nachstreben:schöner wird sie immer und zarter, aber inwendig hÀrterund tragsamer, je mehr sie aufsteigt.
Ja, du Erhabener, einst sollst du noch schön seinund deiner eignen Schönheit den Spiegel vorhalten.
Dann wird deine Seele vor göttlichen Begierden schaudern;und Anbetung wird noch in deiner Eitelkeit sein!
Diess nĂ€mlich ist das Geheimniss der Seele:erst, wenn sie der Held verlassen hat, naht ihr, im Traume,â der Ăber-Held.
Also sprach Zarathutra.
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Vom Lande der Bildung.
Zu weit hinein flog ich in die Zukunft:ein Grauen ĂŒberfiel mich.
Und als ich um mich sah, siehe!da war die Zeit mein einziger Zeitgenosse.
Da floh ich rĂŒckwĂ€rts, heimwĂ€rts â und immer eilender:so kam ich zu euch, ihr GegenwĂ€rtigen, und inâs Land der Bildung.
Zum ersten Male brachte ich ein Auge mit fĂŒr euch,und gute Begierde: wahrlich, mit Sehnsucht im Herzen kam ich.
Aber wie geschah mir? So angst mir auch war,â ich musste lachen!Nie sah mein Auge etwas so Buntgesprenkeltes!
Ich lachte und lachte, wĂ€hrend der Fuss mir noch zitterteund das Herz dazu:âhier ist ja die Heimat aller Farbentöpfe!â â sagte ich.
Mit fĂŒnfzig Klexen bemalt an Gesicht und Gliedern:so sasset ihr da zu meinem Staunen, ihr GegenwĂ€rtigen!
Und mit fĂŒnfzig Spiegeln um euch,die eurem Farbenspiele schmeichelten und nachredeten!
Wahrlich, ihr könntet gar keine bessere Maske tragen, ihr GegenwĂ€rtigen,als euer eignes Gesicht ist! Wer könnte euch â erkennen!
Vollgeschrieben mit den Zeichen der Vergangenheit,und auch diese Zeichen ĂŒberpinselt mit neuen Zeichen:also habt ihr euch gut versteckt vor allen Zeichendeutern!
Und wenn man auch NierenprĂŒfer ist:wer glaubt wohl noch, dass ihr Nieren habt!Aus Farben scheint ihr gebacken und aus geleimten Zetteln.
Alle Zeiten und Völker blicken bunt aus euren Schleiern;alle Sitten und Glauben reden bunt aus euren GebÀrden.
Wer von euch Schleier und ĂberwĂŒrfe und Farben und GebĂ€rden abzöge:gerade genug wĂŒrde er ĂŒbrig behalten,um die Vögel damit zu erschrecken.
Wahrlich, ich selber bin der erschreckte Vogel,der euch einmal nackt sah und ohne Farbe;und ich flog davon, als das Gerippe mir Liebe zuwinkte.
Lieber wollte ich doch noch Tagelöhner sein in der Unterweltund bei den Schatten des Ehemals!â feister und voller als ihr sind ja noch die Unterweltlichen!
Diess, ja diess ist Bitterniss meinen GedÀrmen,dass ich euch weder nackt, noch bekleidet aushalte, ihr GegenwÀrtigen!
Alles Unheimliche der Zukunft,und was je verflogenen Vögeln Schauder machte,ist wahrlich heimlicher noch und traulicher als eure âWirklichkeitâ.
Denn so sprecht ihr: âWirkliche sind wir ganz,und ohne Glauben und Aberglaubenâ:also brĂŒstet ihr euch â ach, auch noch ohne BrĂŒste!
Ja, wie solltet ihr glauben können, ihr Buntgesprenkelten!â die ihr GemĂ€lde seid von Allem, was je geglaubt wurde!
Wandelnde Widerlegungen seid ihr des Glaubens selber,und aller Gedanken Gliederbrechen.UnglaubwĂŒrdige: also heisse ich euch, ihr Wirklichen!
Alle Zeiten schwÀtzen wider einander in euren Geistern;und aller Zeiten TrÀume und GeschwÀtz waren wirklicher nochals euer Wachsein ist!
Unfruchtbare seid ihr: darum fehlt es euch an Glauben.Aber wer schaffen musste, der hatte auch immer seine Wahr-TrĂ€umeund Stern-Zeichen â und glaubte an Glauben! â
Halboffne Thore seid ihr, an denen TodtengrĂ€ber warten.Und das ist eure Wirklichkeit:âAlles ist werth, dass es zu Grunde geht.â
Ach, wie ihr mir dasteht, ihr Unfruchtbaren, wie mager in den Rippen!Und Mancher von euch hatte wohl dessen selber ein Einsehen.
Und er sprach: âes hat wohl da ein Gott, als ich schlief,mir heimlich Etwas entwendet?Wahrlich, genug, sich ein Weibchen daraus zu bilden!
Wundersam ist die Armuth meiner Rippen!âalso sprach schon mancher GegenwĂ€rtige.
Ja, zum Lachen seid ihr mir, ihr GegenwĂ€rtigen!Und sonderlich, wenn ihr euch ĂŒber euch selber wundert!
Und wehe mir, wenn ich nicht lachen könnte ĂŒber eure Verwunderung,und alles Widrige aus euren NĂ€pfen hinunter trinken mĂŒsste!
So aber will ichâs mit euch leichter nehmen,da ich Schweres zu tragen habe;und was thutâs mir, wenn sich KĂ€fer und FlĂŒgelwĂŒrmernoch auf mein BĂŒndel setzen!
Wahrlich, es soll mir darob nicht schwerer werden!Und nicht aus euch, ihr GegenwĂ€rtigen,soll mir die grosse MĂŒdigkeit kommen. â
Ach, wohin soll ich nun noch steigen mit meiner Sehnsucht!Von allen Bergen schaue ich aus nach Vater- und MutterlÀndern.
Aber Heimat fand ich nirgends: unstÀt bin ich in allen StÀdtenund ein Aufbruch an allen Thoren.
Fremd sind mir und ein Spott die GegenwĂ€rtigen,zu denen mich jĂŒngst das Herz trieb;und vertrieben bin ich aus Vater- und MutterlĂ€ndern.
So liebe ich allein noch meiner Kinder Land, das unentdeckte,im fernsten Meere: nach ihm heisse ich meine Segel suchen und suchen.
An meinen Kindern will ich es gut machen,dass ich meiner VĂ€ter Kind bin:und an aller Zukunft â diese Gegenwart!
Also sprach Zarathustra.
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Von der unbefleckten Erkenntniss.
Als gestern der Mond aufgieng,wÀhnte ich, dass er eine Sonne gebÀren wolle:so breit und trÀchtig lag er am Horizonte.
Aber ein LĂŒgner war er mir mit seiner Schwangerschaft;und eher noch will ich an den Mann im Monde glauben als an das Weib.
Freilich, wenig Mann ist er auch, dieser schĂŒchterne NachtschwĂ€rmer.Wahrlich, mit schlechtem Gewissen wandelt er ĂŒber die DĂ€cher.
Denn er ist lĂŒstern und eifersĂŒchtig, der Mönch im Monde,lĂŒstern nach der Erde und nach allen Freuden der Liebenden.
Nein, ich mag ihn nicht, diesen Kater auf den DĂ€chern!Widerlich sind mir Alle, die um halbverschlossne Fenster schleichen!
Fromm und schweigsam wandelt er hin auf Sternen-Teppichen:â aber ich mag alle leisetretenden MannsfĂŒsse nicht,an denen auch nicht ein Sporen klirrt.
Jedes Redlichen Schritt redet;die Katze aber stiehlt sich ĂŒber den Boden weg.Siehe, katzenhaft kommt der Mond daher und unredlich.â
Dieses Gleichniss gebe ich euch empfindsamen Heuchlern,euch, den âRein-Erkennenden!â Euch heisse ich â LĂŒsterne!
Auch ihr liebt die Erde und das Irdische:ich errieth euch wohl!â aber Scham ist in eurer Liebe und schlechtes Gewissen,â dem Monde gleicht ihr!
Zur Verachtung des Irdischen hat man euren Geist ĂŒberredet,aber nicht eure Eingeweide: die aber sind das StĂ€rkste an euch!
Und nun schĂ€mt sich euer Geist,dass er euren Eingeweiden zu Willen istund geht vor seiner eignen Scham Schleich- und LĂŒgenwege.
âDas wĂ€re mir das Höchste â also redet euer verlogner Geist zu sich âauf das Leben ohne Begierde zu schaunund nicht gleich dem Hunde mit hĂ€ngender Zunge:
âGlĂŒcklich zu sein im Schauen, mit erstorbenem Willen,ohne Griff und Gier der Selbstsuchtâ kalt und aschgrau am ganzen Leibe,aber mit trunkenen Mondesaugen!â
âDas wĂ€re mir das Liebste,â also verfĂŒhrt sich selber der VerfĂŒhrte âdie Erde zu lieben, wie der Mond sie liebt,und nur mit dem Auge allein ihre Schönheit zu betasten.
âUnd das heisse mir aller Dinge unbefleckte Erkenntniss,dass ich von den Dingen Nichts will:ausser dass ich vor ihnen da liegen darfwie ein Spiegel mit hundert Augen.â â
Oh, ihr empfindsamen Heuchler, ihr LĂŒsternen!Euch fehlt die Unschuld in der Begierde:und nun verleumdet ihr drum das Begehren!
Wahrlich, nicht als Schaffende, Zeugende, Werdelustigeliebt ihr die Erde!
Wo ist Unschuld? Wo der Wille zur Zeugung ist.Und wer ĂŒber sich hinaus schaffen will,der hat mir den reinsten Willen.
Wo ist Schönheit? Wo ich mit allem Willen wollen muss;wo ich lieben und untergehn will,dass ein Bild nicht nur Bild bleibe.
Lieben und Untergehn: das reimt sich seit Ewigkeiten.Wille zur Liebe: das ist, willig auch sein zum Tode.Also rede ich zu euch Feiglingen!
Aber nun will euer entmanntes Schielen âBeschaulichkeitâ heissen!Und was mit feigen Augen sich tasten lĂ€sst,soll âschönâ getauft werden! Oh, ihr Beschmutzer edler Namen!
Aber das soll euer Fluch sein, ihr Unbefleckten,ihr Rein-Erkennenden, dass ihr nie gebÀren werdet:und wenn ihr auch breit und trÀchtig am Horizonte liegt!
Wahrlich, ihr nehmt den Mund voll mit edlen Worten:und wir sollen glauben, dass euch das Herz ĂŒbergehe, ihr LĂŒgenbolde?
Aber meine Worte sind geringe, verachtete, krumme Worte:gerne nehme ich auf, was bei eurer Mahlzeit unter den Tisch fÀllt.
Immer noch kann ich mit ihnen â Heuchlern die Wahrheit sagen!Ja, meine GrĂ€ten, Muscheln und StachelblĂ€tter sollenâ Heuchlern die Nasen kitzeln!
Schlechte Luft ist immer um euch und eure Mahlzeiten:eure lĂŒsternen Gedanken, eure LĂŒgen und Heimlichkeitensind ja in der Luft!
Wagt es doch erst, euch selber zu glauben â euch und euren Eingeweiden!Wer sich selber nicht glaubt, lĂŒgt immer.
Eines Gottes Larve hĂ€ngtet ihr um vor euch selber, ihr âReinenâ:in eines Gottes Larve verkroch sich euer greulicher Ringelwurm.
Wahrlich, ihr tĂ€uscht, ihr âBeschaulichenâ!Auch Zarathustra war einst der Narr eurer göttlichen HĂ€ute;nicht errieth er das Schlangengeringel,mit denen sie gestopft waren.
Eines Gottes Seele wĂ€hnte ich einst spielen zu sehn in euren Spielen,ihr Rein-Erkennenden!Keine bessere Kunst wĂ€hnte ich einst als eure KĂŒnste!
Schlangen-Unflath und schlimmen Geruch verhehlte mir die Ferne:und dass einer Eidechse List lĂŒstern hier herumschlich.
Aber ich kam euch nah: da kam mir der Tagâ und nun kommt er euch, â zu Ende gieng des Mondes Liebschaft!
Seht doch hin! Ertappt und bleich steht er da â vor der Morgenröthe!
Denn schon kommt sie, die GlĂŒhende,â ihre Liebe zur Erde kommt!Unschuld und Schöpfer-Begier ist alle Sonnen-Liebe!
Seht doch hin, wie sie ungeduldig ĂŒber das Meer kommt!FĂŒhlt ihr den Durst und den heissen Athem ihrer Liebe nicht?
Am Meere will sie saugenund seine Tiefe zu sich in die Höhe trinken:da hebt sich die Begierde des Meeres mit tausend BrĂŒsten.
GekĂŒsst und gesaugt will es sein vom Durste der Sonne;Luft will es werden und Höhe und Fusspfad des Lichts und selber Licht!
Wahrlich, der Sonne gleich liebe ich das Leben und alle tiefen Meere.
Und diess heisst mir Erkenntniss:alles Tiefe soll hinauf â zu meiner Höhe!
Also sprach Zarathustra.
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Von den Gelehrten.
Als ich im Schlafe lag,da frass ein Schaf am Epheukranze meines Hauptes,â frass und sprach dazu: âZarathustra ist kein Gelehrter mehr.â
Sprachâs und gieng stotzig davon und stolz.Ein Kind erzĂ€hlte mirâs.
Gerne liege ich hier, wo die Kinder spielen,an der zerbrochnen Mauer, unter Disteln und rothen Mohnblumen.
Ein Gelehrter bin ich den Kindern nochund auch den Disteln und rothen Mohnblumen.Unschuldig sind sie, selbst noch in ihrer Bosheit.
Aber den Schafen bin ichâs nicht mehr:so will es mein Loos â gesegnet sei es!
Denn diess ist die Wahrheit:ausgezogen bin ich aus dem Hause der Gelehrten:und die ThĂŒr habe ich noch hinter mir zugeworfen.
Zu lange sass meine Seele hungrig an ihrem Tische;nicht, gleich ihnen, bin ich auf das Erkennen abgerichtetwie auf das NĂŒsseknacken.
Freiheit liebe ich und die Luft ĂŒber frischer Erde;lieber noch will ich auf OchsenhĂ€uten schlafen,als auf ihren WĂŒrden und Achtbarkeiten.
Ich bin zu heiss und verbrannt von eigenen Gedanken:oft will es mir den Athem nehmen.Da muss ich inâs Freie und weg aus allen verstaubten Stuben.
Aber sie sitzen kĂŒhl in kĂŒhlem Schatten:sie wollen in Allem nur Zuschauer seinund hĂŒten sich dort zu sitzen, wo die Sonne auf die Stufen brennt.
Gleich Solchen, die auf der Strasse stehnund die Leute angaffen, welche vorĂŒbergehn:also warten sie auch und gaffen Gedanken an, die Andre gedacht haben.
Greift man sie mit HÀnden,so stÀuben sie um sich gleich MehlsÀcken, und unfreiwillig:aber wer erriethe wohl, dass ihr Staub vom Korne stammtund von der gelben Wonne der Sommerfelder?
Geben sie sich weise,so fröstelt mich ihrer kleinen SprĂŒche und Wahrheiten:ein Geruch ist oft an ihrer Weisheit,als ob sie aus dem Sumpfe stamme:und wahrlich, ich hörte auch schon den Frosch aus ihr quaken!
Geschickt sind sie, sie haben kluge Finger:was will meine Einfalt bei ihrer Vielfalt!Alles FĂ€deln und KnĂŒpfen und Weben verstehn ihre Finger:also wirken sie die StrĂŒmpfe des Geistes!
Gute Uhrwerke sind sie: nur sorge man, sie richtig aufzuziehn!Dann zeigen sie ohne Falsch die Stunde anund machen einen bescheidnen LĂ€rm dabei.
Gleich MĂŒhlwerken arbeiten sie und Stampfen:man werfe ihnen nur seine Fruchtkörner zu!â sie wissen schon, Korn klein zu mahlenund weissen Staub daraus zu machen.
Sie sehen einander gut auf die Finger und trauen sich nicht zum Besten.Erfinderisch in kleinen Schlauheiten warten sie auf Solche,deren Wissen auf lahmen FĂŒssen geht, â gleich Spinnen warten sie.
Ich sah sie immer mit Vorsicht Gift bereiten;und immer zogen sie glÀserne Handschuhe dabei an ihre Finger.
Auch mit falschen WĂŒrfeln wissen sie zu spielen;und so eifrig fand ich sie spielen, dass sie dabei schwitzten.
Wir sind einander fremd, und ihre Tugenden gehn mir noch mehrwider den Geschmack, als ihre Falschheiten und falschen WĂŒrfel.
Und als ich bei ihnen wohnte, da wohnte ich ĂŒber ihnen.DarĂŒber wurden sie mir gram.
Sie wollen Nichts davon hören, dass Einer ĂŒber ihren Köpfen wandelt;und so legten sie Holz und Erde und Unrathzwischen mich und ihre Köpfe.
Also dÀmpften sie den Schall meiner Schritte:und am schlechtesten wurde ich bisher von den Gelehrtesten gehört.
Aller Menschen Fehl und SchwĂ€che legten sie zwischen sich und mich:â âFehlbodenâ heissen sie das in ihren HĂ€usern.
Aber trotzdem wandele ich mit meinen Gedanken ĂŒber ihren Köpfen;und selbst, wenn ich auf meinen eignen Fehlern wandeln wollte,wĂŒrde ich noch ĂŒber ihnen sein und ihren Köpfen.
Denn die Menschen sind nicht gleich: so spricht die Gerechtigkeit.Und was ich will, dĂŒrften sie nicht wollen!
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Von den Dichtern.
âSeit ich den Leib besser kenne, â sagte Zarathustra zu einem seiner JĂŒngerâ ist mir der Geist nur noch gleichsam Geist;und alles das âUnvergĂ€nglicheâ â das ist auch nur ein Gleichniss.â
âSo hörte ich dich schon einmal sagen, antwortete der JĂŒnger;und damals fĂŒgtest du hinzu: âaber die Dichter lĂŒgen zuviel.âWarum sagtest du doch, dass die Dichter zuviel lĂŒgen?â
âWarum? sagte Zarathustra. Du fragst warum?Ich gehöre nicht zu Denen, welche man nach ihrem Warum fragen darf.
Ist denn mein Erleben von Gestern?Das ist lange her, dass ich die GrĂŒnde meiner Meinungen erlebte.
MĂŒsste ich nicht ein Fass sein von GedĂ€chtniss,wenn ich auch meine GrĂŒnde bei mir haben wollte?
Schon zuviel ist mirâs, meine Meinungen selber zu behalten;und mancher Vogel fliegt davon.
Und mitunter finde ich auch ein zugeflogenes Thier in meinem Taubenschlage,das mir fremd ist, und das zittert, wenn ich meine Hand darauf lege.
Doch was sagte dir einst Zarathustra? Dass die Dichter zuviel lĂŒgen?â Aber auch Zarathustra ist ein Dichter.
Glaubst du nun, dass er hier die Wahrheit redete? Warum glaubst du das?â
Der JĂŒnger antwortete: âich glaube an Zarathustra.âAber Zarathustra schĂŒttelte den Kopf und lĂ€chelte.
Der Glaube macht mich nicht selig, sagte er,zumal nicht der Glaube an mich.
Aber gesetzt, dass Jemand allen Ernstes sagte, die Dichter lĂŒgen zuviel:so hat er Recht, â wir lĂŒgen zuviel.
Wir wissen auch zu wenig und sind schlechte Lerner:so mĂŒssen wir schon lĂŒgen.
Und wer von uns Dichtern hÀtte nicht seinen Wein verfÀlscht?Manch giftiger Mischmasch geschah in unsern Kellern,manches Unbeschreibliche ward da gethan.
Und weil wir wenig wissen, so gefallen uns von Herzen die geistig Armen,sonderlich wenn es junge Weibchen sind!
Und selbst nach den Dingen sind wir noch begehrlich,die sich die alten Weibchen Abends erzÀhlen.Das heissen wir selber an uns das Ewig-Weibliche.
Und als ob es einen besondren geheimen Zugang zum Wissen gĂ€be,der sich Denen verschĂŒtte, welche Etwas lernen:so glauben wir an das Volk und seine âWeisheit.â
Das aber glauben alle Dichter: dass wer im Graseoder an einsamen GehÀngen liegend die Ohren spitze,Etwas von den Dingen erfahre, die zwischen Himmel und Erde sind.
Und kommen ihnen zÀrtliche Regungen,so meinen die Dichter immer, die Natur selber sei in sie verliebt:
Und sie schleiche zu ihrem Ohre,Heimliches hinein zu sagen und verliebte Schmeichelreden:dessen brĂŒsten und blĂ€hen sie sich vor allen Sterblichen!
Ach, es giebt so viel Dinge zwischen Himmel und Erden,von denen sich nur die Dichter Etwas haben trÀumen lassen!
Und zumal ĂŒber dem Himmel:denn alle Götter sind Dichter-Gleichniss, Dichter-Erschleichniss!
Wahrlich, immer zieht es uns hinan â nĂ€mlich zum Reich der Wolken:auf diese setzen wir unsre bunten BĂ€lgeund heissen sie dann Götter und Ăbermenschen: â
Sind sie doch gerade leicht genug fĂŒr diese StĂŒhle!â alle diese Götter und Ăbermenschen.
Ach, wie bin ich all des UnzulĂ€nglichen mĂŒde,das durchaus Ereigniss sein soll! Ach, wie bin ich der Dichter mĂŒde!
Als Zarathustra so sprach, zĂŒrnte ihm sein JĂŒnger, aber er schwieg.Und auch Zarathustra schwieg; und sein Auge hatte sich nach innen gekehrt,gleich als ob es in weite Fernen sĂ€he.Endlich seufzte er und holte Athem.
Ich bin von Heute und Ehedem, sagte er dann;aber Etwas ist in mir, das ist von Morgenund Ăbermorgen und Einstmals.
Ich wurde der Dichter mĂŒde, der alten und der neuen:OberflĂ€chliche sind sie mir Alle und seichte Meere.
Sie dachten nicht genug in die Tiefe:darum sank ihr GefĂŒhl nicht bis zu den GrĂŒnden.
Etwas Wollust und etwas Langeweile:das ist noch ihr bestes Nachdenken gewesen.
Gespenster-Hauch und -Huschen gilt mir all ihr Harfen-Klingklang;was wussten sie bisher von der Inbrunst der Töne! â
Sie sind mir auch nicht reinlich genug:sie trĂŒben Alle ihr GewĂ€sser, dass es tief scheine.
Und gerne geben sie sich damit als Versöhner:aber Mittler und Mischer bleiben sie mirund Halb-und-Halbe und Unreinliche! â
Ach, ich warf wohl mein Netz in ihre Meereund wollte gute Fische fangen;aber immer zog ich eines alten Gottes Kopf herauf.
So gab dem Hungrigen das Meer einen Stein.Und sie selber mögen wohl aus dem Meere stammen.
Gewiss, man findet Perlen in ihnen:um so Àhnlicher sind sie selber harten Schalthieren.Und statt der Seele fand ich oft bei ihnen gesalzenen Schleim.
Sie lernten vom Meere auch noch seine Eitelkeit:ist nicht das Meer der Pfau der Pfauen?
Noch vor dem hĂ€sslichsten aller BĂŒffel rollt es seinen Schweif hin,nimmer wird es seines SpitzenfĂ€chers von Silber und Seide mĂŒde.
Trutzig blickt der BĂŒffel dazu, dem Sande nahe in seiner Seele,nĂ€her noch dem Dickicht, am nĂ€chsten aber dem Sumpfe.
Was ist ihm Schönheit und Meer und Pfauen-Zierath!Dieses Gleichniss sage ich den Dichtern.
Wahrlich, ihr Geist selber ist der Pfau der Pfauenund ein Meer von Eitelkeit!
Zuschauer will der Geist des Dichters: solltenâs auch BĂŒffel sein! â
Aber dieses Geistes wurde ich mĂŒde:und ich sehe kommen, dass er seiner selber mĂŒde wird.
Verwandelt sah ich schon die Dichterund gegen sich selber den Blick gerichtet.
BĂŒsser des Geistes sah ich kommen: die wuchsen aus ihnen.
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Von grossen Ereignissen.
Es giebt eine Insel im Meere â unweit den glĂŒckseligen Inseln Zarathustraâsâ auf welcher bestĂ€ndig ein Feuerberg raucht;von der sagt das Volk, und sonderlich sagen esdie alten Weibchen aus dem Volke,dass sie wie ein Felsblock vor das Thor der Unterwelt gestellt sei:durch den Feuerberg selber aber fĂŒhre der schmale Weg abwĂ€rts,der zu diesem Thore der Unterwelt geleite.
Um jene Zeit nun, als Zarathustra auf den glĂŒckseligen Inseln weilte,geschah es, dass ein Schiff an der Insel Anker warf,auf welcher der rauchende Berg steht;und seine Mannschaft gieng anâs Land, um Kaninchen zu schiessen.Gegen die Stunde des Mittags aber,da der CapitĂ€n und seine Leute wieder beisammen waren,sahen sie plötzlich durch die Luft einen Mann auf sich zukommen,und eine Stimme sagte deutlich:âes ist Zeit! Es ist die höchste Zeit!âWie die Gestalt ihnen aber am nĂ€chsten warâ sie flog aber schnell gleich einem Schatten vorbei,in der Richtung, wo der Feuerberg lag âda erkannten sie mit grösster BestĂŒrzung, dass es Zarathustra sei;denn sie hatten ihn Alle schon gesehn, ausgenommen der CapitĂ€n selber,und sie liebten ihn, wie das Volk liebt:also dass zu gleichen Theilen Liebe und Scheu beisammen sind.
âSeht mir an! sagte der alte Steuermann,da fĂ€hrt Zarathustra zur Hölle!ââ
Um die gleiche Zeit, als diese Schiffer an der Feuerinsel landeten,lief das GerĂŒcht umher, dass Zarathustra verschwunden sei;und als man seine Freunde fragte, erzĂ€hlten sie,er sei bei Nacht zu Schiff gegangen, ohne zu sagen, wohin er reisen wolle.
Also entstand eine Unruhe; nach drei Tagen aberkam zu dieser Unruhe die Geschichte der Schiffsleute hinzuâ und nun sagte alles Volk, dass der Teufel Zarathustra geholt habe.Seine JĂŒnger lachten zwar ob dieses Geredes;und einer von ihnen sagte sogar:âeher glaube ich noch, dass Zarathustra sich den Teufel geholt hat.âAber im Grunde der Seele waren sie Alle voll Besorgniss und Sehnsucht:so war ihre Freude gross, als am fĂŒnften Tage Zarathustra unter ihnen erschien.
Und diess ist die ErzĂ€hlung von Zarathustraâs GesprĂ€ch mit dem Feuerhunde.
Die Erde, sagte er, hat eine Haut;und diese Haut hat Krankheiten.Eine dieser Krankheiten heisst zum Beispiel âMensch.â
Und eine andere dieser Krankheiten heisst âFeuerhundâ:ĂŒber den haben sich die Menschen Viel vorgelogen und vorlĂŒgen lassen.
Diess Geheimniss zu ergrĂŒnden gieng ich ĂŒber das Meer:und ich habe die Wahrheit nackt gesehn, wahrlich!barfuss bis zum Halse.
Was es mit dem Feuerhund auf sich hat, weiss ich nun;und insgleichen mit all den Auswurf- und Umsturz-Teufeln,vor denen sich nicht nur alte Weibchen fĂŒrchten.
Heraus mit dir, Feuerhund, aus deiner Tiefe! rief ich,und bekenne, wie tief diese Tiefe ist!Woher ist das, was du da heraufschnaubst?
Du trinkst reichlich am Meere: das verrĂ€th deine versalzte Beredsamkeit!FĂŒrwahr, fĂŒr einen Hund der Tiefenimmst du deine Nahrung zu sehr von der OberflĂ€che!
Höchstens fĂŒr den Bauchredner der Erde haltâ ich dich:und immer, wenn ich Umsturz- und Auswurf-Teufel reden hörte,fand ich sie gleich dir: gesalzen, lĂŒgnerisch und flach.
Ihr versteht zu brĂŒllen und mit Asche zu verdunkeln!Ihr seid die besten GrossmĂ€ulerund lerntet sattsam die Kunst, Schlamm heiss zu sieden.
Wo ihr seid, da muss stets Schlamm in der NÀhe sein,und viel Schwammichtes, Höhlichtes, EingezwÀngtes:das will in die Freiheit.
âFreiheitâ brĂŒllt ihr Alle am liebsten:aber ich verlernte den Glauben an âgrosse Ereignisse,âsobald viel GebrĂŒll und Rauch um sie herum ist.
Und glaube mir nur, Freund HöllenlĂ€rm! Die grössten Ereignisseâ das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.
Nicht um die Erfinder von neuem LÀrme:um die Erfinder von neuen Werthen dreht sich die Welt;unhörbar dreht sie sich.
Und gesteh es nur! Wenig war immer nur geschehn,wenn dein LÀrm und Rauch sich verzog.Was liegt daran, dass eine Stadt zur Mumie wurde,und eine BildsÀule im Schlamme liegt!
Und diess Wort sage ich noch den UmstĂŒrzern von BildsĂ€ulen.Das ist wohl die grösste Thorheit, Salz inâs Meerund BildsĂ€ulen in den Schlamm zu werfen.
Im Schlamme eurer Verachtung lag die BildsÀule:aber das ist gerade ihr Gesetz,dass ihr aus der Verachtung wieder Leben und lebende Schönheit wÀchst!
Mit göttlicheren ZĂŒgen steht sie nun auf und leidend-verfĂŒhrerisch;und wahrlich! sie wird euch noch Dank sagen,dass ihr sie umstĂŒrztet, ihr UmstĂŒrzer!
Diesen Rath aber rathe ich Königen und Kirchenund Allem, was alters- und tugendschwach istâ lasst euch nur umstĂŒrzen!Dass ihr wieder zum Leben kommt, und zu euch â die Tugend! â
Also redete ich vor dem Feuerhunde:da unterbrach er mich mĂŒrrisch und fragte:âKirche? Was ist denn das?â
Kirche? antwortete ich, das ist eine Art von Staat,und zwar die verlogenste.Doch schweig still, du Heuchelhund!Du kennst deine Art wohl am besten schon!
Gleich dir selber ist der Staat ein Heuchelhund;gleich dir redet er gern mit Rauch und GebrĂŒlle,â dass er glauben mache, gleich dir, er rede aus dem Bauch der Dinge.
Denn er will durchaus das wichtigste Thier auf Erden sein, der Staat;und man glaubtâs ihm auch. â
Als ich das gesagt hatte, gebĂ€rdete sich der Feuerhundwie unsinnig vor Neid.âWie? schrie er, das wichtigste Thier auf Erden?Und man glaubtâs ihm auch?âUnd so viel Dampf und grĂ€ssliche Stimmen kamen ihm aus dem Schlunde,dass ich meinte, er werde vor Ărger und Neid ersticken.
Endlich wurde er stiller, und sein Keuchen liess nach;sobald er aber stille war, sagte ich lachend:
âDu Ă€rgerst dich, Feuerhund: also habe ich ĂŒber dich Recht!
Und dass ich auch noch Recht behalte, so höre von einem andern Feuerhunde:der spricht wirklich aus dem Herzen der Erde.
Gold haucht sein Athem und goldigen Regen: so willâs das Herz ihm.Was ist ihm Asche und Rauch und heisser Schleim noch!
Lachen flattert aus ihm wie ein buntes Gewölke;abgĂŒnstig ist er deinem Gurgeln und Speien und Grimmen der Eingeweide!
Das Gold aber und das Lachen â das nimmt er aus dem Herzen der Erde:denn dass duâs nur weisst, â das Herz der Erde ist von Gold.â
Als diess der Feuerhund vernahm,hielt erâs nicht mehr aus, mir zuzuhören.BeschĂ€mt zog er seinen Schwanz ein,sagte auf eine kleinlaute Weise Wau! Wau!und kroch hinab in seine Höhle. â
Also erzĂ€hlte Zarathustra. Seine JĂŒnger aber hörten ihm kaum zu:so gross war ihre Begierde, ihm von den Schiffsleuten,den Kaninchen und dem fliegenden Manne zu erzĂ€hlen.
âWas soll ich davon denken! sagte Zarathustra.Bin ich denn ein Gespenst?
Aber es wird mein Schatten gewesen sein.Ihr hörtet wohl schon Einiges vom Wanderer und seinem Schatten?
Sicher aber ist das: ich muss ihn kĂŒrzer halten,â er verdirbt mir sonst noch den Ruf.â
Und nochmals schĂŒttelte Zarathustra den Kopf und wunderte sich.âWas soll ich davon denken!â sagte er nochmals.
âWarum schrie denn das Gespenst: es ist Zeit! Es ist die höchste Zeit!
Wozu ist es denn â höchste Zeit?â â
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Der Wahrsager.
ââ und ich sahe eine grosse Traurigkeit ĂŒber die Menschen kommen.Die Besten wurden ihrer Werke mĂŒde.
Eine Lehre ergieng, ein Glauben lief neben ihr:âAlles ist leer, Alles ist gleich, Alles war!â
Und von allen HĂŒgeln klang es wieder:âAlles ist leer, Alles ist gleich, Alles war!â
Wohl haben wir geerntet:aber warum wurden alle FrĂŒchte uns faul und braun?Was fiel vom bösen Monde bei der letzten Nacht hernieder?
Umsonst war alle Arbeit, Gift ist unser Wein geworden,böser Blick sengte unsre Felder und Herzen gelb.
Trocken wurden wir Alle; und fĂ€llt Feuer auf uns,so stĂ€uben wir der Asche gleich:â ja das Feuer selber machten wir mĂŒde.
Alle Brunnen versiegten uns, auch das Meer wich zurĂŒck.Aller Grund will reissen, aber die Tiefe will nicht schlingen!
âAch, wo ist noch ein Meer, in dem man ertrinken könnteâ:so klingt unsre Klage â hinweg ĂŒber flache SĂŒmpfe.
Wahrlich, zum Sterben wurden wir schon zu mĂŒde;nun wachen wir noch und leben fort â in Grabkammern!â â
Also hörte Zarathustra einen Wahrsager reden;und seine Weissagung gieng ihm zu Herzen und verwandelte ihn.Traurig gieng er umher und mĂŒde;und er wurde Denen gleich, von welchen der Wahrsager geredet hatte.
Wahrlich, so sagte er zu seinen JĂŒngern,es ist um ein Kleines, so kommt diese lange DĂ€mmerung.Ach, wie soll ich mein Licht hinĂŒber retten!
Dass es mir nicht ersticke in dieser Traurigkeit!Ferneren Welten soll es ja Licht sein und noch fernsten NĂ€chten!
Dergestalt im Herzen bekĂŒmmert gieng Zarathustra umher;und drei Tage lang nahm er nicht Trank und Speise zu sich,hatte keine Ruhe und verlor die Rede.Endlich geschah es, dass er in einen tiefen Schlaf verfiel.Seine JĂŒnger aber sassen um ihn in langen Nachtwachenund warteten mit Sorge, ob er wach werde und wieder redeund genesen sei von seiner TrĂŒbsal.
Diess aber ist die Rede, welche Zarathustra sprach, als er aufwachte;seine Stimme aber kam zu seinen JĂŒngern wie aus weiter Ferne.
Hört mir doch den Traum, den ich trÀumte, ihr Freunde,und helft mir seinen Sinn rathen!
Ein RĂ€thsel ist er mir noch, dieser Traum;sein Sinn ist verborgen in ihm und eingefangenund fliegt noch nicht ĂŒber ihn hin mit freien FlĂŒgeln.
Allem Leben hatte ich abgesagt, so trÀumte mir.Zum Nacht- und GrabwÀchter war ich worden,dort auf der einsamen Berg-Burg des Todes.
Droben hĂŒtete ich seine SĂ€rge:voll standen die dumpfen Gewölbe von solchen Siegeszeichen.Aus glĂ€sernen SĂ€rgen blickte mich ĂŒberwundenes Leben an.
Den Geruch verstaubter Ewigkeiten athmete ich:schwĂŒl und verstaubt lag meine Seele.Und wer hĂ€tte dort auch seine Seele lĂŒften können!
Helle der Mitternacht war immer um mich,Einsamkeit kauerte neben ihr; und, zudritt,röchelnde Todesstille, die schlimmste meiner Freundinnen.
SchlĂŒssel fĂŒhrte ich, die rostigsten aller SchlĂŒssel;und ich verstand es, damit das knarrendste aller Thore zu öffnen.
Einem bitterbösen GekrĂ€chze gleich lief der Ton durch die langen GĂ€nge,wenn sich des Thores FlĂŒgel hoben:unhold schrie dieser Vogel, ungern wollte er geweckt sein.
Aber furchtbarer noch und herzzuschnĂŒrender war es,wenn es wieder schwieg und rings stille ward,und ich allein sass in diesem tĂŒckischen Schweigen.
So gieng mir und schlich die Zeit, wenn Zeit es noch gab:was weiss ich davon!Aber endlich geschah das, was mich weckte.
Dreimal schlugen SchlĂ€ge anâs Thor, gleich Donnern,es hallten und heulten die Gewölbe dreimal wieder:da gieng ich zum Thore.
Alpa! rief ich, wer trÀgt seine Asche zu Berge?Alpa! Alpa! Wer trÀgt seine Asche zu Berge?
Und ich drĂŒckte den SchlĂŒssel und hob am Thore und mĂŒhte mich.Aber noch keinen Fingerbreit stand es offen:
Da riss ein brausender Wind seine FlĂŒgel auseinander:pfeifend, schrillend und schneidend warf er mir einen schwarzen Sarg zu:
Und im Brausen und Pfeifen und Schrillen zerbarst der Sargund spie tausendfÀltiges GelÀchter aus.
Und aus tausend Fratzen von Kindern, Engeln, Eulen, Narrenund kindergrossen Schmetterlingen lachte und höhnteund brauste es wider mich.
GrÀsslich erschrak ich darob: es warf mich nieder.Und ich schrie vor Grausen, wie nie ich schrie.
Aber der eigne Schrei weckte mich auf: â und ich kam zu mir.â
Also erzĂ€hlte Zarathustra seinen Traum und schwieg dann:denn er wusste noch nicht die Deutung seines Traumes.Aber der JĂŒnger, den er am meisten lieb hatte, erhob sich schnell,fasste die Hand Zarathustraâs und sprach:
âDein Leben selber deutet uns diesen Traum, oh Zarathustra!
Bist du nicht selber der Wind mit schrillem Pfeifen,der den Burgen des Todes die Thore aufreisst?
Bist du nicht selber der Sarg voll bunter Bosheitenund Engelsfratzen des Lebens?
Wahrlich, gleich tausendfĂ€ltigem KindsgelĂ€chter kommt Zarathustrain alle Todtenkammern, lachend ĂŒber diese Nacht- und GrabwĂ€chter,und wer sonst mit dĂŒstern SchlĂŒsseln rasselt.
Schrecken und umwerfen wirst du sie mit deinem GelĂ€chter;Ohnmacht und Wachwerden wird deine Macht ĂŒber sie beweisen.
Und auch, wenn die lange DĂ€mmerung kommt und die TodesmĂŒdigkeit,wirst du an unserm Himmel nicht untergehn,du FĂŒrsprecher des Lebens!
Neue Sterne liessest du uns sehen und neue Nachtherrlichkeiten;wahrlich, das Lachen selber spanntest duwie ein buntes Gezelt ĂŒber uns.
Nun wird immer Kindes-Lachen aus SĂ€rgen quellen;nun wird immer siegreich ein starker Wind kommen aller TodesmĂŒdigkeit:dessen bist du uns selber BĂŒrge und Wahrsager!
Wahrlich, sie selber trÀumtest du, deine Feinde:das war dein schwerster Traum!
Aber wie du von ihnen aufwachtest und zu dir kamst,also sollen sie selber von sich aufwachen â und zu dir kommen!â â
So sprach der JĂŒnger;und alle Anderen drĂ€ngten sich nun um Zarathustraund ergriffen ihn bei den HĂ€nden und wollten ihn bereden,dass er vom Bette und von der Traurigkeit lasseund zu ihnen zurĂŒckkehre.Zarathustra aber sass aufgerichtet auf seinem Lager,und mit fremdem Blicke.Gleichwie Einer, der aus langer Fremde heimkehrt,sah er auf seine JĂŒnger und prĂŒfte ihre Gesichter;und noch erkannte er sie nicht.Als sie aber ihn hoben und auf die FĂŒsse stellten,siehe, da verwandelte sich mit Einem Male sein Auge;er begriff Alles, was geschehen war, strich sich den Bartund sagte mit starker Stimme:
âWohlan! Diess nun hat seine Zeit;sorgt mir aber dafĂŒr, meine JĂŒnger, dass wir eine gute Mahlzeit machen,und in KĂŒrze!Also gedenke ich Busse zu thun fĂŒr schlimme TrĂ€ume!
Der Wahrsager aber soll an meiner Seite essen und trinken:und wahrlich, ich will ihm noch ein Meer zeigen,in dem er ertrinken kann!â
Also sprach Zarathustra.Darauf aber blickte er dem JĂŒnger,welcher den Traumdeuter abgegeben hatte, lange inâs Gesichtund schĂŒttelte dabei den Kopf. â
*
* *
Von der Erlösung.
Als Zarathustra eines Tags ĂŒber die grosse BrĂŒcke gieng,umringten ihn die KrĂŒppel und Bettler,und ein Bucklichter redete also zu ihm:
âSiehe, Zarathustra! Auch das Volk lernt von dirund gewinnt Glauben an deine Lehre:aber dass es ganz dir glauben soll, dazu bedarf es noch Einesâ du musst erst noch uns KrĂŒppel ĂŒberreden!Hier hast du nun eine schöne Auswahl und wahrlich,eine Gelegenheit mit mehr als Einem Schopfe!Blinde kannst du heilen und Lahme laufen machen;und Dem, der zuviel hinter sich hat,könntest du wohl auch ein Wenig abnehmen:â das, meine ich, wĂ€re die rechte Art,die KrĂŒppel an Zarathustra glauben zu machen!â
Zarathustra aber erwiderte Dem, der da redete, also:âWenn man dem Bucklichten seinen Buckel nimmt,so nimmt man ihm seinen Geist â also lehrt das Volk.Und wenn man dem Blinden seine Augen giebt,so sieht er zuviel schlimme Dinge auf Erden:also dass er Den verflucht, der ihn heilte.Der aber, welcher den Lahmen laufen macht,der thut ihm den grössten Schaden an:denn kaum kann er laufen, so gehn seine Laster mit ihm durchâ also lehrt das Volk ĂŒber KrĂŒppel.Und warum sollte Zarathustra nicht auch vom Volke lernen,wenn das Volk von Zarathustra lernt?
Das ist mir aber das Geringste, seit ich unter Menschen bin,dass ich sehe: âDiesem fehlt ein Auge und Jenem ein Ohrund einem Dritten das Bein, und Andre giebt es,die verloren die Zunge oder die Nase oder den Kopf.â
Ich sehe und sah Schlimmeres und mancherlei so Abscheuliches,dass ich nicht von Jeglichem reden und von Einigem nicht einmal schweigen möchte:nĂ€mlich Menschen, denen es an Allem fehlt,ausser dass sie Eins zuviel habenâ Menschen, welche Nichts weiter sind als ein grosses Auge,oder ein grosses Maul oder ein grosser Bauch oder irgend etwas Grosses,â umgekehrte KrĂŒppel heisse ich Solche.
Und als ich aus meiner Einsamkeit kamund zum ersten Male ĂŒber diese BrĂŒcke gieng:da traute ich meinen Augen nicht und sah hin, und wieder hin,und sagte endlich: âdas ist ein Ohr! Ein Ohr, so gross wie ein Mensch!âIch sah noch besser hin: und wirklich, unter dem Ohre bewegte sich noch Etwas,das zum Erbarmen klein und Ă€rmlich und schmĂ€chtig war.Und wahrhaftig, das ungeheure Ohr sass auf einem kleinen dĂŒnnen Stiele,â der Stiel aber war ein Mensch!Wer ein Glas vor das Auge nahm,konnte sogar noch ein kleines neidisches Gesichtchen erkennen;auch, dass ein gedunsenes Seelchen am Stiele baumelte.Das Volk sagte mir aber, das grosse Ohr sei nicht nur ein Mensch,sondern ein grosser Mensch, ein Genie.Aber ich glaubte dem Volke niemals, wenn es von grossen Menschen redeteâ und behielt meinen Glauben bei, dass es ein umgekehrter KrĂŒppel sei,der an Allem zu wenig und an Einem zu viel habe.â
Als Zarathustra so zu dem Bucklichten geredet hatteund zu Denen, welchen er MundstĂŒck und FĂŒrsprecher war,wandte er sich mit tiefem Unmuthe zu seinen JĂŒngern und sagte:
âWahrlich, meine Freunde, ich wandle unter den Menschenwie unter den BruchstĂŒcken und Gliedmaassen von Menschen!
Diess ist meinem Auge das FĂŒrchterliche,dass ich den Menschen zertrĂŒmmert finde und zerstreuetwie ĂŒber ein Schlacht- und SchlĂ€chterfeld hin.
Und flĂŒchtet mein Auge vom Jetzt zum Ehemals:es findet immer das Gleiche: BruchstĂŒcke und Gliedmaassen und grause ZufĂ€lleâ aber keine Menschen!
Das Jetzt und das Ehemals auf Erden â ach! meine Freundeâ das ist mein UnertrĂ€glichstes; und ich wĂŒsste nicht zu leben,wenn ich nicht noch ein Seher wĂ€re, dessen, was kommen muss.
Ein Seher, ein Wollender, ein Schaffender,eine Zukunft selber und eine BrĂŒcke zur Zukunftâ und ach, auch noch gleichsam ein KrĂŒppel an dieser BrĂŒcke:das Alles ist Zarathustra.
Und auch ihr fragtet euch oft: âwer ist uns Zarathustra?Wie soll er uns heissen?âUnd gleich mir selber gabt ihr euch Fragen zur Antwort.
Ist er ein Versprechender? Oder ein ErfĂŒller?Ein Erobernder? Oder ein Erbender?Ein Herbst? Oder eine Pflugschar?Ein Arzt? Oder ein Genesener?
Ist er ein Dichter? Oder ein Wahrhaftiger?Ein Befreier? Oder ein BÀndiger?Ein Guter? Oder ein Böser?
Ich wandle unter Menschen als den BruchstĂŒcken der Zukunft:jener Zukunft, die ich schaue.
Und das ist all mein Dichten und Trachten,dass ich in Eins dichte und zusammentrage,was BruchstĂŒck ist und RĂ€thsel und grauser Zufall.
Und wie ertrĂŒge ich es, Mensch zu sein,wenn der Mensch nicht auch Dichter und RĂ€thselratherund der Erlöser des Zufalls wĂ€re!
Die Vergangnen zu erlösen und alles âEs warâ umzuschaffenin ein âSo wollte ich es!â â das hiesse mir erst Erlösung!
Wille â so heisst der Befreier und Freudebringer:also lehrte ich euch, meine Freunde!Und nun lernt diess hinzu: der Wille selber ist noch ein Gefangener.
Wollen befreit: aber wie heisst Das,was auch den Befreier noch in Ketten schlÀgt?
âEs warâ: also heisst des Willens ZĂ€hneknirschen und einsamste TrĂŒbsal.OhnmĂ€chtig gegen Das, was gethan istâ ist er allem Vergangenen ein böser Zuschauer.
Nicht zurĂŒck kann der Wille wollen;dass er die Zeit nicht brechen kann und der Zeit Begierde,â das ist des Willens einsamste TrĂŒbsal.
Wollen befreit: was ersinnt sich das Wollen selber,dass es los seiner TrĂŒbsal werde und seines Kerkers spotte?
Ach, ein Narr wird jeder Gefangene!NÀrrisch erlöst sich auch der gefangene Wille.
Dass die Zeit nicht zurĂŒcklĂ€uft, das ist sein Ingrimm;âDas, was warâ â so heisst der Stein, den er nicht wĂ€lzen kann.
Und so wĂ€lzt er Steine aus Ingrimm und Unmuthund ĂŒbt Rache an dem, was nicht gleich ihm Grimm und Unmuth fĂŒhlt.
Also wurde der Wille, der Befreier, ein WehethĂ€ter:und an Allem, was leiden kann, nimmt er Rache dafĂŒr,dass er nicht zurĂŒck kann.
âDiess, ja diess allein ist Rache selber:des Willens Widerwille gegen die Zeit und ihr âEs war.â
Wahrlich, eine grosse Narrheit wohnt in unserm Willen;und zum Fluche wurde es allem Menschlichen, dass diese Narrheit Geist lernte!
Der Geist der Rache: meine Freunde,das war bisher der Menschen bestes Nachdenken;und wo Leid war, da sollte immer Strafe sein.
âStrafeâ nĂ€mlich, so heisst sich die Rache selber:mit einem LĂŒgenwort heuchelt sie sich ein gutes Gewissen.
Und weil im Wollenden selber Leid ist,darob dass es nicht zurĂŒck wollen kann,â also sollte Wollen selber und alles Leben â Strafe sein!
Und nun wĂ€lzte sich Wolke auf Wolke ĂŒber den Geist:bis endlich der Wahnsinn predigte:âAlles vergeht, darum ist Alles Werth zu vergehn!â
âUnd diess ist selber Gerechtigkeit, jenes Gesetz der Zeit,dass sie ihre Kinder fressen mussâ: also predigte der Wahnsinn.
âSittlich sind die Dinge geordnet nach Recht und Strafe.Oh wo ist die Erlösung vom Fluss der Dinge und der Strafe âDaseinâ?âAlso predigte der Wahnsinn.
âKann es Erlösung geben, wenn es ein ewiges Recht giebt?Ach, unwĂ€lzbar ist der Stein âEs warâ: ewig mĂŒssen auch alle Strafen sein!âAlso predigte der Wahnsinn.
âKeine That kann vernichtet werden:wie könnte sie durch die Strafe ungethan werden!Diess, diess ist das Ewige an der Strafe âDaseinâ,dass das Dasein auch ewig wieder That und Schuld sein muss!
âEs sei denn, dass der Wille endlich sich selber erlösteund Wollen zu Nicht-Wollen wĂŒrde ââ:doch ihr kennt, meine BrĂŒder, diess Fabellied des Wahnsinns!
Weg fĂŒhrte ich euch von diesen Fabelliedern, als ich euch lehrte:âder Wille ist ein Schaffender.â
Alles âEs warâ ist ein BruchstĂŒck, ein RĂ€thsel, ein grauser Zufallâ bis der schaffende Wille dazu sagt: âaber so wollte ich es!â
â Bis der schaffende Wille dazu sagt:âAber so will ich es! So werde ichâs wollen!â
Aber sprach er schon so? Und wann geschieht diess?Ist der Wille schon abgeschirrt von seiner eignen Thorheit?
Wurde der Wille sich selber schon Erlöser und Freudebringer?Verlernte er den Geist der Rache und alles ZÀhneknirschen?
Und wer lehrte ihn Versöhnung mit der Zeit,und Höheres als alle Versöhnung ist?
Höheres als alle Versöhnung muss der Wille wollen,welcher der Wille zur Macht ist â: doch wie geschieht ihm das?Wer lehrte ihn auch noch das ZurĂŒckwollen?â
â Aber an dieser Stelle seiner Rede geschah es,dass Zarathustra plötzlich innehielt und ganz einem Solchen gleich sah,der auf das Ăusserste erschrickt.Mit erschrecktem Auge blickte er auf seine JĂŒnger;sein Auge durchbohrte wie mit Pfeilen ihre Gedanken und Hintergedanken.Aber nach einer kleinen Weile lachte er schon wieder und sagte begĂŒtigt:
âEs ist schwer, mit Menschen zu leben, weil Schweigen so schwer ist.Sonderlich fĂŒr einen GeschwĂ€tzigen.â â
Also sprach Zarathustra. Der Bucklichte aber hatte dem GesprÀche zugehörtund sein Gesicht dabei bedeckt;als er aber Zarathustra lachen hörte,blickte er neugierig auf und sagte langsam:
âAber warum redet Zarathustra anders zu uns als zu seinen JĂŒngern?â
Zarathustra antwortete: âWas ist da zum Verwundern!Mit Bucklichten darf man schon bucklicht reden!â
âGut, sagte der Bucklichte; und mit SchĂŒlern darf man schonaus der Schule schwĂ€tzen.
Aber warum redet Zarathustra anders zu seinen SchĂŒlernâ als zu sich selber?â â
*
* *
Von der Menschen-Klugheit.
Nicht die Höhe: der Abhang ist das Furchtbare!
Der Abhang, wo der Blick hinunter stĂŒrzt und die Hand hinauf greift.Da schwindelt dem Herzen vor seinem doppelten Willen.
Ach, Freunde, errathet ihr wohl auch meines Herzens doppelten Willen?
Das, Das ist mein Abhang und meine Gefahr,dass mein Blick in die Höhe stĂŒrzt, und dass meine Handsich halten und stĂŒtzen möchte â an der Tiefe!
An den Menschen klammert sich mein Wille,mit Ketten binde ich mich an den Menschen,weil es mich hinauf reisst zum Ăbermenschen:denn dahin will mein andrer Wille.
Und dazu lebe ich blind unter den Menschen;gleich als ob ich sie nicht kennte:dass meine Hand ihren Glauben an Festes nicht ganz verliere.
Ich kenne euch Menschen nicht:diese Finsterniss und Tröstung ist oft um mich gebreitet.
Ich sitze am Thorwege fĂŒr jeden Schelm und frage:wer will mich betrĂŒgen?
Das ist meine erste Menschen-Klugheit,dass ich mich betrĂŒgen lasse, um nicht auf der Hut zu sein vor BetrĂŒgern.
Ach, wenn ich auf der Hut wÀre vor dem Menschen:wie könnte meinem Balle der Mensch ein Anker sein!Zu leicht risse es mich hinauf und hinweg!
Diese Vorsehung ist ĂŒber meinem Schicksal,dass ich ohne Vorsicht sein muss.
Und wer unter Menschen nicht verschmachten will,muss lernen, aus allen GlÀsern zu trinken;und wer unter Menschen rein bleiben will, muss verstehn,sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen.
Und also sprach ich oft mir zum Troste:âWohlan! Wohlauf! Altes Herz! Ein UnglĂŒck missrieth dir:geniesse diess als dein â GlĂŒck!â
Diess aber ist meine andre Menschen-Klugheit:ich schone die Eitlen mehr als die Stolzen.
Ist nicht verletzte Eitelkeit die Mutter aller Trauerspiele?Wo aber Stolz verletzt wird, da wÀchst wohl etwas Besseres noch,als Stolz ist.
Damit das Leben gut anzuschaun sei, muss sein Spiel gut gespielt werden:dazu aber bedarf es guter Schauspieler.
Gute Schauspieler fand ich alle Eitlen: sie spielen und wollen,dass ihnen gern zugeschaut werde,â all ihr Geist ist bei diesem Willen.
Sie fĂŒhren sich auf, sie erfinden sich;in ihrer NĂ€he liebe ichâs, dem Leben zuzuschaun,â es heilt von der Schwermuth.
Darum schone ich die Eitlen, weil sie mir Ărzte sind meiner Schwermuthund mich am Menschen fest halten als an einem Schauspiele.
Und dann: wer ermisst am Eitlen die ganze Tiefe seiner Bescheidenheit!Ich bin ihm gut und mitleidig ob seiner Bescheidenheit.
Von euch will er seinen Glauben an sich lernen;er nÀhrt sich an euren Blicken, er frisst das Lob aus euren HÀnden.
Euren LĂŒgen glaubt er noch, wenn ihr gut ĂŒber ihn lĂŒgt:denn im Tiefsten seufzt sein Herz: âwas bin ich!â
Und wenn das die rechte Tugend ist, die nicht um sich selber weiss:nun, der Eitle weiss nicht um seine Bescheidenheit! â
Das ist aber meine dritte Menschen-Klugheit,dass ich mir den Anblick der Bösen nicht verleiden lassedurch eure Furchtsamkeit.
Ich bin selig, die Wunder zu sehn, welche heisse Sonne ausbrĂŒtet:Tiger und Palmen und Klapperschlangen.
Auch unter Menschen giebt es schöne Brut heisser Sonneund viel WunderwĂŒrdiges an den Bösen.
Zwar, wie eure Weisesten mir nicht gar so weise erschienen:so fand ich auch der Menschen Bosheit unter ihrem Rufe.
Und oft fragte ich mit KopfschĂŒtteln:Warum noch klappern, ihr Klapperschlangen?
Wahrlich, es giebt auch fĂŒr das Böse noch eine Zukunft!Und der heisseste SĂŒden ist noch nicht entdeckt fĂŒr den Menschen.
Wie Manches heisst jetzt schon Àrgste Bosheit,was doch nur zwölf Schuhe breit und drei Monate lang ist!Einst aber werden grössere Drachen zur Welt kommen.
Denn dass dem Ăbermenschen sein Drache nicht fehle,der Ăber-Drache, der seiner wĂŒrdig ist:dazu muss viel heisse Sonne noch auf feuchten Urwald glĂŒhen!
Aus euren Wildkatzen mĂŒssen erst Tiger geworden seinund aus euren Giftkröten Krokodile:denn der gute JĂ€ger soll eine gute Jagd haben!
Und wahrlich, ihr Guten und Gerechten!An euch ist Viel zum Lachen und zumal eure Furcht vor dem,was bisher âTeufelâ hiess!
So fremd seid ihr dem Grossen mit eurer Seele,dass euch der Ăbermensch furchtbar sein wĂŒrde in seiner GĂŒte!
Und ihr Weisen und Wissenden, ihr wĂŒrdet vor dem Sonnenbrandeder Weisheit flĂŒchten, in dem der Ăbermenschmit Lust seine Nacktheit badet!
Ihr höchsten Menschen, denen mein Auge begegnete!das ist mein Zweifel an euch und mein heimliches Lachen:ich rathe, ihr wĂŒrdet meinen Ăbermenschen â Teufel heissen!
Ach, ich ward dieser Höchsten und Besten mĂŒde:aus ihrer âHöheâ verlangte mich hinauf, hinaus, hinwegzu dem Ăbermenschen!
Ein Grausen ĂŒberfiel mich, als ich diese Besten nackend sah:da wuchsen mir die FlĂŒgel, fortzuschweben in ferne ZukĂŒnfte.
In fernere ZukĂŒnfte, in sĂŒdlichere SĂŒden, als je ein Bildner trĂ€umte:dorthin, wo Götter sich aller Kleider schĂ€men!
Aber verkleidet will ich euch sehn, ihr NĂ€chsten und Mitmenschen,und gut geputzt, und eitel, und wĂŒrdig,als âdie Guten und Gerechten,â â
Und verkleidet will ich selber unter euch sitzen,â dass ich euch und mich verkenne:das ist nĂ€mlich meine letzte Menschen-Klugheit.
Also sprach Zarathustra.
*
* *
Die stillste Stunde.
Was geschah mir, meine Freunde?Ihr seht mich verstört, fortgetrieben, unwillig-folgsam,bereit zu gehen â ach, von euch fortzugehen!
Ja, noch Ein Mal muss Zarathustra in seine Einsamkeit:aber unlustig geht diessmal der BĂ€r zurĂŒck in seine Höhle!
Was geschah mir? Wer gebeut diess?â Ach, meine zornige Herrin will es so, sie sprach zu mir:nannte ich je euch schon ihren Namen?
Gestern gen Abend sprach zu mir meine stillste Stunde:das ist der Name meiner furchtbaren Herrin.
Und so geschahâs, â denn Alles muss ich euch sagen,dass euer Herz sich nicht verhĂ€rte gegen den plötzlich Scheidenden!
Kennt ihr den Schrecken des Einschlafenden? â
Bis in die Zehen hinein erschrickt er, darob,dass ihm der Boden weicht und der Traum beginnt.
Dieses sage ich euch zum Gleichniss.Gestern, zur stillsten Stunde, wich mir der Boden: der Traum begann.
Der Zeiger rĂŒckte, die Uhr meines Lebens holte Athem â,nie hörte ich solche Stille um mich: also dass mein Herz erschrak.
Dann sprach es ohne Stimme zu mir: âDu weisst es, Zarathustra?â â
Und ich schrie vor Schrecken bei diesem FlĂŒstern,und das Blut wich aus meinem Gesichte: aber ich schwieg.
Da sprach es abermals ohne Stimme zu mir:âDu weisst es, Zarathustra, aber du redest es nicht!â â
Und ich antwortete endlich gleich einem Trotzigen:âJa, ich weiss es, aber ich will es nicht reden!â
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir:âDu willst nicht, Zarathustra? Ist diess auch wahr?Verstecke dich nicht in deinen Trotz!â â
Und ich weinte und zitterte wie ein Kind und sprach:âAch, ich wollte schon, aber wie kann ich es!Erlass mir diess nur! Es ist ĂŒber meine Kraft!â
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir:âWas liegt an dir, Zarathustra! Sprich dein Wort und zerbrich!â â
Und ich antwortete: âAch, ist es mein Wort?Wer bin ich? Ich warte des WĂŒrdigeren;ich bin nicht werth, an ihm auch nur zu zerbrechen.â
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir:âWas liegt an dir? Du bist mir noch nicht demĂŒthig genug.Die Demuth hat das hĂ€rteste Fell.â â
Und ich antwortete: âWas trug nicht schon das Fell meiner Demuth!Am Fusse wohne ich meiner Höhe: wie hoch meine Gipfel sind?Niemand sagte es mir noch. Aber gut kenne ich meine ThĂ€ler.â
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir:âOh Zarathustra, wer Berge zu versetzen hat,der versetzt auch ThĂ€ler und Niederungen.â â
Und ich antwortete: âNoch versetzte mein Wort keine Berge,und was ich redete, erreichte die Menschen nicht.Ich gieng wohl zu den Menschen, aber noch langte ich nicht bei ihnen an.â
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir:âWas weisst du davon! Der Thau fĂ€llt auf das Gras,wenn die Nacht am verschwiegensten ist.â â
Und ich antwortete: âsie verspotteten mich,als ich meinen eigenen Weg fand und gieng;und in Wahrheit zitterten damals meine FĂŒsse.
Und so sprachen sie zu mir: du verlerntest den Weg,nun verlernst du auch das Gehen!â
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir:âWas liegt an ihrem Spotte! Du bist Einer,der das Gehorchen verlernt hat: nun sollst du befehlen!
Weisst du nicht, wer Allen am nöthigsten thut?Der Grosses befiehlt.
Grosses vollfĂŒhren ist schwer: aber das Schwerere ist, Grosses befehlen.
Das ist dein Unverzeihlichstes: du hast die Macht,und du willst nicht herrschen.â â
Und ich antwortete: âMir fehlt des Löwen Stimme zu allem Befehlen.â
Da sprach es wieder wie ein FlĂŒstern zu mir:âDie stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen.Gedanken, die mit TaubenfĂŒssen kommen, lenken die Welt.
Oh Zarathustra, du sollst gehen als ein Schatten dessen,was kommen muss: so wirst du befehlen und befehlend vorangehen.â â
Und ich antwortete: âIch schĂ€me mich.â
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir:âDu musst noch Kind werden und ohne Scham.
Der Stolz der Jugend ist noch auf dir, spĂ€t bist du jung geworden:aber wer zum Kinde werden will, muss auch noch seine Jugend ĂŒberwinden.â â
Und ich besann mich lange und zitterte.Endlich aber sagte ich, was ich zuerst sagte: âIch will nicht.â
Da geschah ein Lachen um mich. Wehe, wie diess Lachen mirdie Eingeweide zerriss und das Herz aufschlitzte!
Und es sprach zum letzten Male zu mir:âOh Zarathustra, deine FrĂŒchte sind reif,aber du bist nicht reif fĂŒr deine FrĂŒchte!
So musst du wieder in die Einsamkeit:denn du sollst noch mĂŒrbe werden.â â
Und wieder lachte es und floh:dann wurde es stille um mich wie mit einer zwiefachen Stille.Ich aber lag am Boden, und der Schweiss floss mir von den Gliedern.
â Nun hörtet ihr Alles, und warum ich in meine Einsamkeit zurĂŒck muss.Nichts verschwieg ich euch, meine Freunde.
Aber auch diess hörtet ihr von mir, wer immer nochaller Menschen Verschwiegenster ist â und es sein will!
Ach meine Freunde! Ich hĂ€tte euch noch Etwas zu sagen,ich hĂ€tte euch noch Etwas zu geben! Warum gebe ich es nicht?Bin ich denn geizig?â â
Als Zarathustra aber diese Worte gesprochen hatte,ĂŒberfiel ihn die Gewalt des Schmerzes und die NĂ€he des Abschiedsvon seinen Freunden, also dass er laut weinte;und Niemand wusste ihn zu trösten.Des Nachts aber gieng er allein fort und verliess seine Freunde.
*
* *
THUS SPOKE ZARATHUSTRA II
The Child with the Mirror.
Hereupon Zarathustra went back again into the mountainsand the solitude of his cave,and withdrew from men:waiting like a sowerwho has cast his seed.But his soul became full of impatienceand desire for those whom he loved:for he still had much to give them.This, you see, is the hardest thing:to close the open hand out of love,and to preserve oneâs modesty as a giver.
Thus for the lonely one, months and years went by;but his wisdom grewand, in its fullness, caused him pain.
One morning, however, he awoke even before the dawn,pondered for a long time on his bed,and at last spoke to his heart:
âWhy was I so startled in my dreamthat I awoke?Did not a child come to me,carrying a mirror?
âOh Zarathustra,â the child said to me,âlook at yourself in the mirror!â
But when I looked into the mirror,I cried out,and my heart was shaken:for it was not myself I saw in it,but a devilâs grimace and scornful laughter.
Truly, all too well do I understand the dreamâs sign and admonition:my teaching is in danger,weeds want to be called wheat!
My enemies have grown powerfuland have disfigured the image of my teaching,so that my dearest ones must be ashamed of the giftsI gave them.
My friends have been lost to me;the hour has come for me to seek my lost ones!â â
With these words Zarathustra sprang up,not like a man in anguish gasping for air,but more like a seer and a singerwho is seized by the spirit.His eagle and his serpent looked upon him in wonder:for like the morning dawn, a coming happiness lay upon his face.
âWhat has happened to me, my animals?âsaid Zarathustra.âAm I not transformed?Did not bliss come to me like a whirlwind?
My happiness is foolish and will speak foolish things:it is still too youngâso have patience with it!
I am wounded by my happiness:all who suffer shall be my physicians!
To my friends I may descend again,and also to my enemies!Zarathustra may speak and give again,and show his love to his beloved!
My impatient love overflows in streams,downward, toward sunrise and sunset.Out of silent mountains and thunderstorms of pain,my soul rushes down into the valleys.
Too long have I yearned and gazed into the distance.Too long have I belonged to solitude:thus I have unlearned silence.
I have become entirely mouth,and the roaring of a brook from high rocks:I want to hurl my speech down into the valleys.
And may my stream of love plunge into the impassable!How should a stream not finally find its way to the sea!
There is indeed a lake within me,a hermit-like, self-sufficing lake;but my stream of love carries it along,down to the sea!
New paths I tread, a new speech comes to me;I have grown weary, like all creators, of the old tongues.My spirit no longer wants to walk on worn-out soles.
All speech runs too slowly for me:âinto your chariot I leap, storm!And you too I will whip with my malice!
Like a cry and a cheerI will journey over wide seas,until I find the blissful isleswhere my friends are dwelling:â
And my enemies among them!How I now love everyone to whom I may but speak!My enemies, too, belong to my bliss.
And when I wish to mount my wildest horse,my spear always helps me up best:it is my footâs ever-ready servant:â
The spear that I hurl against my enemies!How I thank my enemiesthat I may finally hurl it!
Too great was the tension of my cloud:between peals of lightningI will cast showers of hail into the depths.
Mightily then will my breast heave,mightily will it blow its storm over the mountains:thus it finds relief.
Truly, like a storm comes my happiness and my freedom!But my enemies shall believethat the Evil One rages over their heads.
Yes, you too will be frightened, my friends,by my wild wisdom;and perhaps you will flee from it, along with my enemies.
Ah, that I knew howto lure you back with shepherdâs flutes!Ah, that my lioness, Wisdom, would learn to roar tenderly!And we have already learned much together!
My wild wisdom became pregnant on lonely mountains;on rough stones she bore her young, her youngest.
Now she runs foolishly through the harsh desertand seeks and seeks the soft turfâmy old, wild wisdom!
Upon the soft turf of your hearts, my friends!âupon your love she would bed her dearest one!â
Thus spoke Zarathustra.
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### On the Blissful Isles.
The figs are falling from the trees,they are good and sweet;and as they fall, their red skin is torn.A north wind am I to ripe figs.
Thus, like figs, these teachings fall to you, my friends:now drink their juice and their sweet flesh!It is autumn all around, with a clear sky and afternoon.
Behold what abundance is about us!And out of this superfluity, it is beautifulto look out upon distant seas.
Once, one said God when one looked upon distant seas;but now I have taught you to say: Overman.
God is a conjecture;but I want your conjecturing not to reach furtherthan your creative will.
Could you create a God?âThen be silent to me about all gods!But you could well create the Overman.
Perhaps not you yourselves, my brothers!But you could re-create yourselves into fathers and forefathers of the Overman:and let this be your best creation!â
God is a conjecture:but I want your conjecturing to be limited by what is thinkable.
Could you think a God?âBut let this mean to you the will to truth:that everything be transformed into what is humanly-thinkable,humanly-visible, humanly-feelable!You must think your own senses through to their end!
And what you have called world,that shall first be created by you:your reason, your image, your will,your love shall it become!And truly, for your own bliss, you knowing ones!
And how could you endure life without this hope,you knowing ones?You should not be born into the incomprehensible,nor into the irrational.
But let me reveal my heart to you entirely, my friends:if there were gods, how could I bearnot to be a god!Therefore, there are no gods.
True, I drew the conclusion; but now it draws me.â
God is a conjecture:but who could drink all the torment of this conjecture without dying?Shall the creator be robbed of his faith,and the eagle of its soaring in eagle-distances?
God is a thought that makes all that is straight crooked,and all that stands, whirl. What?Time would be gone, and all that is transient merely a lie?
To think this is a vortex and vertigo to human bones,and a vomiting to the stomach:truly, I call it the whirling sickness, to conjecture such a thing.
Evil I call it and hostile to man:all this teaching of the One and the Full and the Unmovedand the Sated and the Imperishable!
All that is imperishableâthat is but a parable!And the poets lie too much.â
But the best parables should speak of time and becoming:they should be a praiseand a justification of all transience!
To createâthat is the great redemption from suffering,and life's growing light.But for the creator to exist,suffering itself is needed, and much transformation.
Yes, much bitter dying must there be in your life, you creators!Thus you are advocates and justifiers of all transience.
For the creator himself to be the child that is newly born,he must also want to be the birthing-womanand the pain of the birthing-woman.
Truly, I have gone my way through a hundred soulsand through a hundred cradles and birth-pangs.I have already taken many a farewell;I know the heart-breaking final hours.
But so my creative will, my fate, wills it.Or, to tell you more honestly:precisely such a fateâis what my will wills.
All that feels, suffers in me and is in prisons:but my willing always comes to meas my liberator and bringer of joy.
Willing liberates: that is the true teaching of will and freedomâso Zarathustra teaches it to you.
No-longer-willing and no-longer-valuing and no-longer-creating!Ah, that this great weariness may ever remain far from me!
Even in knowing, I feel only my willâs procreative and becoming-lust;and if there is innocence in my knowledge,it is because the will to procreate is in it.
Away from God and gods this will has lured me;for what would there be to create if godsâwere there!
But it is to man that it drives me ever anew,my fervent, creative will;thus it drives the hammer to the stone.
Ah, you men, within the stone an image sleeps for me,the image of my images!Ah, that it must sleep in the hardest, ugliest stone!
Now my hammer rages cruelly against its prison.Pieces fly from the stone: what is that to me?
I want to complete it: for a shadow came to meâthe stillest and lightest of all things once came to me!
The beauty of the Overman came to me as a shadow.Ah, my brothers!What are the gods to meâany longer!â
Thus spoke Zarathustra.
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### Of the Compassionate.
My friends, a mocking speech has reached your friend:âJust look at Zarathustra!Does he not walk among us as if among animals?â
But it is better said thus:âthe knowing one walks among men as among animals.â
But to the knowing one, man himself is called:the animal with red cheeks.
How did this happen to him?Is it not because he has had to be ashamed too often?
Oh my friends! Thus speaks the knowing one:Shame, shame, shameâthat is the history of man!
And that is why the noble man commands himself not to cause shame:he commands himself to feel shame before all who suffer.
Truly, I do not like them, the merciful,who are blissful in their pity:they are too lacking in shame.
If I must be compassionate, I do not wish to be called so;and if I am, then preferably from a distance.
Preferably I also cover my head and flee,before I am recognized:and so I bid you do, my friends!
May my fate always lead across my path those who, like you, are without suffering,and thosewith whom I may share hope and meal and honey!
Truly, I have done this and that for the suffering:but I always seemed to do better when I learnedto rejoice better.
Since men have existed, man has rejoiced too little:that alone, my brothers, is our original sin!
And when we learn to rejoice better,we best unlearn how to inflict pain on othersand to devise painful things.
Therefore I wash my hand that helped the sufferer,therefore I also wipe my soul clean.
For when I saw the sufferer suffering,I was ashamed on account of his shame;and when I helped him,I trespassed harshly upon his pride.
Great obligations do not make one grateful, but vengeful;and if a small kindness is not forgotten,it turns into a gnawing worm.
âBe coy in accepting! Distinguish yourselves by accepting!ââthus I advise those who have nothing to give away.
But I am a giver:I give gladly, as a friend to friends.But strangers and the poor may pluck the fruitfrom my tree themselves: thus it is less shameful.
But beggars should be abolished entirely!Truly, one is annoyed to give to themand annoyed not to give to them.
And likewise sinners and bad consciences!Believe me, my friends: the bites of conscience teach one to bite.
But the worst things are small thoughts.Truly, better to have done evil than to have thought small!
Though you say: âthe pleasure in small evilssaves us from many a great evil deed.âBut here one should not wish to be sparing.
The evil deed is like a boil:it itches and scratches and breaks outâit speaks honestly.
âBehold, I am sicknessââso speaks the evil deed;that is its honesty.
But the small thought is like a fungus:it crawls and cowers and wants to be nowhereâuntil the whole body is rotten and withered from little fungi.
But to him who is possessed by the devil,I say this word in his ear:âBetter for you to raise your devil!For you, too, there is still a path to greatness!ââ
Ah, my brothers! One knows a little too much about everyone!And many a man becomes transparent to us,but for all that we are far from being able to pass through him.
It is difficult to live with menbecause silence is so difficult.
And it is not against the one who is repugnant to usthat we are most unjust,but against the one who is of no concern to us at all.
But if you have a suffering friend,be a resting-place for his suffering,yet a hard bed, as it were, a field-bed:thus will you serve him best.
And if a friend does you wrong, then say:âI forgive you what you did to me;but that you did it to yourselfâhow could I forgive that!â
Thus speaks all great love:it overcomes even forgiveness and pity.
One should hold oneâs heart fast;for if one lets it go,how soon oneâs head runs away with it!
Ah, where in the world have greater follies been committedthan among the compassionate?And what in the world has caused more sufferingthan the follies of the compassionate?
Woe to all lovers who do not have a heightthat is above their pity!
Thus the devil once spoke to me:âEven God has his hell:that is his love for men.â
And recently I heard him say this word:âGod is dead;God died of his pity for man.ââ
So be warned against pity:from it a heavy cloud is yet to come for men!Truly, I understand the signs of the weather!
But mark this word as well:all great love is still above all its pity:for it still wants toâcreate the beloved!
âMyself I offer to my love,and my neighbor as myselfââso goes the speech of all creators.
But all creators are hard.â
Thus spoke Zarathustra.
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### Of Priests.
And one day Zarathustra gave a sign to his disciplesand spoke these words to them:
âHere are priests: and though they are my enemies,pass them by in silence and with a sleeping sword!
Among them, too, there are heroes; many of them have suffered too muchâ:so they want to make others suffer.
They are wicked enemies:nothing is more vengeful than their humility.And he who attacks them is easily sullied.
But my blood is related to theirs;and I want my blood to be honored even in theirs.ââ
And when they had passed by,pain befell Zarathustra;and he had not struggled long with his painwhen he began to speak thus:
I feel for these priests.They are also contrary to my taste;but that is the least of my concerns, since I have been among men.
But I suffer and have suffered with them:to me they are prisoners and branded men.He whom they call Redeemer put them in chains:â
In chains of false values and words of delusion!Oh, that someone would redeem them from their redeemer!
They once thought they had landed on an islandwhen the sea tossed them about;but behold, it was a sleeping monster!
False values and words of delusion:these are the worst monsters for mortalsâlong does fate sleep and wait within them.
But at last it comes and wakes and eats and devourswhatever built huts upon it.
Oh, just look at these hutsthat these priests built!Churches they call their sweet-scented caves.
Oh, this falsified light, this musty air!Here, where the soul is not allowed to fly up to its height!
Instead, their faith commands thus:âUp the stairs on your knees, you sinners!â
Truly, I would rather see the shameless manthan the contorted eyes of their shame and devotion!
Who created for themselves such caves and penitential stairs?Was it not those who wanted to hide themselvesand were ashamed of the pure sky?
And only when the pure sky gazes again through broken ceilings,and down upon grass and red poppies by broken wallsâwill I turn my heart again to the places of this god.
They called God that which contradicted them and caused them pain:and truly, there was much of the heroâs nature in their worship!
And they knew no other way to love their Godthan by nailing man to the cross!
As corpses they intended to live,they draped their corpses in black;even from their speeches I still smell the foul spice of burial chambers.
And whoever lives near them lives near black ponds,out of which the toad sings its song with sweet melancholy.
They would have to sing me better songsfor me to learn to believe in their Redeemer:his disciples would have to look more redeemed!
Naked I would like to see them:for beauty alone should preach penitence.But who could be persuaded by this masked affliction!
Truly, their redeemers themselves did not come from freedomand freedomâs seventh heaven!Truly, they themselves never walked on the carpets of knowledge!
The spirit of these redeemers consisted of gaps;but into every gap they had placed their delusion,their stopgap, which they called God.
Their spirit was drowned in their pity,and when they swelled and over-swelled with pity,a great folly always floated on top.
Eagerly and with cries they drove their flock over their footbridge:as if there were only one footbridge to the future!Truly, these shepherds, too, still belonged among the sheep!
These shepherds had small spirits and expansive souls:but, my brothers, what small landseven the most expansive souls have been hitherto!
They wrote signs of blood upon the path they walked,and their folly taught that truth is proved with blood.
But blood is the worst witness of truth;blood poisons the purest teaching, turning it to delusion and hatred of hearts.
And if someone goes through fire for his teachingâwhat does that prove!It is more, truly, when oneâs own teaching comes from oneâs own fire!
A sultry heart and a cold head: where these meet,there arises the whirlwind called the âRedeemer.â
Truly, there have been greater and higher-born menthan those whom the people call redeemers,these intoxicating whirlwinds!
And you must be redeemed from still greater men than all redeemers,my brothers,if you wish to find the way to freedom!
Never yet has there been an Overman.Naked I have seen them both, the greatest and the smallest man:â
They are still all too similar to one another.Truly, even the greatest I foundâall too human!
Thus spoke Zarathustra.
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### Of the Virtuous.
With thunder and celestial fireworksone must speak to slack and sleeping senses.
But the voice of beauty speaks softly:it steals only into the most awakened souls.
Softly my shield trembled and laughed today;that is beautyâs sacred laughter and trembling.
At you, you virtuous, my beauty laughed today.And thus its voice came to me:âThey still wantâto be paid!â
You still want to be paid, you virtuous!You want a reward for virtue, and heaven for earth,and eternity for your today?
And now you are angry with me for teachingthat there is no reward-giver and paymaster?And truly, I do not even teach that virtue is its own reward.
Ah, this is my sorrow: reward and punishment have been liedinto the foundation of thingsâand now even into the foundation of your souls, you virtuous!
But like the snout of a boar, my word shallrip open the foundation of your souls;a plowshare I will be called by you.
All the secrets of your foundation shall come to light;and when you lie in the sun, dug up and broken,your lie will also be separated from your truth.
For this is your truth: you are too cleanfor the filth of the words: revenge, punishment, reward, retribution.
You love your virtue as a mother loves her child;but when has one heard of a mother wanting to be paid for her love?
It is your dearest self, your virtue.The thirst of the ring is in you: to reach itself againis the struggle and turning of every ring.
And like a star that is extinguished, so is every work of your virtue:its light is always on its way and wanderingâand when will it no longer be on its way?
Thus the light of your virtue is still on its wayeven when the work is done.Be it forgotten and dead:its ray of light still lives and wanders.
That your virtue is your Self and not something foreign,a skin, a cloak: that is the truthfrom the foundation of your soul, you virtuous! â
But there are indeed thosefor whom virtue is a convulsion under a whip:and you have listened too much to their cries!
And there are others who call virtue the growing lazy of their vices;and when their hatred and jealousy once stretch their limbs,their âjusticeâ awakens and rubs its sleepy eyes.
And there are others who are pulled downward: their devils pull them.But the more they sink, the more fervently their eye glowsand the more they long for their god.
Ah, their cries too have reached your ears, you virtuous:âwhat I am not, that, to me is God and virtue!â
And there are others who come along, heavy and creaking,like carts carrying stones downhill:they speak much of dignity and virtueâtheir brake-shoe they call virtue!
And there are others who are like everyday clocksthat have been wound up;they make their tick-tock and want people to call tick-tockâvirtue.
Truly, I take my delight in these:wherever I find such clocks, I shall wind them up with my mockery;and they shall even whir for me!
And others are proud of their handful of justiceand, for its sake, commit outrages against all things:so that the world is drowned in their injustice.
Ah, how ill the word âvirtueâ sounds from their mouths!And when they say âI am just,âit always sounds like: âI am avenged!â
With their virtue they want to scratch out the eyes of their enemies;and they elevate themselves only to abase others.
And again there are those who sit in their swampand speak thus from out of the reeds:âVirtueâthat is to sit quietly in the swamp.
We bite no one and get out of the way of him who wants to bite;and in all things we hold the opinion that is given to us.â
And again there are those who love gestures and think:virtue is a kind of gesture.
Their knees are always at prayer,and their hands are praises of virtue,but their heart knows nothing of it.
And again there are those who hold it for virtue to say:âVirtue is necessaryâ; but at bottom they believe onlythat the police are necessary.
And many a man who cannot see what is high in mencalls it virtue that he sees their lowliness all too closely:thus he calls his evil eye virtue.
And some want to be edified and uplifted and call it virtue;and others want to be cast downâand call it virtue too.
And in this way almost all believe they have a share in virtue;and at the very least everyone wants to be an expert on âgoodâ and âevilâ.
But Zarathustra did not come to say to all these liars and fools:âWhat do you know of virtue! What could you know of virtue!â â
But rather, that you, my friends, might grow tired of the old wordsyou have learned from the fools and liars:
Tired of the words âreward,â âretribution,â âpunishment,ââvengeance in justiceâ â
Tired of saying âthat an action is good becauseit is selfless.â
Ah, my friends! That your Self be in the action,as the mother is in the child: let that be your word of virtue!
Truly, I have taken from you a hundred wordsand your virtueâs favorite playthings;and now you are angry with me, as children are angry.
They were playing by the seaâthen a wave cameand swept their plaything into the deep: now they are crying.
But the same wave shall bring them new playthingsand spill new colorful shells before them!
Thus they will be comforted; and like them, you too,my friends, shall have your consolationsâand new colorful shells! â
Thus spoke Zarathustra.
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### Of the Rabble.
Life is a well of joy;but where the rabble also drinks, all wells are poisoned.
I am fond of all that is clean;but I do not like to see the grinning mouthsand the thirst of the unclean.
They cast their eye down into the well:now their loathsome smile shines up at me from the well.
They have poisoned the holy water with their lustfulness;and when they called their filthy dreams pleasure,they poisoned the words as well.
The flame becomes unwilling when they lay their damp hearts to the fire;the spirit itself bubbles and smokeswhere the rabble approaches the fire.
The fruit becomes cloying and overripe in their hand:their glance makes the fruit-tree blighted and withered at the top.
And many a one who turned away from life,turned away only from the rabble:he did not want to share well and flame and fruit with the rabble.
And many a one who went into the desert and suffered thirst with beasts of prey,did so only that he might not have to sit around the cistern with filthy camel-drivers.
And many a one who came as a destroyerand as a hailstorm to all fields of fruit,wanted only to put his foot in the rabbleâs mawand thus stop its throat.
And it is not the morsel that I choked on most,to know that life itself requires enmityand death and torture-crosses:â
But I once asked, and almost suffocated with my question:What? Does life also need the rabble?
Are poisoned wells necessary, and stinking fires,and sullied dreams, and maggots in the bread of life?
Not my hatred, but my disgust hungrily devoured my life!Ah, I often grew weary of the spiritwhen I found even the rabble to be spiritual!
And I turned my back on the rulers when I sawwhat they now call ruling:haggling and bargaining for powerâwith the rabble!
I dwelt among peoples of a foreign tongue, with closed ears:so that the tongue of their haggling,and their bargaining for power, would remain foreign to me.
And holding my nose, I went sullenly through all yesterdays and todays:truly, all yesterday and today smells foulof the writing rabble!
Like a cripple who became deaf and blind and dumb:thus I lived for a long time,so that I would not have to live with the power-rabble, the writing-rabble, and the pleasure-rabble.
Laboriously my spirit climbed stairs, and cautiously;alms of pleasure were its refreshment;life crept along with the blind man on his staff.
What happened to me then? How did I redeem myself from disgust?Who rejuvenated my eye? How did I fly to the heightwhere no more rabble sits at the well?
Did my disgust itself create wings for me and wellspring-divining powers?Truly, to the highest I had to flyto find the well of joy again!
Oh, I found it, my brothers!Here in the highest, the well of joy springs forth for me!And there is a life from which no rabble drinks!
Almost too violently you flow for me, spring of joy!And often you empty the cup againby wanting to fill it!
And I must still learn to approach you more modestly:all too violently my heart still flows towards you:â
My heart, on which my summer burns,the short, hot, melancholy, over-blissful one:how my summer-heart longs for your coolness!
Gone is the lingering affliction of my spring!Past is the malice of my snowflakes in June!I have become summer entirely, and summer-midday!
A summer in the highest with cold springs and blissful stillness:oh come, my friends, that the stillness may become even more blissful!
For this is our height and our home:too high and steep we dwell here for all the unclean and their thirst.
Just cast your pure eyes into the well of my joy, my friends!How could it become cloudy thereby!It shall laugh back at you with its purity.
On the tree of the future we build our nest;eagles shall bring food in their beaks to us lonely ones!
Truly, not food that the unclean might share!They would think they were eating fire and would burn their mouths!
Truly, we keep no homes ready here for the unclean!An ice-cave our happiness would be to their bodies and to their spirits!
And like strong winds we want to live above them,neighbors to the eagles, neighbors to the snow, neighbors to the sun:thus live strong winds.
And like a wind I will one day blow among themand with my spirit take the breath from their spirit:so my future wills it.
Truly, a strong wind is Zarathustra to all lowlands;and this counsel he gives to his enemiesand to all that spits and spews:âbeware of spitting against the wind!â
Thus spoke Zarathustra.
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### Of the Tarantulas.
Behold, this is the tarantulaâs cave! Do you want to see the tarantula itself?Here hangs its web: touch it, so that it trembles.
There it comes willingly: welcome, tarantula!Your triangle and emblem sits black on your back;and I know too what sits in your soul.
Vengeance sits in your soul: wherever you bite,black scabs grow;with vengeance your poison makes the soul whirl!
Thus I speak to you in a parable,you who make souls whirl, you preachers of equality!You are tarantulas to me and secretly vengeful!
But I shall bring your hiding-places to light:therefore I laugh in your faces my laughter of the heights.
Therefore I tear at your web,that your rage may lure you out of your cave of lies,and your vengeance may leap out from behind your word âjustice.â
For that man be redeemed from vengeance:that, to me, is the bridge to the highest hope,and a rainbow after long storms.
But the tarantulas, of course, would have it otherwise.âLet this be what we call justice,that the world be filled with the storms of our vengeanceââthus they speak to one another.
âWe want to practice vengeance and abuse on allwho are not like usââso the tarantula-hearts pledge to one another.
And âwill to equalityââthat itself shall henceforthbe the name for virtue;and against all that has power we will raise our cry!
You preachers of equality, the tyrant-madness of impotencethus cries out of you for âequalityâ:your most secret tyrant-cravings are thus disguised in words of virtue!
Sullen vanity, suppressed envy,perhaps your fathersâ vanity and envy:it erupts from you as a flame and madness of vengeance.
What the father kept silent comes to speak in the son;and often I found the son to be the fatherâs revealed secret.
They resemble the inspired: but it is not the heartthat inspires themâbut vengeance.And when they become subtle and cold, it is not spirit,but envy, that makes them subtle and cold.
Their jealousy leads them also onto the paths of thinkers;and this is the mark of their jealousyâthey always go too far:so that their weariness must at last lay itself to sleep on snow.
Vengeance resounds in their every complaint,in every one of their praises there is a doing-of-harm;and to be judges seems to them bliss.
But thus I counsel you, my friends:mistrust all in whom the drive to punish is powerful!
These are people of a bad sort and origin;from their faces peer the executioner and the bloodhound.
Mistrust all those who speak much of their justice!Truly, their souls lack not only honey.
And when they call themselves âthe good and the just,âdo not forget that they lack nothing to be Pharisees butâpower!
My friends, I do not want to be mixed up and confused with others.
There are those who preach my doctrine of life:and at the same time they are preachers of equality and tarantulas.
That they speak in favor of life,though they sit in their cave, these poison-spiders,and have turned away from life: that is because they wish to inflict harm thereby.
They wish to inflict harm on those who now have power:for with these, the sermon of death is still most at home.
Were it otherwise, the tarantulas would teach otherwise:and they themselves were formerly the best world-slanderers and heretic-burners.
With these preachers of equality I do not want to be mixed upand confused.For thus justice speaks to me:âmen are not equal.â
And they shall not become so!What would my love for the Overman be, if I spoke otherwise?
On a thousand bridges and foot-paths shall they throng to the future,and ever more war and inequality shall be set between them:thus my great love makes me speak!
Inventors of images and ghosts shall they becomein their enmities,and with their images and ghosts they shall yet fightthe highest battle against one another!
Good and evil, and rich and poor, and high and low,and all the names of values: weapons shall they beand clattering signsthat life must ever overcome itself again!
Upward it wants to build itself with pillars and steps,life itself: into wide distances it wants to gaze,and out towards blissful beautiesâtherefore it needs height!
And because it needs height, it needs stepsand the contradiction of steps and of those who climb!Life wants to climb, and in climbing to overcome itself.
And just look, my friends!Here, where the tarantulaâs cave is,the ruins of an old temple rise upwardâjust look at it with enlightened eyes!
Truly, he who once piled his thoughts in stone up to the heavensknew the secret of all life as well as the wisest!
That struggle and inequality are present even in beauty,and war for power and over-power:this he teaches us here in the clearest parable.
How divinely vaults and arches break here, in wrestling combat:how with light and shadow they strive against one another,the divinely-striving onesâ
So, secure and beautiful, let us also be enemies, my friends!Divinely let us strive against one another!â
Alas! There the tarantula itself bit me, my old enemy!Divinely secure and beautiful, it bit me on the finger!
âThere must be punishment and justiceâso it thinks:not for nothing shall he sing songs here in honor of enmity!â
Yes, it has avenged itself! And alas!now with vengeance it will make my soul whirl too!
But that I may not whirl, my friends,bind me fast to this pillar!I would rather be a pillar-saint than a vortex of vengeance!
Truly, Zarathustra is no whirlwind or vortex;and if he is a dancer, he is never a tarantula-dancer!â
Thus spoke Zarathustra.
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### Of the Famous Wise Men.
You have served the people and the peopleâs superstition,all you famous wise men!âand not the truth!And for that very reason you were paid reverence.
And for that reason, too, your unbelief was tolerated,because it was a joke and a detour for the people.Thus the master lets his slaves have their wayand is even amused by their insolence.
But he who is hated by the people as a wolf is by dogs:that is the free spirit, the enemy of fetters,the non-adorer, who dwells in the woods.
To hunt him from his hiding-placeâthat the people have always called having a âsense of justiceâ:against him they still set their sharpest-toothed dogs.
âFor the truth is there: since the people are there!Woe, woe to the seekers!ââthus it has resounded from time immemorial.
You wanted to justify your people in their reverence:that you called âwill to truth,â you famous wise men!
And your heart always said to itself: âFrom the people I came:from there came to me also the voice of God.â
Stiff-necked and clever, like the ass,you were always the peopleâs advocates.
And many a powerful man who wanted to get along well with the peoplehas hitched before his horsesâa little ass, a famous wise man.
And now I would wish, you famous wise men,that you would finally cast off the lionâs skin completely!
The skin of the beast of prey, the spotted one, and the shaggy hair of the researcher,the seeker, the conqueror!
Ah, for me to learn to believe in your âtruthfulness,âyou would first have to break your revering will for me.
Truthfulâthat is what I call him who goes into godless desertsand has broken his revering heart.
In the yellow sand and scorched by the sun,he squints thirstily at the well-rich islandswhere living things rest under dark trees.
But his thirst does not persuade him to become like these comfortable ones:for where there are oases, there are also idols.
Hungry, violent, lonely, godless:thus the lion-will wants itself.
Free from the happiness of slaves, redeemed from gods and adorations,fearless and fearsome, great and lonely:such is the will of the truthful.
In the desert have ever dwelt the truthful, the free spirits,as lords of the desert; but in the cities dwellthe well-fed, famous wise menâthe beasts of burden.
For they always pull, as assesâthe peopleâs cart!
Not that I am angry with them for that:but they remain servants to me, and harnessed,even if they gleam with golden harness.
And often they were good servants and praiseworthy.For thus speaks virtue: âif you must be a servant,seek him whom your service benefits most!
âThe spirit and the virtue of your master shall growbecause you are his servant:thus you yourself shall grow with his spirit and his virtue!â
And truly, you famous wise men, you servants of the people!You yourselves grew with the peopleâs spirit and virtueâand the people through you! I say this to your honor!
But you remain people to me even in your virtues,people with shortsighted eyesâpeople who do not know what spirit is!
Spirit is the life that itself cuts into life:through its own torment it increases its own knowledgeâdid you know that already?
And the spiritâs happiness is this: to be anointedand consecrated with tears as a sacrificial animalâdid you know that already?
And the blindness of the blind man and his seeking and gropingshall yet testify to the power of the suninto which he gazedâdid you know that already?
And with mountains the knowing one shall learn to build!It is a small thing for the spirit to move mountainsâdid you know that already?
You know only the sparks of the spirit: but you do not see the anvilthat it is, nor the cruelty of its hammer!
Truly, you do not know the spiritâs pride!But you would endure the spiritâs modesty even less,if it should ever want to speak!
And never yet have you been able to cast your spirit into a pitof snow: you are not hot enough for that!Thus you do not know the ecstasies of its coldness either.
But in all things you act too familiarly with the spirit;and you have often made of wisdom a poorhouse and a hospitalfor bad poets.
You are not eagles: thus you have not experienced the happinessin the terror of the spirit.And he who is not a bird should not make his home over abysses.
You are lukewarm to me: but every deep knowledge flows cold.Ice-cold are the innermost wells of the spirit:a refreshment for hot hands and handlers.
You stand there respectable and stiff and with straight backs,you famous wise men!âno strong wind or will drives you.
Have you never seen a sail go over the sea,rounded and swelling and trembling with the violence of the wind?
Like the sail, trembling with the violence of the spirit,my wisdom goes over the seaâmy wild wisdom!
But you servants of the people, you famous wise menâhow could you go with me!â
Thus spoke Zarathustra.
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### The Night Song.
It is night: now all leaping fountains speak louder.And my soul, too, is a leaping fountain.
It is night: only now do all the songs of lovers awaken.And my soul, too, is the song of a lover.
Something unstilled, unstillable, is within me;it wants to become loud.A desire for love is within me;it itself speaks the language of love.
I am light: ah, that I were night!But this is my loneliness,that I am girded with light.
Ah, that I were dark and nocturnal!How I would suck at the breasts of light!
And you yourselves I would bless,you little sparkling stars and glow-worms up there!âand be blissful for your gifts of light.
But I live in my own light,I drink back into myself the flames that break out of me.
I do not know the happiness of the receiver;and I have often dreamed that stealing must be more blissfulthan receiving.
This is my poverty, that my hand never rests from giving;this is my envy, that I see waiting eyesand the illumined nights of longing.
Oh, the unhappiness of all givers! Oh, the darkening of my sun!Oh, the desire for desiring! Oh, the ravenous hunger in satiety!
They take from me: but do I still touch their soul?There is a chasm between giving and receiving;and the smallest chasm is the last to be bridged.
A hunger grows out of my beauty:I should like to harm those to whom I shine,I should like to rob those I have gifted:âthus I hunger for malice.
Withdrawing the hand when another hand is already extended to it;hesitating like the waterfall that hesitates even in its plunge:âthus I hunger for malice.
Such revenge my fullness conceives;such spite wells up from my loneliness.
My happiness in giving died in the giving,my virtue grew weary of itself by its own abundance!
He who always gives is in danger of losing his sense of shame;he who always distributes, his hand and heart grow callousedfrom sheer distribution.
My eye no longer overflows from the shame of supplicants;my hand has become too hard for the trembling of filled hands.
Where has the tear from my eye and the down from my heart gone?Oh, the loneliness of all givers! Oh, the silence of all who shine!
Many suns circle in empty space:to all that is dark they speak with their light,âto me they are silent.
Oh, this is the enmity of light for that which shines:mercilessly it travels its paths.
Unjust to that which shines in its inmost heart,cold towards sunsâthus travels every sun.
Like a storm the suns fly their paths,that is their wandering.They follow their inexorable will, that is their coldness.
Oh, it is you alone, you dark, you nocturnal ones,who create warmth from that which shines!Oh, you alone drink milk and refreshment from the udders of light!
Ah, there is ice around me, my hand is burned by the iciness!Ah, there is a thirst in me that languishes for your thirst!
It is night: ah, that I must be light!And thirst for the nocturnal! And loneliness!
It is night: now my longing breaks from me like a fountainâI long for speech.
It is night: now all leaping fountains speak louder.And my soul, too, is a leaping fountain.
It is night: only now do all the songs of lovers awaken.And my soul, too, is the song of a lover.â
Thus sang Zarathustra.
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### The Dance Song.
One evening Zarathustra was walking through the woods with his disciples;and as he was searching for a well, behold,he came upon a green meadow,quietly surrounded by trees and bushes:on which girls were dancing together.As soon as the girls recognized Zarathustra,they stopped dancing;but Zarathustra approached them with a friendly gestureand spoke these words:
âDo not stop dancing, you lovely girls!No spoilsport has come to you with an evil eye,no enemy of girls.
I am Godâs advocate before the devil:but he is the spirit of gravity.How could I, you light-footed ones, be an enemy to divine dances?Or to girlsâ feet with beautiful ankles?
I am indeed a forest and a night of dark trees:but whoever is not afraid of my darknesswill also find slopes of roses under my cypresses.
And he will probably also find the little godwho is dearest to girls:beside the well he lies, quiet, with his eyes closed.
Truly, in broad daylight he fell asleep, the day-idler!Did he perhaps chase after butterflies too much?
Do not be angry with me, you beautiful dancers,if I chastise the little god a little!He will probably scream and cryâbut he is laughable even in his crying!
And with tears in his eyes he shall ask you for a dance;and I myself will sing a song to his dance:
A dance- and mocking-song on the spirit of gravity,my supreme and most powerful devil, whom they sayis âthe lord of the world.âââ
And this is the song that Zarathustra sang,while Cupid and the girls danced together.
Into your eyes I looked recently, oh life!And I seemed to be sinking into the unfathomable.
But you pulled me out with a golden fish-hook;you laughed mockingly when I called you unfathomable.
âSo goes the speech of all fish,â you said;âwhat they cannot fathom is unfathomable.
âBut I am only changeable and wild and in all things a woman,and not a virtuous one:
âThough you men call me âthe deepâ or âthe faithful,ââthe eternal,â âthe mysterious.â
âBut you men always bestow upon us your own virtuesâah, you virtuous ones!â
Thus she laughed, the unbelievable one;but I never believe her and her laughterwhen she speaks ill of herself.
And when I was speaking in private with my wild wisdom,she said to me angrily: âYou will, you desire, you love,for that reason alone you praise life!â
I almost answered wickedly and told the angry one the truth;and one cannot answer more wickedly than byâtelling the truthâ to oneâs wisdom.
For thus things stand between us three.At bottom, I love only lifeâand truly, most of all when I hate it!
But that I am fond of wisdom, and often too fond:that is because she reminds me so very much of life!
She has its eye, its laugh, and even its little golden fishing-rod:what can I do if the two look so alike?
And when life once asked me:âWho is she, then, this wisdom?ââI said eagerly:âAh yes! Wisdom!
One thirsts for her and is not sated,one looks through veils, one grasps through nets.
Is she beautiful? What do I know!But the oldest carps are still baited with her.
She is changeable and defiant;I have often seen her bite her lipand comb her hair against the grain.
Perhaps she is evil and false, and in all things a woman;but when she speaks ill of herself,it is then that she is most seductive.â
When I said this to life,it laughed maliciously and closed its eyes.âOf whom are you speaking?â it said, âSurely of me?
And if you were rightâdoes one say such a thing to my face!But now speak also of your wisdom!â
Ah, and now you opened your eyes again, oh beloved life!And I seemed to be sinking again into the unfathomable.â
Thus sang Zarathustra. But when the dance was overand the girls had departed, he became sad.
âThe sun has long since set,â he said at last;âthe meadow is damp, a chill is coming from the woods.
Something unknown is about me and looks pensive.What! You are still alive, Zarathustra?
Why? For what? By what? Whither? Where? How?Is it not folly still to be alive?â
Ah, my friends, it is the evening that questions so out of me.Forgive me my sadness!
Evening has come: forgive me that evening has come!â
Thus spoke Zarathustra.
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### The Grave Song.
âYonder is the isle of graves, the silent isle;yonder too are the graves of my youth.Thither I will carry an evergreen wreath of life.â
Resolving thus in my heart, I crossed the sea.â
Oh you visions and apparitions of my youth!Oh, all you glances of love, you divine moments!How quickly you died for me!I think of you today as my dead.
From you, my dearest dead, comes to me a sweet scent,a loosener of heart and tears.Truly, it shakes and loosens the heart of the lonely mariner.
Still I am the richest and most to be enviedâI, the loneliest one!For I had you, and you still have me:say, for whom have such rosy apples fallen from the tree as for me?
Still I am the heir and the soil of your love,blooming in your memorywith colorful, wild-growing virtues, oh you most beloved!
Ah, we were made to remain near to one another,you gentle, strange wonders;and not like timid birds did you come to meand my desireâno, but as trusting ones to one who trusts!
Yes, made for faithfulness, like me, and for tender eternities:must I now call you by your faithlessness,you divine glances and moments:I have yet learned no other name.
Truly, too quickly you died for me, you fugitives.Yet you did not flee from me, nor did I flee from you:we are innocent to each other in our faithlessness.
To kill me, they strangled you,you songbirds of my hopes!Yes, at you, you dearest ones, malice always shot its arrowsâto strike my heart!
And it struck! For you were always my heartâs dearest,my possession and my possessedness:that is why you had to die young and all too soon!
At the most vulnerable thing I possessed, they shot the arrow:that was you, whose skin is like down,and even more like the smile that dies at a glance!
But this word I will say to my enemies:what is all man-slaying compared to what you did to me!
You did a worse thing to me than all man-slaying;you took from me the irretrievable:âthus I speak to you, my enemies!
For you murdered the visions and dearest wonders of my youth!You took from me my playmates, the blessed spirits!To their memory I lay down this wreath and this curse.
This curse upon you, my enemies!You made my eternal short,like a tone that breaks apart in a cold night!Scarcely as a flash of divine eyes did it come to me,onlyâas a moment!
Thus in a good hour my purity once spoke:âall beings shall be divine to me.â
Then you assaulted me with foul specters;ah, where has that good hour fled now!
âAll days shall be holy to meââso once spoke the wisdom of my youth:truly, the speech of a joyful wisdom!
But then you enemies stole my nightsand sold them for sleepless torment:ah, where has that joyful wisdom fled now?
Once I longed for happy bird-omens:then you led an owl-monster across my path, a repugnant thing.Ah, where did my tender longing flee then?
I once vowed to renounce all disgust:then you transformed my nearest and dearest into festering sores.Ah, where did my noblest vow flee then?
As a blind man I once walked on blessed paths:then you threw filth onto the blind manâs path:and now he was disgusted by the old blind-manâs-footpath.
And when I performed my hardest taskand celebrated the victory of my overcomings:then you made those who loved me cry outthat I hurt them most.
Truly, that was always your doing:you embittered my best honeyand the diligence of my best bees.
To my charity you always sent the most impudent beggars;around my pity you always thronged the incurably shameless.Thus you wounded my virtue in its faith.
And if I yet offered my most sacred thing as a sacrifice:your âpietyâ swiftly placed its fatter gifts beside it:so that my most sacred thing suffocated in the fumes of your fat.
And once I wanted to dance as I had never yet danced:I wanted to dance beyond all heavens.Then you persuaded my favorite singer.
And now he struck up a horrid, dismal tune;ah, he trumpeted in my ears like a somber horn!
Murderous singer, instrument of malice, most innocent one!I already stood ready for the best dance:then you murdered my ecstasy with your tones!
Only in the dance do I know how to speak the parable of the highest things:âand now my highest parable has remained unspokenin my limbs!
Unspoken and unredeemed my highest hope remained!And all the visions and consolations of my youth died for me!
How did I bear it?How did I recover from and overcome such wounds?How did my soul rise again from these graves?
Yes, something invulnerable, unburiable is within me,something that bursts rock: it is called my will.Silently it strides and unchanged through the years.
It wants to walk its course on my feet, my old will;its sense is hard of heart and invulnerable.
I am invulnerable only in my heel.Still you live there and are like yourself, most patient one!Still you have broken through all graves!
In you there also still lives the unredeemed of my youth;and as life and youth you sit here hopefullyon yellow grave-ruins.
Yes, you are still for me the destroyer of all graves:Hail to you, my will!And only where there are graves are there resurrections.â
Thus sang Zarathustra.â
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### Of Self-Overcoming.
âWill to truthâ you call it, you wisest ones,that which drives you and makes you ardent?
Will to the thinkability of all beings:thus I call your will!
All that is, you first want to make thinkable:for you doubt with good reason whether it is thinkable already.
But it shall submit and bend to you!So your will wills it.It shall become smooth and subject to the spirit,as its mirror and reflection.
That is your entire will, you wisest ones, as a will to power;and even when you speak of good and eviland of valuations.
You still want to create the world before which you can kneel:that is your ultimate hope and intoxication.
The unwise, to be sure, the people,âthey are like the river on which a skiff floats along:and in the skiff sit, solemn and masked, the valuations.
You have placed your will and your values on the river of becoming;what is believed by the people to be good and evil reveals to mean old will to power.
It was you, you wisest ones, who placed such guests in this skiffand gave them pomp and proud names,âyou and your ruling will!
Now the river carries your skiff further: it must carry it.It matters little if the broken wave foamsand angrily resists the keel!
It is not the river that is your dangerand the end of your good and evil, you wisest ones:but that will itself, the will to power,âthe unexhausted, procreating will to life.
But so that you may understand my word on good and evil:to that end I will now tell you my word on lifeand on the nature of all living things.
I have followed the living,I have walked the greatest and the smallest paths,that I might know its nature.
With a hundredfold mirror I caught its glance evenwhen its mouth was closed: that its eye might speak to me.And its eye spoke to me.
But wherever I found the living,there I also heard the speech of obedience.All living things are obedient things.
And this is the second thing: he is commandedwho cannot obey himself. Such is the nature of the living.
But this is the third thing I heard:that commanding is harder than obeying.And not only because the commander bears the burden of all who obey,and this burden may easily crush him:â
An attempt and a risk seemed to me to be in all commanding;and whenever the living commands, it risks itself.
Yes, even when it commands itself:even then it must atone for its commanding.It must become judge and avenger and victim of its own law.
How does this happen! so I asked myself.What persuades the living to obey and command,and to practice obedience even in commanding?
Hear now my word, you wisest ones!Test it seriously, whether I have crept into the very heart of life,and into the very roots of its heart!
Wherever I found the living, there I found will to power;and even in the will of the servantI found the will to be master.
That the weaker should serve the stronger,to this it is persuaded by its will,which wants to be master over something still weaker:this pleasure alone it is unwilling to forgo.
And as the smaller yields to the greater,that it may have pleasure and power over the smallest:so the greatest, too, yields and for the sake of powerstakesâits life.
That is the devotion of the greatest: that it be a risk and a dangerand a game of dice for death.
And where there is sacrifice and service and glances of love:there too is the will to be master.On winding paths the weaker one steals into the fortressand into the very heart of the more powerfulâand there steals power.
And this secret life itself told to me.âBehold,â it said, âI am thatwhich must always overcome itself.
âTo be sure, you call it will to procreation or drive to a purpose,to the higher, the more distant, the more manifold:but all this is one and one secret.
âI would rather go under than renounce this one thing;and truly, where there is decline and the falling of leaves,behold, there life sacrifices itselfâfor power!
âThat I must be struggle and becoming and purposeand the contradiction of purposes: ah, whoever guesses my will,guesses well also on what crooked paths it must walk!
âWhatever I create and however much I love itâsoon I must be an opponent to it and to my love:so my will wills it.
âAnd you too, knowing one, are only a pathand a footstep of my will:truly, my will to power walks alsoon the feet of your will to truth!
âHe certainly did not hit the truthwho shot the saying at it about the âwill to existenceâ:this willâdoes not exist!
âFor: what is not, cannot will;but what is in existence, how could that still will to exist!
âOnly where there is life, is there also will:but not will to life, butâso I teach youâwill to power!
âMany a thing is valued more highly by the living than life itself;yet out of the valuing itself speaksâthe will to power!ââ
Thus life once taught me: and from this, you wisest ones, I shall now solvethe riddle of your heart.
Truly, I say to you: good and evil that are imperishableâdo not exist!Out of themselves they must overcome themselves again and again.
With your values and words of good and evil you exercise power,you valuers: and this is your hidden loveand the glistening, trembling, and overflowing of your soul.
But a stronger power grows out of your values,and a new overcoming: upon it egg and eggshell break.
And whoever must be a creator in good and evil:truly, he must first be a destroyer and break values.
Thus the highest evil belongs to the highest goodness:but this is the creative kind.â
Let us speak of it, you wisest ones, even if it is bad.To be silent is worse; all silenced truths become poisonous.
And may everything break that can be brokenby our truths!There are still many houses to be built!
Thus spoke Zarathustra.
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### Of the Sublime Men.
Still is the bottom of my sea:who would guess that it hides jocular monsters!
Unshakable is my depth:but it gleams with swimming riddles and laughters.
Today I saw a sublime man, a solemn one,a penitent of the spirit:oh, how my soul laughed at his ugliness!
With chest thrust out and like those who hold their breath:thus he stood, the sublime one, and silent:
Hung with ugly truths, his hunting-spoil,and rich in torn clothes;many thorns also hung on himâbut I saw no rose yet.
He has not yet learned laughter and beauty.Gloomy this hunter returned from the forest of knowledge.
He returned home from the fight with wild beasts:but out of his seriousness there still peers a wild beastâan unconquered one!
Like a tiger he still stands, ready to leap;but I do not like these taut souls,my taste is ungracious to all these withdrawn ones.
And you tell me, friends,that there is no disputing over taste and tasting?But all life is a dispute over taste and tasting!
Taste: that is at once weight and scale and weigher;and woe to all the living that would livewithout dispute over weight and scale and weigher!
If he should grow weary of his sublimity, this sublime one:only then would his beauty beginâand only thenwill I taste him and find him tasteful.
And only when he turns away from himselfwill he leap over his own shadowâand truly! into his sun.
All too long he sat in the shadow, the cheeks of the penitent of the spirit grew pale;he nearly starved on his expectations.
Contempt is still in his eye;and disgust hides on his mouth.He is resting now, it is true, but his rest has not yet laid itself in the sun.
He should act like the bull;and his happiness should smell of the earth,and not of contempt for the earth.
As a white bull I should like to see him,as he, snorting and bellowing, precedes the plowshare:and his bellowing should still praise all that is earthly!
His face is still dark; the shadow of his hand plays upon it.The sense of his eye is still overshadowed.
His deed itself is still the shadow upon him:the hand darkens the doer.He has not yet overcome his deed.
I do love the bullâs neck on him:but now I want to see the angelâs eye as well.
He must also unlearn his hero-will:he shall be for me an uplifted one, and not merely a sublime one:âthe ether itself should lift him, the will-less one!
He vanquished monsters, he solved riddles:but he should also redeem his monsters and riddles,he should yet transform them into heavenly children.
His knowledge has not yet learned to smileand to be without jealousy;his flowing passion has not yet grown still in beauty.
Truly, not in satiety shall his longing fall silentand submerge, but in beauty!Gracefulness belongs to the magnanimity of the great-minded.
His arm over his head: thus should the hero rest,thus he should also overcome his resting.
But precisely for the hero, the beautiful is the hardest of all things.The beautiful is unattainable to all violent wills.
A little more, a little less:that precisely is much here, that is the most here.
To stand with relaxed muscles and with unharnessed will:that is the hardest thing for you all, you sublime ones!
When power becomes gracious and descends into the visible:beauty I call such a descending.
And from no one do I want beauty so much as from you,you powerful one: let your goodness be your final self-conquest.
I credit you with all evil:therefore I want from you the good.
Truly, I have often laughed at the weaklings who think themselves goodbecause they have lame paws!
You should strive after the virtue of the pillar:it becomes ever more beautiful and delicate, but inwardly harderand more load-bearing, the higher it rises.
Yes, you sublime one, one day you shall yet be beautifuland hold up the mirror to your own beauty.
Then your soul will shudder with divine desires;and there will be adoration even in your vanity!
For this is the secret of the soul:only when the hero has left it, does there approach it, in a dreamâthe over-hero.
Thus spoke Zarathustra.
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### Of the Land of Culture.Too far I flew into the future:a horror befell me.And when I looked around me, behold!time was my only contemporary.Then I fled backward, homewardâand ever more hastily:thus I came to you, you present-day men, and into the land of culture.For the first time I brought an eye to see you,and good desire: truly, with longing in my heart I came.But what happened to me? As anxious as I wasâI had to laugh!Never had my eye seen anything so motley-speckled!I laughed and laughed while my foot still trembled,and my heart with it:âHere must be the home of all paint-pots!ââI said.With fifty splotches painted on face and limbs:so you sat there to my astonishment, you present-day men!And with fifty mirrors around youthat flattered and mimicked your play of colors!Truly, you could wear no better mask, you present-day men,than your own face! Who couldârecognize you!Written all over with the signs of the past,and these signs also painted over with new signs:thus you have hidden yourselves well from all interpreters of signs!And even if one is a tester of kidneys:who would still believe that you have kidneys!You seem to be baked of colors and of glued-together scraps.All ages and peoples gaze colorfully out of your veils;all customs and beliefs speak colorfully out of your gestures.Whoever were to pull off your veils and wraps and colors and gestures:he would have just enough left overto frighten the birds.Truly, I myself am the frightened birdthat once saw you naked and without color;and I flew away when the skeleton beckoned to me with love.I would rather be a day-laborer in the underworldand with the shades of the past!âfatter and fuller than you are even the denizens of the underworld!This, yes this, is bitterness to my bowels,that I can endure you neither naked nor clothed, you present-day men!All that is uncanny in the future,and all that has ever made stray birds shudder,is truly more uncanny and yet more familiar than your âreality.âFor thus you speak: âWe are entirely real,and without belief and superstitionâ:thus you puff out your chestsâah, even without chests!Indeed, how could you believe, you motley-speckled ones!âyou who are paintings of everything that has ever been believed!You are walking refutations of belief itself,and a breaking of all thoughtsâ limbs.Unbelievable ones: thus I call you, you real ones!All ages chatter against one another in your spirits;and the dreams and chatter of all ages were more real eventhan your waking is!You are barren: that is why you lack faith.But he who had to create always had his prophetic dreamsand star-signsâand believed in belief!âYou are half-open gates, at which gravediggers wait.And this is your reality:âEverything is worthy of perishing.âAh, how you stand there before me, you barren ones, how lean in the ribs!And some of you were surely aware of it yourselves.And he said: âSurely a god hassecretly stolen something from me while I slept?Truly, enough to make a little woman out of!Wondrous is the poverty of my ribs!âthus many a present-day man has already spoken.Yes, you are laughable to me, you present-day men!And especially when you wonder at yourselves!And woe to me if I could not laugh at your wonder,and had to drink down all that is loathsome from your bowls!But as it is, I will take it more lightly with you,since I have heavy things to carry;and what does it matter to me if beetles and flying wormsshould yet settle on my burden!Truly, it shall not become heavier to me on that account!And not from you, you present-day men,shall my great weariness come. âAh, where shall I now climb with my longing!From all mountains I look out for father- and mother-lands.But I found a home nowhere: I am restless in all citiesand a departure at all gates.Alien to me and a mockery are the present-day men,to whom my heart recently drove me;and I am driven out of father- and mother-lands.So I love now only my childrenâs land, the undiscovered,in the furthest sea: I bid my sails seek and seek for it.In my children I want to make goodmy being the child of my fathers:and in all the futureâthis present!Thus spoke Zarathustra.**### Of Immaculate Perception.When the moon rose yesterday,I imagined it was about to give birth to a sun:so broad and pregnant it lay on the horizon.But it was a liar to me with its pregnancy;and I would sooner believe in the man in the moon than in the woman.To be sure, he is little of a man, too, this timid night-prowler.Truly, he walks over the roofs with a bad conscience.For he is lustful and jealous, the monk in the moon,lustful for the earth and for all the joys of lovers.No, I do not like him, this cat on the roofs!Repugnant to me are all who slink around half-closed windows!Piously and silently he walks on carpets of stars:âbut I do not like any soft-treading menâs feeton which not even a spur jingles.The step of every honest man speaks;but the cat steals over the ground.Behold, cat-like the moon comes along, and dishonestly.âThis parable I give to you sentimental hypocrites,you, the âpure knowers!â You I callâlustful!You too love the earth and the earthly:I have guessed you well!âbut there is shame in your love and a bad conscienceâyou are like the moon!Your spirit has been persuaded to have contempt for the earthly,but not your entrails: yet they are the strongest thing in you!And now your spirit is ashamedthat it indulges your entrailsand walks stealthy and lying paths on account of its own shame.âThat would be the highest thing for meââso your lying spirit says to itselfââto gaze upon life without desire,and not like the dog with its tongue hanging out:âTo be happy in gazing, with a will that has died,without the grasp and greed of selfishnessâcold and ash-gray in the whole body,but with drunken moon-eyes!ââThat would be the dearest thing to meââthus the seduced one seduces himselfââto love the earth as the moon loves it,and to touch its beauty with the eye alone.âAnd this I shall call the immaculate perception of all things:that I want nothing from things,except that I may lie before themlike a mirror with a hundred eyes.ââOh, you sentimental hypocrites, you lustful ones!You lack innocence in your desire:and now you slander desiring because of it!Truly, not as creators, procreators, joyful in becoming,do you love the earth!Where is innocence? Where there is the will to procreate.And whoever wants to create beyond himselfhas, for me, the purest will.Where is beauty? Where I must will with all my will;where I want to love and go under,that an image may not remain merely an image.Loving and going under: these have rhymed since eternities.Will to love: that is, to be willing also for death.Thus I speak to you cowards!But now your unmanned squinting wants to be called âcontemplationâ!And what can be touched with cowardly eyesshall be christened âbeautifulâ! Oh, you besmirchers of noble names!But this shall be your curse, you immaculate ones,you pure knowers, that you shall never give birth:even if you lie broad and pregnant on the horizon!Truly, you fill your mouths with noble words:and we are to believe that your heart is overflowing, you liars?But my words are small, despised, crooked words:I gladly pick up what falls under the table at your meal.With them I can stillâtell the truth to hypocrites!Yes, my fishbones, shells, and thorn-leaves shallâtickle the noses of hypocrites!Bad air is always around you and your meals:for your lustful thoughts, your lies and secretsare in the air!Dare first to believe in yourselvesâin you and your entrails!He who does not believe in himself, always lies.A godâs mask you have hung before yourselves, you âpure onesâ:into a godâs mask your horrid ringworm has crawled.Truly, you deceive, you âcontemplativesâ!Zarathustra too was once the fool of your divine skins;he did not guess the coils of snakewith which they were stuffed.I once thought I saw a godâs soul at play in your games,you pure knowers!I once thought no better art existed than your arts!The distance concealed from me the snake-filth and evil smell:and that a lizardâs cunning was slinking about here lustfully.But I came near you: then the day came for meâand now it comes for youâthe moonâs love affair is at an end!Just look! There it stands, caught and paleâbefore the dawn!For she is already coming, the glowing oneâher love for the earth is coming!All sun-love is innocence and creatorâs desire!Just look how impatiently she comes over the sea!Do you not feel the thirst and the hot breath of her love?She wants to suck at the seaand drink its depth up to her height:then the desire of the sea rises with a thousand breasts.It wants to be kissed and sucked by the thirst of the sun;it wants to become air and height and a footpath of light and light itself!Truly, like the sun I love life and all deep seas.And this is what knowledge means to me:all that is deep shall rise upâto my height!Thus spoke Zarathustra.### Of Scholars.While I lay asleep,a sheep ate of the ivy wreath on my headâate and said: âZarathustra is no longer a scholar.âIt said this and walked away, clumsy and proud.A child told it to me.I like to lie here where the children play,by the broken wall, among thistles and red poppies.I am still a scholar to the children,and also to the thistles and red poppies.They are innocent, even in their malice.But to the sheep I am one no longer:so my lot wills itâblessed be it!For this is the truth:I have moved out of the house of scholars,and I even slammed the door behind me.Too long my soul sat hungry at their table;I am not trained, as they are, for knowingas for nut-cracking.I love freedom and the air over fresh earth;I would rather sleep on ox-hidesthan on their dignities and respectabilities.I am too hot and burned by my own thoughts:often it takes my breath away.Then I must go into the open and away from all dusty rooms.But they sit cool in the cool shade:they want to be mere spectators in all thingsand take care not to sit where the sun burns on the steps.Like those who stand on the streetand gape at the people passing by:thus they too wait and gape at thoughts that others have thought.If one grabs them with oneâs hands,they raise dust around themselves like flour-sacks, and involuntarily:but who would guess that their dust comes from grainand from the yellow bliss of summer fields?When they pass for wise,their little maxims and truths make me shiver:their wisdom often has a smellas if it came from the swamp:and truly, I have even heard the frog croak out of it!They are skillful, they have clever fingers:what does my simplicity want with their complexity!Their fingers understand all threading and knotting and weaving:thus they knit the stockings of the spirit!They are good clockworks: one must only take care to wind them up correctly!Then they show the hour without falsehoodand make a modest noise in doing so.Like mill-works they work and stamp:one has only to throw them oneâs grains of fruit!âthey know well how to grind corn smalland make white dust out of it.They watch each otherâs fingers closely and do not trust one another for the best.Inventive in small cunning, they wait for thosewhose knowledge walks on lame feetâlike spiders they wait.I have always seen them preparing poison with caution;and they always put on glass gloves on their fingers while doing so.They also know how to play with false dice;and I found them playing so eagerly that they were sweating.We are strangers to one another, and their virtues are even moreagainst my taste than their falsehoods and false dice.And when I lived with them, I lived above them.For that they became resentful of me.They do not want to hear that someone walks over their heads;and so they laid wood and earth and rubbishbetween me and their heads.Thus they muffled the sound of my steps:and so far I have been heard worst by the most learned.All human failings and weaknesses they placed between themselves and me:ââfalse floorâ they call it in their houses.But nevertheless I walk with my thoughts over their heads;and even if I wanted to walk on my own failings,I would still be above them and their heads.For men are not equal: so speaks justice.And what I want, they may not want!Thus spoke Zarathustra.*### Of Poets.âSince I have known the body better,â said Zarathustra to one of his disciples,âthe spirit has been for me only spirit, as it were;and all that is âimperishableââthat too is only a parable.ââI have heard you say that once before,â answered the disciple;âand at that time you added: âbut the poets lie too much.âWhy did you say that the poets lie too much?ââWhy?â said Zarathustra. âYou ask why?I do not belong to those who may be asked for their why.Is my experience of yesterday?It is a long time since I experienced the reasons for my opinions.Would I not have to be a barrel of memoryif I wanted to have my reasons with me as well?It is already too much for me to keep my own opinions;and many a bird flies away.And sometimes I also find a stray animal in my dovecotethat is strange to me, and that trembles when I lay my hand on it.But what did Zarathustra once say to you? That the poets lie too much?âBut Zarathustra too is a poet.Do you now believe that he spoke the truth here? Why do you believe that?âThe disciple answered: âI believe in Zarathustra.âBut Zarathustra shook his head and smiled.Belief does not make me blessed, he said,especially not belief in me.But supposing that someone said in all seriousness that the poets lie too much:he is rightâwe do lie too much.We also know too little and are bad learners:so we must indeed lie.And which of us poets has not adulterated his wine?Many a poisonous concoction has been made in our cellars,many an indescribable thing has been done there.And because we know little, we are heartily fond of the poor in spirit,especially when they are young little women!And we are even desirous of the thingsthat old little women tell each other in the evening.This we call in ourselves the eternally-feminine.And as if there were a special secret access to knowledge,which is blocked to those who learn anything:so we believe in the people and their âwisdom.âBut all poets believe this: that whoever lies in the grassor on lonely slopes and pricks up his ears,learns something of the things that are between heaven and earth.And when tender stirrings come to them,the poets always think that nature itself is in love with them:And that it steals up to their earto say secret things and amorous flatteries:of this they boast and puff themselves up before all mortals!Ah, there are so many things between heaven and earthof which only the poets have let themselves dream!And especially above the heavens:for all gods are poet-parables, poet-evasions!Truly, we are always drawn upwardânamely to the realm of the clouds:on these we set our colorful puppetsand then call them gods and overmen:âFor they are just light enough for these chairs!âall these gods and overmen.Ah, how weary I am of all that is inadequate,which absolutely insists on being an event! Ah, how weary I am of the poets!When Zarathustra spoke thus, his disciple was angry with him, but he remained silent.And Zarathustra too was silent; and his eye had turned inward,as if it were looking into far distances.Finally he sighed and took a breath.I am of today and of yore, he said then;but there is something in me that is of tomorrowand the day after tomorrow and of sometime.I have grown weary of the poets, the old and the new:they are all superficial to me and shallow seas.They did not think deeply enough:that is why their feeling did not sink to the grounds.A little lust and a little boredom:that has been their best reflection so far.Ghostly breath and scurrying is all their harp-jangling to me;what have they known so far of the fervor of tones!âThey are not clean enough for me either:they all cloud their waters to make them seem deep.And they gladly present themselves as reconcilers:but they remain mediators and mixers to me,and half-and-half, and unclean!âAh, I did cast my net into their seasand wanted to catch good fish;but I always pulled up the head of an old god.Thus the sea gave a stone to the hungry one.And they themselves may well originate from the sea.Certainly, one finds pearls in them:all the more they themselves resemble hard shellfish.And instead of a soul, I often found salted slime in them.They also learned from the sea its vanity:is not the sea the peacock of peacocks?Even before the ugliest of all buffaloes it rolls its tail,it never tires of its lace fan of silver and silk.The buffalo looks on defiantly, close to the sand in its soul,closer still to the thicket, but closest to the swamp.What is beauty and sea and peacock-finery to it!This parable I say to the poets.Truly, their spirit itself is the peacock of peacocksand a sea of vanity!The spirit of the poet wants spectators: even if they should be buffaloes!âBut I have grown weary of this spirit:and I see it coming that it will grow weary of itself.I have already seen the poets transformedand their gaze turned against themselves.I saw penitents of the spirit coming: they grew out of them.Thus spoke Zarathustra.**### Of Great Events.There is an island in the seaânot far from the blissful isles of Zarathustraâon which a volcano constantly smokes;of which the people say, and especiallythe old women among the people,that it is placed like a block of rock before the gate of the underworld:but through the volcano itself leads the narrow downward paththat guides to this gate of the underworld.Now at that time, when Zarathustra was dwelling on the blissful isles,it happened that a ship cast anchor at the islandon which the smoking mountain stands;and its crew went ashore to shoot rabbits.But around the hour of midday,when the captain and his men were together again,they suddenly saw a man coming towards them through the air,and a voice said clearly:âIt is time! It is high time!âBut as the figure came closest to themâit flew past quickly like a shadow,in the direction where the volcano layâthey recognized with the greatest consternation that it was Zarathustra;for they had all seen him before, except for the captain himself,and they loved him as the people love:that is, with equal parts of love and awe.âBehold! said the old helmsman,there goes Zarathustra to hell!ââAround the same time that these sailors landed on the fire-island,the rumor spread that Zarathustra had disappeared;and when his friends were asked, they relatedthat he had gone to sea by night, without saying where he intended to travel.Thus a restlessness arose; but after three daysthe story of the shipâs crew was added to this restlessnessâand now all the people said that the devil had taken Zarathustra.His disciples, to be sure, laughed at this talk;and one of them even said:âI rather believe that Zarathustra has taken the devil.âBut in the depths of their souls they were all full of concern and longing:so their joy was great when on the fifth day Zarathustra appeared among them.And this is the account of Zarathustraâs conversation with the fire-hound.The earth, he said, has a skin;and this skin has diseases.One of these diseases, for example, is called âman.âAnd another of these diseases is called âfire-houndâ:about which men have told many lies and have been lied to.To fathom this secret I went over the sea:and I have seen the truth naked, truly!barefoot up to the neck.I now know what is the matter with the fire-hound;and likewise with all the devils of ejection and revolution,of whom not only old women are afraid.Come out, fire-hound, from your depth! I cried,and confess how deep this depth is!From where is that which you snort up?You drink abundantly from the sea: your salted eloquence betrays it!Forsooth, for a hound of the deepyou take your nourishment too much from the surface!At most I take you for the ventriloquist of the earth:and always, when I heard devils of revolution and ejection speak,I found them like you: salted, lying, and shallow.You know how to roar and to darken with ashes!You are the best big-mouthsand have learned well enough the art of making mud boil hot.Where you are, there must always be mud nearby,and much that is spongy, hollow, constricted:that wants to be free.âFreedomâ you all roar most fondly:but I have unlearned the belief in âgreat events,âwhenever there is much roaring and smoke around them.And believe me, friend hell-noise! The greatest eventsâthose are not our loudest, but our stillest hours.Not around the inventors of new noise,but around the inventors of new values does the world revolve;inaudibly it revolves.And just confess it! Little has ever happenedwhen your noise and smoke dispersed.What does it matter that a city became a mummy,and a statue lies in the mud!And this word I say also to the overthrowers of statues.It is indeed the greatest folly to throw salt into the seaand statues into the mud.In the mud of your contempt lay the statue:but that is precisely its law,that out of contempt life and living beauty grow again for it!With more divine features it now stands up, and suffering-seductive;and truly! it will yet thank youfor overthrowing it, you overthrowers!This counsel, however, I counsel to kings and churchesand all that is weak with age and virtueâjust let yourselves be overthrown!That you may come to life again, and to youâvirtue!âThus I spoke before the fire-hound:then he interrupted me sullenly and asked:âChurch? What is that?âChurch? I answered, that is a kind of state,and indeed the most mendacious kind.But be still, you hypocrite-hound!You surely know your own kind best!Like yourself, the state is a hypocrite-hound;like you, it likes to speak with smoke and roaringâto make one believe, like you, that it speaks from the belly of things.For it wants to be by all means the most important animal on earth, the state;and it is believed to be so, too.âWhen I had said that, the fire-hound actedas if mad with envy.âWhat?â he cried, âthe most important animal on earth?And it is believed to be so, too?âAnd so much steam and horrid voices came from his throatthat I thought he would suffocate with anger and envy.Finally he grew quieter, and his panting subsided;but as soon as he was still, I said, laughing:âYou are angry, fire-hound: so I am right about you!And so that I may remain right, hear about another fire-hound:he really speaks from the heart of the earth.Gold his breath exhales, and a golden rain: so his heart wills it.What are ashes and smoke and hot slime to him anymore!Laughter flutters from him like a colorful cloud;he is averse to your gurgling and spewing and intestinal griping!But the gold and the laughterâhe takes that from the heart of the earth:for, just so you knowâthe heart of the earth is of gold.âWhen the fire-hound heard this,he could no longer bear to listen to me.Ashamed, he tucked his tail,said in a meek way Woof! Woof!and crept down into his cave.âThus Zarathustra related. But his disciples hardly listened to him:so great was their desire to tell him about the sailors,the rabbits, and the flying man.âWhat am I to think of that!â said Zarathustra.âAm I then a ghost?But it must have been my shadow.You have probably heard something of the wanderer and his shadow?But this much is certain: I must keep him on a shorter leashâotherwise he will ruin my reputation yet.âAnd once more Zarathustra shook his head and wondered.âWhat am I to think of that!â he said again.âWhy did the ghost cry: It is time! It is high time!For what is itâhigh time?ââThus spoke Zarathustra.### The Soothsayer.ââand I saw a great sadness come over men.The best grew weary of their works.A doctrine went forth, a belief ran beside it:âAll is empty, all is the same, all has been!âAnd from all the hills it echoed:âAll is empty, all is the same, all has been!âWe have harvested, it is true:but why have all our fruits become rotten and brown?What fell down from the evil moon in the last night?All labor was in vain, our wine has become poison,the evil eye has seared our fields and hearts yellow.We have all become dry; and if fire falls on us,we will turn to dust like ashes:âyes, we have made the fire itself weary.All our wells have dried up, even the sea has receded.All ground wants to crack, but the deep does not want to swallow!âAlas, where is there still a sea in which one could drownâ:so sounds our lamentâaway over flat swamps.Truly, we have become too weary even to die;now we are still awake and live onâin burial chambers!ââThus Zarathustra heard a soothsayer speak;and his prophecy went to his heart and transformed him.He walked about sad and weary;and he became like those of whom the soothsayer had spoken.Truly, he said to his disciples,it is but a little while, and this long twilight will come.Ah, how shall I save my light through it!That it may not be extinguished in this sadness!It is to be a light for more distant worlds and for the most distant nights!Thus troubled in heart, Zarathustra walked about;and for three days he took neither drink nor food,had no rest, and lost his speech.At last it happened that he fell into a deep sleep.But his disciples sat around him in long night watchesand waited with concern to see if he would awaken and speak againand be recovered from his affliction.But this is the speech that Zarathustra spoke when he awoke;his voice, however, came to his disciples as from a great distance.Hear the dream that I dreamed, my friends,and help me to guess its meaning!It is still a riddle to me, this dream;its meaning is hidden in it and captured,and does not yet fly over it with free wings.I had renounced all life, so I dreamed.I had become a night-watchman and a grave-watchman,up there in the lonely mountain-castle of death.Up there I guarded his coffins:the gloomy vaults stood full of such trophies.From glass coffins, conquered life looked up at me.I breathed the smell of dusty eternities:my soul lay sultry and dusty.And who could have aired his soul there!The brightness of midnight was always around me,loneliness cowered beside it; and, thirdly,rattling death-stillness, the worst of my female friends.I carried keys, the rustiest of all keys;and I knew how to open with them the most creaking of all gates.Like a bitter-evil cawing the sound ran through the long corridorswhen the gateâs wings lifted:ungraciously this bird screamed, it was unwilling to be awakened.But more dreadful still and more heart-constricting it waswhen it fell silent again and all around was still,and I sat alone in this treacherous silence.Thus time went and crept for me, if time there still was:what do I know of it!But at last that happened which awoke me.Thrice there were blows at the gate, like thunder,the vaults echoed and howled three times:then I went to the gate.Alpa! I cried, who carries his ashes to the mountain?Alpa! Alpa! Who carries his ashes to the mountain?And I pressed the key and heaved at the gate and strained.But it did not stand open by a fingerâs breadth:Then a roaring wind tore its wings apart:whistling, shrilling, and cutting, it threw a black coffin at me:And in the roaring and whistling and shrilling the coffin burstand spewed forth a thousandfold laughter.And from a thousand grimaces of children, angels, owls, fools,and child-sized butterflies it laughed and mockedand roared against me.At this I was horribly frightened: it threw me to the ground.And I screamed in terror as I had never screamed.But my own scream awoke me:âand I came to myself.âThus Zarathustra related his dream and then fell silent:for he did not yet know the interpretation of his dream.But the disciple whom he loved most rose quickly,took Zarathustraâs hand and said:âYour life itself interprets this dream for us, oh Zarathustra!Are you not yourself the wind with shrill whistling,that tears open the gates of the castles of death?Are you not yourself the coffin full of colorful wickednessesand angel-grimaces of life?Truly, like a thousandfold childrenâs laughter Zarathustra comesinto all death-chambers, laughing at these night-watchmen and grave-watchmen,and whoever else rattles with gloomy keys.You will frighten and overthrow them with your laughter;fainting and re-awakening will prove your power over them.And even when the long twilight comes and the weariness of death,you will not go down in our sky,you advocate of life!You have shown us new stars and new night-splendors;truly, you have stretched laughter itselflike a colorful tent over us.Now childrenâs laughter will always well from coffins;now a strong wind will always come victorious over all death-weariness:of this you yourself are our guarantor and soothsayer!Truly, you dreamed them yourself, your enemies:that was your hardest dream!But as you awoke from them and came to yourself,so they shall awaken from themselvesâand come to you!ââThus spoke the disciple;and all the others now thronged around Zarathustraand took him by the hands and wanted to persuade himto leave his bed and his sadnessand to return to them.But Zarathustra sat upright on his couch,with a strange look.Like one returning home from a long time abroad,he looked at his disciples and examined their faces;and he did not yet recognize them.But when they lifted him and set him on his feet,behold, his eye changed all at once;he understood everything that had happened, stroked his beardand said with a strong voice:âWell then! This now has its time;but see to it, my disciples, that we have a good meal,and soon!Thus I intend to do penance for bad dreams!But the soothsayer shall eat and drink at my side:and truly, I will yet show him a seain which he can drown!âThus spoke Zarathustra.But then he looked long into the face of the disciplewho had acted as dream-interpreterand shook his head as he did so.â*### Of Redemption.When Zarathustra was one day crossing the great bridge,the cripples and beggars surrounded him,and a hunchback spoke to him thus:âBehold, Zarathustra! The people too learn from youand gain faith in your teaching:but for them to believe you completely, one more thing is neededâyou must first persuade us cripples!Here you have a fine selection and, truly,an opportunity with more than one top-knot!You can heal the blind and make the lame walk;and from him who has too much behind him,you could well take a little away:âthat, I think, would be the right wayto make the cripples believe in Zarathustra!âBut Zarathustra replied thus to him who spoke:âWhen one takes his hunch from the hunchback,one takes from him his spiritâso the people teach.And when one gives the blind man his eyes,he sees too many bad things on earth:so that he curses him who healed him.But he who makes the lame walk,does him the greatest harm:for scarcely can he walk, when his vices run away with himâso the people teach about cripples.And why should Zarathustra not also learn from the people,when the people learn from Zarathustra?But this has been the least of my concerns since I have been among men,that I see: âThis one lacks an eye, and that one an ear,and a third a leg, and there are otherswho have lost their tongue or their nose or their head.âI see and have seen worse things and many a thing so abominablethat I would not speak of everything, and of some things not even be silent:namely, men who lack everything,except that they have one thing too muchâmen who are nothing more than a great eye,or a great mouth, or a great belly, or something else greatâreverse cripples I call such men.And when I came out of my solitudeand crossed this bridge for the first time:I did not trust my eyes and looked, and looked again,and finally said: âThat is an ear! An ear as big as a man!âI looked still more closely: and really, under the ear something was still movingthat was pitifully small and poor and slight.And truly, the monstrous ear sat on a small thin stalkâbut the stalk was a man!Whoever used a glass before his eyecould even recognize a small envious little face;also, that a bloated little soul dangled from the stalk.The people told me, however, that the great ear was not just a man,but a great man, a genius.But I never believed the people when they spoke of great menâand maintained my belief that it was a reverse cripple,who had too little of everything and too much of one thing.âWhen Zarathustra had spoken thus to the hunchbackand to those for whom he was mouthpiece and advocate,he turned with deep displeasure to his disciples and said:âTruly, my friends, I walk among menas among the fragments and limbs of men!This is the terrible thing to my eye,that I find man shattered and scatteredas if over a battlefield and butcher-field.And if my eye flees from the now to the past:it always finds the same: fragments and limbs and dreadful accidentsâbut no men!The now and the past on earthâah! my friendsâthat is my most unendurable thing; and I would not know how to liveif I were not also a seer of that which must come.A seer, a willer, a creator,a future itself and a bridge to the futureâand ah, also as it were a cripple at this bridge:all that is Zarathustra.And you too have often asked yourselves: âWho is Zarathustra to us?What shall we call him?âAnd like myself, you gave yourselves questions for answers.Is he a promiser? Or a fulfiller?A conqueror? Or an inheritor?An autumn? Or a plowshare?A physician? Or a convalescent?Is he a poet? Or a truthful one?A liberator? Or a tamer?A good one? Or an evil one?I walk among men as among the fragments of the future:that future which I see.And this is all my creating and striving,that I create and carry together into onewhat is fragment and riddle and dreadful accident.And how could I bear to be a manif man were not also a poet and a riddle-guesserand the redeemer of accident!To redeem the past and to transform every âIt wasâinto a âThus I willed it!ââthat alone should I call redemption!Willâthat is the name of the liberator and joy-bringer:thus I have taught you, my friends!And now learn this as well: the will itself is still a prisoner.Willing liberates: but what is itthat puts even the liberator in chains?âIt wasâ: that is the name of the willâs gnashing of teeth and its loneliest affliction.Powerless against what has been doneâit is an evil spectator of all that is past.The will cannot will backwards;that it cannot break time and timeâs desireâthat is the willâs loneliest affliction.Willing liberates: what does the will itself deviseto be rid of its affliction and to mock its prison?Ah, every prisoner becomes a fool!Foolishly the captive will redeems itself as well.That time does not run backwards, that is its rage;âThat which wasââthat is the name of the stone it cannot roll.And so it rolls stones out of rage and displeasure,and takes revenge on whatever does not feel rage and displeasure as it does.Thus the will, the liberator, became a bringer of pain:and on all that can suffer, it takes revengefor its inability to go backwards.âThis, yes this alone, is revenge itself:the willâs ill will against time and its âIt was.âTruly, a great folly dwells in our will;and it has become a curse for all that is human, that this folly learned spirit!The spirit of revenge: my friends,that has so far been manâs best reflection;and where there was suffering, there was always supposed to be punishment.âPunishment,â that is, is what revenge calls itself:with a lying word it feigns a good conscience for itself.And because there is suffering in the willer himself,from the fact that he cannot will backwardsâso willing itself and all of life was supposed to beâa punishment!And now cloud upon cloud rolled over the spirit:until at last madness preached:âEverything passes away, therefore everything is worthy of passing away!ââAnd this itself is justice, that law of timethat it must devour its childrenâ: thus madness preached.âThings are ordered morally according to right and punishment.Oh, where is redemption from the river of things and the punishment of âexistenceâ?âThus madness preached.âCan there be redemption if there is an eternal right?Ah, unrollable is the stone âIt wasâ: eternal must all punishments also be!âThus madness preached.âNo deed can be annihilated:how could it be undone by the punishment!This, this is what is eternal in the punishment of âexistence,âthat existence must also eternally be deed and guilt again!âUnless the will at last redeems itselfand willing becomes not-willingââ:but you know, my brothers, this fable-song of madness!I led you away from these fable-songs when I taught you:âThe will is a creator.âAll âIt wasâ is a fragment, a riddle, a dreadful accidentâuntil the creative will says to it: âBut thus I willed it!ââUntil the creative will says to it:âBut thus I will it! Thus I shall will it!âBut has it spoken thus yet? And when does this happen?Has the will been unharnessed yet from its own folly?Has the will become its own redeemer and joy-bringer yet?Has it unlearned the spirit of revenge and all gnashing of teeth?And who has taught it reconciliation with time,and what is higher than all reconciliation?Higher than all reconciliation must the will will,which is the will to powerâ: but how does that happen to it?Who has taught it also to will backwards?ââBut at this point in his speech it happenedthat Zarathustra suddenly stopped and looked entirely like onewho is terrified to the utmost.With a frightened eye he looked at his disciples;his eye pierced their thoughts and afterthoughts as with arrows.But after a little while he was already laughing again and said, appeased:âIt is difficult to live with men because silence is so difficult.Especially for a talkative person.ââThus spoke Zarathustra. But the hunchback had listened to the conversationand had covered his face during it;but when he heard Zarathustra laugh,he looked up curiously and said slowly:âBut why does Zarathustra speak differently to us than to his disciples?âZarathustra answered: âWhat is there to wonder at!With hunchbacks one may well speak in a hunchbacked way!ââGood,â said the hunchback; âand with pupils one may wellgossip from school.But why does Zarathustra speak differently to his pupilsâthan to himself?ââ***### Of Human Prudence.Not the height: the slope is the terrible thing!The slope, where the gaze plunges downward and the hand reaches upward.There the heart becomes dizzy from its double will.Ah, friends, do you guess also my heartâs double will?This, this is my slope and my danger,that my gaze plunges to the height, and that my handwants to hold and support itselfâon the depth!My will clings to man,I bind myself to man with chains,because I am torn upward to the Overman:for thither my other will wants to go.And for this I live blindly among men;as if I did not know them:that my hand may not lose its faith in what is firm entirely.I do not know you men:this darkness and consolation is often spread around me.I sit at the gateway for every rogue and ask:who wants to deceive me?This is my first human prudence,that I let myself be deceived, so as not to be on my guard against deceivers.Ah, if I were on my guard against man:how could man be an anchor for my ball!Too easily it would tear me up and away!This providence is over my destiny,that I must be without foresight.And whoever does not want to languish among menmust learn to drink from all glasses;and whoever wants to remain clean among men must know howto wash himself even with dirty water.
And thus I often spoke to myself for comfort:âWell then! Courage! Old heart! A misfortune has miscarried for you:enjoy this as yourâhappiness!â
But this is my other human prudence:I spare the vain more than the proud.
Is not wounded vanity the mother of all tragedies?But where pride is wounded, there grows something betterthan pride.
So that life may be good to look upon, its play must be well played:but for that good actors are needed.
Good actors I have found all the vain to be: they play and wantto be gladly looked uponâall their spirit is in this will.
They present themselves, they invent themselves;in their vicinity I love to look upon lifeâit heals of melancholy.
Therefore I spare the vain, because they are physicians to my melancholyand keep me attached to man as to a spectacle.
And then: who can measure in the vain man the whole depth of his modesty!I am good to him and compassionate for his modesty.
From you he wants to learn his faith in himself;he feeds on your glances, he eats the praise from your hands.
He even believes your lies if you lie well about him:for in the depths his heart sighs: âwhat am I!â
And if that is the true virtue which does not know about itself:well, the vain man does not know about his modesty!â
But this is my third human prudence,that I do not let your fearfulness spoilmy view of the wicked.
I am blessed to see the wonders that hot sun hatches:tigers and palms and rattlesnakes.
Among men, too, there is a beautiful brood of the hot sun,and much that is wonderful in the wicked.
To be sure, just as your wisest did not seem so very wise to me:so I also found human wickedness to be below its reputation.
And often I asked with a shake of the head:Why still rattle, you rattlesnakes?
Truly, there is still a future even for evil!And the hottest south has not yet been discovered for man.
How much is now called the worst wickednesswhich is yet only twelve shoes wide and three months long!But one day greater dragons will come into the world.
For so that the Overman may not lack his dragon,the over-dragon that is worthy of him:for that much hot sun must still glow on moist primeval forest!
Your wildcats must first have become tigers,and your poison-toads crocodiles:for the good hunter shall have a good hunt!
And truly, you good and just!There is much in you to laugh at, and especially your fear ofwhat has hitherto been called âdevilâ!
So alien are you to the great in your soulthat the Overman would be terrible to you in his goodness!
And you wise and knowing ones, you would flee from the sun-burnof the wisdom in which the Overmanjoyfully bathes his nakedness!
You highest men whom my eye has met!this is my doubt of you and my secret laughter:I guess you would call my Overmanâa devil!
Ah, I grew weary of these highest and best:from their âheightâ I longed to go up, out, awayto the Overman!
A horror befell me when I saw these best ones naked:then wings grew on me, to soar away into distant futures.
Into more distant futures, into more southerly souths than any artist ever dreamed of:thither, where gods are ashamed of all clothes!
But I want to see you disguised, you neighbors and fellow men,and well-adorned, and vain, and worthy,as âthe good and the justââ
And disguised I want to sit among you myselfâthat I may misjudge you and myself:for that is my last human prudence.
Thus spoke Zarathustra.
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### The Stillest Hour.
What happened to me, my friends?You see me distraught, driven away, unwillingly obedient,ready to goâah, to go away from you!
Yes, once more Zarathustra must go into his solitude:but this time the bear goes back to its cave unhappily!
What happened to me? Who commands this?âAh, my angry mistress wills it so, she spoke to me;have I ever told you her name?
Yesterday towards evening my stillest hour spoke to me:that is the name of my terrible mistress.
And thus it happenedâfor I must tell you everything,so that your heart may not harden against him who departs suddenly!
Do you know the terror of him who is falling asleep?â
He is terrified down to his toes, becausethe ground gives way under him and the dream begins.
I tell you this as a parable.Yesterday, at the stillest hour, the ground gave way under me: the dream began.
The hand moved, the clock of my life took a breathâ,never did I hear such a silence around me: so that my heart was terrified.
Then it spoke to me without a voice: âYou know it, Zarathustra?ââ
And I cried out in terror at this whisper,and the blood drained from my face: but I was silent.
Then it spoke to me again without a voice:âYou know it, Zarathustra, but you do not speak it!ââ
And I answered at last like one who is defiant:âYes, I know it, but I do not want to speak it!â
Then it spoke to me again without a voice:âYou do not want to, Zarathustra? Is this also true?Do not hide in your defiance!ââ
And I wept and trembled like a child and said:âAh, I would indeed, but how can I!Forgive me this! It is beyond my strength!â
Then it spoke to me again without a voice:âWhat does it matter about you, Zarathustra! Speak your word and break!ââ
And I answered: âAh, is it my word?Who am I? I await the worthier one;I am not worthy even to break upon it.â
Then it spoke to me again without a voice:âWhat does it matter about you? You are not yet humble enough for me.Humility has the hardest hide.ââ
And I answered: âWhat has the hide of my humility not borne!I dwell at the foot of my height: how high are my peaks?No one has yet told me. But I know my valleys well.â
Then it spoke to me again without a voice:âOh Zarathustra, he who has to move mountains,also moves valleys and lowlands.ââ
And I answered: âMy word has not yet moved mountains,and what I spoke has not reached men.I have gone to men, it is true, but I have not yet arrived among them.â
Then it spoke to me again without a voice:âWhat do you know of that! The dew falls on the grasswhen the night is at its most silent.ââ
And I answered: âThey mocked mewhen I found and walked my own way;and in truth my feet trembled then.
And so they spoke to me: you have unlearned the way,now you are also unlearning how to walk!â
Then it spoke to me again without a voice:âWhat does their mockery matter! You are onewho has unlearned to obey: now you shall command!
Do you not know who is most needed by all?He who commands great things.
To accomplish great things is hard: but the harder thing is to command great things.
This is your most unforgivable thing: you have the power,and you do not want to rule.ââ
And I answered: âI lack the lionâs voice for all commanding.â
Then it spoke to me again as a whisper:âIt is the stillest words that bring the storm.Thoughts that come on dovesâ feet guide the world.
Oh Zarathustra, you shall go as a shadow of thatwhich must come: thus you will command and, commanding, go before.ââ
And I answered: âI am ashamed.â
Then it spoke to me again without a voice:âYou must yet become a child and without shame.
The pride of youth is still upon you, you became young late:but whoever wants to become a child must also overcome his youth.ââ
And I pondered for a long time and trembled.But at last I said what I had said at first: âI do not want to.â
Then a laughter happened around me. Alas, how this laughtertore my entrails and slit open my heart!
And it spoke to me for the last time:âOh Zarathustra, your fruits are ripe,but you are not ripe for your fruits!
So you must go back into solitude:for you shall yet become mellow.ââ
And again it laughed and fled:then it became still around me as with a twofold stillness.But I lay on the ground, and the sweat flowed from my limbs.
âNow you have heard everything, and why I must return to my solitude.I have concealed nothing from you, my friends.
But this too you have heard from me, who is stillthe most silent of all menâand wants to be!
Ah my friends! I would still have something to say to you,I would still have something to give you! Why do I not give it?Am I then a miser?ââ
But when Zarathustra had spoken these words,the force of his pain and the nearness of his departurefrom his friends overcame him, so that he wept aloud;and no one knew how to comfort him.But in the night he went away alone and left his friends.